Handball: Rebland-SG für DM-Achtelfinale gerüstet

Baden-Baden (moe) – Die A-Juniorinnen reisen selbstbewusst zum HTV Hemer, wo am Samstag das Hinspiel im Achtelfinale um die deutsche Handballmeisterschaft ausgetragen wird.

Ab durch die Mitte: Nadja Kaufmann (am Ball) und ihre Teamkolleginnen wollen sich für den immensen Aufwand belohnen. Foto: Frank Seiter

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Ab durch die Mitte: Nadja Kaufmann (am Ball) und ihre Teamkolleginnen wollen sich für den immensen Aufwand belohnen. Foto: Frank Seiter

Am Freitagnachmittag, nach einem finalen Training in der Bühler Großsporthalle, steigen die jungen Handballerinnen der SG Steinbach/Kappelwindeck in den Bus. Das Ziel: Viertelfinale der deutschen A-Jugend-Meisterschaft. Ein Etappenziel auf dem Weg dorthin ist das Grohe-Forum, eine Multifunktionshalle im Sauerlandpark von Hemer. Dort steigt am Samstag um 16 Uhr das Achtelfinal-Hinspiel gegen die Altersgenossinnen des hiesigen HTV. Für die Youngster der Rebland-SG, aber auch für die Gastgeberinnen ist es das erste Spiel unter Wettkampfbedingungen seit rund einem halben Jahr Zwangspause.

Diese Tatsache allein hat das Potenzial, den Plus gehörig in die Höhe zu treiben. In Corona-Zeiten kommt allerdings obendrein die Ungewissheit dazu, ob denn wirklich alles wie geplant über die Bühne gehen kann. „Ich hoffe, dass wir jetzt keine Probleme mehr haben“, sagt Arnold Manz. Zumindest bisher hatten er und sein Team bei der Vorbereitung auf den Neustart in der Jugendbundesliga alles im Griff – angefangen von den regelmäßigen Corona-Tests im Training bis hin zur ausgeklügelten Logistik im nach wie vor pandemischen Alltag.

Nun gilt es, die Dinge auch auf der Platte wieder in die Hand zu nehmen – den Ball, aber auch den Gegner. Letzteres könnte schwieriger werden, als es auf den ersten Blick erscheint, schließlich wurde den SG-Mädels über Monate eingetrichtert, stets genug Abstand zu halten. So ist es kaum verwunderlich, dass Trainer und Sportdirektor Manz mit der Abwehrleistung im Training – zuletzt wurde viermal in der Woche geschwitzt – „nicht ganz zufrieden war“. Man könne probeweise zwar viel simulieren, „aber über 60 Minuten einen harten Fight durchzuziehen, ist eine ganz andere Sache“, beschreibt Manz die fehlende Wettkampfpraxis. Das Gute: Dem HTV Hemer geht es sicher nicht anders.

HTV Hemer per Video analysiert

Zumindest was den Kader angeht, kann die SG weitgehend aus dem Vollen schöpfen, schade sei allerdings, so Manz, dass Lynn Seebacher bei dem Highlight zum Abschluss ihrer Jugendzeit nicht mitwirken kann. Weil sie ein FSJ im Klinikum Mittelbaden absolviert, hat die SG-Akteurin vor geraumer Zeit – und schweren Herzens – beschlossen, freiwillig auf Handball zu verzichten, um ihre Teamkolleginnen keinem erhöhten Risiko auszusetzen. Eine bessere Motivationsspritze kann es für den Rest des 14-köpfigen Kaders eigentlich kaum geben.

Die Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale, wo entweder der TuS Metzingen oder die SG BBM Bietigheim warten würde, stehen laut Manz bei „50:50“. Der SG-Macher hofft auf ein „vernünftiges Ergebnis“ im Hinspiel und würde seinen Mädels den Einzug in Viertelfinale – es wäre der erste seit Jahren für die SG – von Herzen gönnen. Gerade für die scheidende A-Jugend-Generation – Lena Strack, Lorena Vierling, Janina Jülg, Franka Riedl und Nadja Kaufmann – „wäre das völlig verdient“.

Der HTV, der als Vorgruppenzweiter hinter Bayer Leverkusen ins Achtelfinale eingezogen ist, will dabei selbstredend nicht mitspielen. Den Gegner haben die SG-Trainer – Manz und Ralf Kotz wurden dabei tatkräftig von Rudi Fritsch unterstützt – intensiv per Video analysiert. Vor allem auf den wurfgewaltigen Rückraum mit Johanna und Sophia Bücker sowie die dynamischen Spielmacherinnen Louisa Silvia Marques Pais und Sidney Lupisella soll ein Augenmerk gelegt werden.

Alles, was man im Vorfeld planen, organisieren und trainieren kann, hat das Trainerteam in Angriff genommen, sogar Torhüter-Legende Hans-Peter „Popper“ Fries hat in einer finalen Einheit wichtige Tipps weitergegeben. „Jetzt“, so Manz, „ist es an der Zeit, dass sich die Mädels für den Aufwand auch belohnen.“

SG-Kader für DM-Achtelfinale

Tor: Ina Rahner, Lena Strack.
Feld: Luna Baumann, Helena Bertele, Leonie Bürger, Janina Jülg, Nadja Kaufmann, Lucy Klingler, Helena Klöpfer, Paula Korinth, Ariane Pfundstein, Franka Riedl, Lisa Schipper, Lorena Vierling.
Trainer: Arnold Manz, Ralf Kotz, Betreuer: Stephanie Elies, Zoe Bürger, Physio: Michael Krauth


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