Handball-Oberliga wohl mit weniger Teams

Baden-Baden (moe) – Die Oberliga-Handballer des TVS Baden-Baden müssen in der kommenden Saison kein Mammutprogramm fürchten. Nach Lage der Dinge werden höchstens 16 statt 18 Mannschaften starten.

Müssen kein Mammutprogramm fürchten: Franz Henke und seine Sandweierer Kollegen. Foto: Frank Seiter

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Müssen kein Mammutprogramm fürchten: Franz Henke und seine Sandweierer Kollegen. Foto: Frank Seiter

Rein sportlich sind die Handballer des TVS Baden-Baden seit Monaten zum Nichtstun verdammt, wenn man von den obligatorischen, aber ballfreien Laufeinheiten mal absieht. Das heißt allerdings nicht, dass man beim Oberligisten aus Sandweier ausnahmslos Däumchen dreht, vor allem die Kreativabteilung hat jüngst ganze Arbeit geleistet. Beispielsweise wurde das Merchandising-Angebot auf breitere Füße gestellt. Das kann man in diesem Fall durchaus wörtlich verstehen, denn neben T-Shirts und Kapuzenpullovern gibt es neuerdings auch Socken mit dem TVS-Vereinslogo käuflich zu erwerben.

Riedinger: „Wären glücklich“

Der Verschleiß der Selbigen wird sich – zumindest was die Spieler anbelangt – in der Saison 2021/22 wohl etwas reduzieren. Denn nach Lage der Dinge geht die Oberliga Baden-Württemberg in der neuen Spielzeit nicht mehr wie zuletzt mit 18, sondern nur noch mit 15 oder 16 Mannschaften an den Start. Von Verbandsseite ist dies zwar noch nicht offiziell bestätigt, sollte es aber wie unisono erwartet so kommen, „wären wir schon glücklich darüber“, betont Simon Riedinger auf BT-Nachfrage. Wäre die vergangene Saison coronabedingt nicht zwischenzeitlich abgebrochen und annulliert worden, „wäre das ja ein echtes Mammutprogramm gewesen“, fügt der sportliche Leiter des TVS hinzu. Nun hofft Riedinger, dass der Spielplan – auch mit Blick auf die Pandemie-Lage – „entzerrt werden kann“.

Möglich wird die Reduzierung des Starterfelds auf das angestammte Maß aus verschiedenen Gründen. Zum einen hat die Neckarsulmer Sport-Union ihre Mannschaft aus finanziellen Gründen aus der vierthöchsten Spielklasse zurückgezogen und startet künftig deutlich abgespeckter in der Landesliga. Zudem wurde bekanntlich zwei Teams aus der Oberliga ein Aufstiegsrecht in die dritte Liga eingeräumt. Die Kandidatenfindung wiederum ist auf dem besten Weg, sich zu einer echten Posse zu entwickeln, Riedinger spricht nicht ganz zu Unrecht von „Slapstick“.

„Slapstick“ bei der Aufstiegsfrage

Wie bereits berichtet, hatten vier Vereine ihr Aufstiegsinteresse beim Verband hinterlegt: der TSV Neuhausen, die TSG Söflingen, die SG Köndringen/Teningen und die Zweitvertretung des TVB Stuttgart. Die weiterhin hohen Inzidenzzahlen machten ein avisiertes Aufstiegsturnier allerdings zunichte, auch einer Ausnahme erteilte das zuständige Ministerium eine Absage. Eine sportliche Lösung war somit dahin. Wenig überraschend brachte eine virtuelle Viererkonferenz, auf der sich die beteiligten vier Vereine auf zwei Aufsteiger hätten einigen sollen, kein Ergebnis. Daher hat sich der Vorstand von Handball Baden-Württemberg (HBW) des Themas angenommen und Neuhausen aufgrund der sportlich guten Ergebnisse der vergangenen Jahre als Aufsteiger bestimmt. Mit denselben Vorzeichen – nur umgekehrt – war der TVB II aus dem Rennen. Auch wenn es nach einem verspäteten Aprilscherz klingt, über den zweiten Aufsteiger – entweder Söflingen oder Köndringen – soll am 1. Mai das Los entscheiden.

Als er vom derartigen Vorgehen hörte, konnte Simon Riedinger „nur schmunzeln“. Der TVS-Funktionär war „letzten Endes sehr froh, dass wir das nicht mitmachen müssen“. Wobei es sicherlich interessant gewesen wäre, wie die HBW-Verantwortlichen die sportlich gute Performance des TVS im Vergleich mit den anderen Teams gewertet hätte. Letztlich hatte sich aber die Mannschaft intern und bereits frühzeitig gegen einen Aufstieg am grünen Tisch entschieden, was letztlich auch Riedinger zupasskam: „Ich bin froh, dass sich die Mannschaft so intensiv Gedanken gemacht hat.“

HSG-Reserve als möglicher Absteiger

Der TVS wird also auch in der neuen Saison in der Oberliga angreifen – die Zahl der Gegner ist indes noch nicht ganz fix: Neckarsulm, Neuhausen und der Losglückliche fallen weg, möglicherweise kommt aber noch ein Verein hinzu. Sollte nämlich die gefährdete HSG Konstanz aus der zweiten in die dritte Liga absteigen, müsste folglich die zweite Mannschaft der Seehasen in die Oberliga abrücken.

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Ob 14 oder doch 15 Gegner, das wird dem TVS Baden-Baden letztlich egal sein – Hauptsache, die Runde kann im Herbst halbwegs normal durchgezogen werden. Am besten bis die neuen Socken qualmen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
26. April 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 57sec

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