Handball: Rebland-SG darf trainieren

Baden-Baden (moe) – Halle statt Wald lautet das Motto für die Drittliga-Handballerinnen der SG Steinbach/Kappelwindeck. Aufgrund eines Passus in der Corona-Verordnung darf die Rebland-SG trainieren.

Übers Matten-Meer: Spielerinnen der Rebland-SG beim Training in der Steinbacher Stadthalle. Foto: Frank Seiter

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Übers Matten-Meer: Spielerinnen der Rebland-SG beim Training in der Steinbacher Stadthalle. Foto: Frank Seiter

Der Ball ruht. Eigentlich. Denn während die regionalen Handballer ab der Oberliga abwärts aufgrund der galoppierenden Pandemie-Situation Däumchen – wahlweise auch Jogging-Runden in der freien Natur – drehen müssen, profitieren die Spielerinnen der SG Steinbach/Kappelwindeck vom Erfolg der vergangenen Jahre: Denn unter Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln dürfen sowohl das Drittliga-Team als auch der Jugendbundesliga-Kader trotz des Teil-Lockdowns weiter trainieren.

Möglich macht dies ein Passus der aktuellen baden-württembergischen Corona-Verordnung, die besagt, dass „Mannschaften, die in länderübergreifenden Ligen spielen“ und/oder „der 1. bis 3. Bundesliga“ angehören, vom Verbot ausgenommen sind.

Ebendiese Verordnung – und deren Präzisierungen – hat Arnold Manz in den vergangenen Tagen und Wochen beinahe täglich intensiv studiert und auch per Videokonferenz mit dem Deutschen Handballbund (DHB), in dessen Zuständigkeitsbereich auch die dritte Liga fällt, Kontakt gehalten. Das aus SG-Sicht erfreuliche Ergebnis: Es darf trainiert werden.

Einheiten mit maximal 20 Spielerinnen

Drei Mal wurde in dieser Woche daraufhin bereits mit maximal 20 Spielerinnen geschwitzt: in der Schwarzwald- sowie Großsporthalle in Bühl und in der Steinbacher Stadthalle. In der kommenden Woche kann das Team dann auch wieder auf angestammtem Terrain in der Steinbacher Sportschule trainieren – alles auf freiwilliger Basis, wie Manz betont. Denn der sportliche Leiter der Rebland-SG ist nach eigener Aussage durchaus „zwiegespalten. Es ist schon ein seltsames Gefühl“, da man sich in anderen Lebensbereichen – durchaus berechtigt – einschränken muss. Andererseits hat man bei der SG mit dem hygienekonformen Training der vergangenen Wochen und Monate „gute Erfahrungen gemacht“. Sprich: keine positiven Fälle in Verbindung mit dem Training in der Halle.

Insgesamt habe sich der Sport nicht als Infektionstreiber hervorgetan und sei obendrein wichtig als Kompensation für den aktuell nicht immer einfachen Alltag – für die Sportler, aber auch für Fans, findet Manz. Die hätten Spaß, selbst wenn es aufgrund von Zuschauerverboten vielerorts nur Ergebnisse zu lesen gebe. Immer noch besser als „nur Trump und Corona“.

Spielbetrieb ruht mindestens bis zum 15. November

Ein Ziel, besser gesagt ein Termin, auf den die SG hintrainieren kann, ist vage. Der DHB hat den Spielbetrieb – unabhängig vom bundesweiten Lockdown – bis zum 15. November ausgesetzt. Wann konkret wieder gespielt werden soll, ist derzeit Gegenstand von Diskussionen auf DHB-Ebene.

Wenn der Tag X gekommen ist, sagt SG-Funktionär Manz, „müssen wir nicht nur spielbereit, sondern auch spielfähig sein. Das ist ein Unterschied“. In diesem Zusammenhang sei es „sehr hilfreich“, handballspezifisch trainieren zu können und nicht – wie im Frühjahr Usus – „nur vier Wochen im Wald rumzurennen“, sagt Manz.

Halle statt Wald – dass die Drittliga-Spielerinnen und der Bundesliga-Nachwuchs buchstäblich mit einem Dach über dem Kopf schwitzen dürfen, liegt neben dem Ausnahme-Passus in der Verordnung auch am Entgegenkommen der zuständigen Stellen bei den Kommunen in Baden-Baden und Bühl sowie der Sportschule, die unkompliziert und unbürokratisch die Hallen öffneten. Dafür, so Manz, sei er „sehr dankbar“.

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Erstellt:
7. November 2020, 06:00 Uhr
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