Handball: Rebland-SG plant nächsen Coup

Bühl/Baden-Baden (moe) – Im Viertelfinale der A-Jugend-DM treffen die Handballerinnen der Rebland-SG auf BBM Bietigheim. Dass der Favorit schlagbar ist, hat die SG bereits bewiesen.

Gelingt der erneute Coup? Nadja Kaufmann (am Ball) will auch gegen Bietigheim wieder kämpfen. Foto: Marco Schreiber

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Gelingt der erneute Coup? Nadja Kaufmann (am Ball) will auch gegen Bietigheim wieder kämpfen. Foto: Marco Schreiber

Bei den Namen der Viertelfinalisten schlackern Szenekennern die Ohren: HC Leipzig, Buxtehuder SV, Thüringer HC, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, HSG Blomberg und – sozusagen als Krönung – die SG BBM Bietigheim. Das ist, kurz zusammengefasst, die Crème de la Crème des deutschen Frauenhandballs, deren Nachwuchs sich nun anschickt, nach dem Titel des deutschen A-Jugend-Meisters zu greifen. Und mittendrin in diesem illustren Kreis: die Mädels der SG Steinbach/Kappelwindeck.

Als kleiner Verein, wie die SG, dessen erste Frauenmannschaft bekanntlich in der dritten Liga spielt, im direkten Vergleich mit den Branchengrößen zweifelsohne einer ist, hat „man auch in dieser Altersklasse eigentlich keine Chance“, sagt Arnold Manz. Nahezu alle Akteurinnen auf dieser Ebene trainieren in den Nachwuchsleistungszentren und haben teilweise schon Erfahrungen in der ersten Liga gesammelt, erklärt der sportliche Leiter der Rebland-SG. „Umso schöner“ sei es, dass seine Spielerinnen im Konzert mitmischen dürfen. Manz: „Das freut uns sehr, das ist eine nette Momentaufnahme.“

Und zwar eine, die in den durchaus erfolgreichen Spielzeiten der jüngeren Vergangenheit so nur ein einziges Mal vorgekommen ist: 2014 stand die A-Jugend der SG schonmal im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft und musste sich nach zwei beherzten Auftritten gegen den Thüringer HC mit der heutigen Nationaltorhüterin Dinah Eckerle nur knapp geschlagen geben.

Gegner mit Jugend-Nationalspielerinnen gespickt

Auf dem Papier ist auch die Aufgabe am Sonntag (15 Uhr), wenn der Nachwuchs des amtierenden deutschen Meisters aus Bietigheim in der Bühler Großsporthalle gastiert, auf den ersten Blick unlösbar, schließlich ist der Kader der gegnerischen SG gespickt mit Jugend-Nationalspielerinnen wie Matilda Ehlert, Magdalena Probst oder Gianina Bianco, die nicht nur auf Erstliganiveau trainieren, sondern sogar schon Einsatzzeiten in der Eliteklasse vorzuweisen haben.

„Wir haben aber eine Trumpfkarte in der Hinterhand“, betont Manz. Konkret denkt er dabei an den 4. Oktober des vergangenen Jahres. Da gelang der SG nämlich ein echter Coup: In der DM-Vorrunde gewannen die Rebländerinnen in der Bietigheimer Sporthalle am Viadukt sensationell mit 29:24. Als Außenseiter angereist, lieferte die SG „ein richtig gutes Spiel ab“, vor allem die Spielführerinnen Nadja Kaufmann (acht Tore) und Franka Riedl (sieben) trumpften groß auf. „Das hilft uns“, glaubt Manz und meint damit das Wissen, dass die kleine SG die große SG schlagen kann. Auch auswärts.

Insofern gehen die Mittelbadenerinnen „relativ locker“ in die beiden Duelle. Das Rückspiel in Bietigheim steigt am kommenden Donnerstag (14 Uhr). Manz rechnet mit „offenen Spielen“ und fügt selbstbewusst hinzu: „Wir rechnen uns schon etwas aus!“

Spiel wird ins Internet übertragen

Dann bedarf es aber einer Leistungssteigerung im Vergleich zu den beiden Achtelfinalspielen gegen den HTV Hemer, gegen den sich die SG erst mit einer Galavorstellung in der zweiten Hälfte des Rückspiels durchsetzen konnte. „Nicht alle Spielerinnen waren bei 100 Prozent“, blickt Manz zurück: „Von vier Halbzeiten haben wir eigentlich nur eine gute gespielt.“ Am Sonntag soll nun mit starken 60 Minuten eine gute Ausgangsposition für den Showdown am Vatertag rausspringen. Trotz laufender Abiturprüfungen kann die SG mit der vollen Kapelle antreten, wenn Not an der Frau ist, könnte zudem Lynn Seebacher wieder zum Kader dazustoßen.

Ein kleiner Wermutstropfen: Zuschauer sind erneut nicht zugelassen, die Partie wird aber erneut per Stream im Netz übertragen. Und auch da hat die SG aufgerüstet: Als Co-Kommentator neben Daniel Lorenz ist Ex-Coach Kevin Bauer am Mikrofon.


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