Handball: TVS wieder in der Erfolgsspur

Baden-Baden (moe) – Nach zuletzt zwei Niederlagen durften die Oberliga-Handballer des TVS Baden-Baden am Samstag endlich wieder jubeln: Die Catak-Truppe feierte einen 34:24-Sieg gegen Konstanz II.

Macht sein bisher wohl bestes Spiel im Trikot des TVS: Maximilian Vollmer (Mitte). Foto: Frank Seiter

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Macht sein bisher wohl bestes Spiel im Trikot des TVS: Maximilian Vollmer (Mitte). Foto: Frank Seiter

Das Foyer der Sandweierer Rheintalhalle mutierte am Samstagabend zu einem exklusiven Parkhaus. Mit einem einzigen Stellplatz. Direkt hinter der Eingangstür funkelte ein Porsche 911 GT3 RS im Neonlicht. Rechts und links mit dem Logo des TVS Baden-Baden beklebt. Es war das carbongewordene Zeichen der neuen Sponsoring-Partnerschaft mit der hiesigen Niederlassung des Zuffenhausener Sportwagenherstellers. Der Hochglanz-Bolide lieferte zudem reichlich Treibstoff für sportliche Analogien.

Denn nach zwei Niederlagen in Folge schafften es die Sandweierer bei der Rückkehr in die geliebte und lichttechnisch getunte Rheintalhalle, ihre Pferdestärken endlich mal 60 Minuten lang auf die Platte zu bringen: Gegen den bisherigen Rangzweiten HSG Konstanz II gewannen die Grün-Weißen mit 34:24. Mit etwas mehr Hang zum Bleifuß hätte es die rund 350 Zuschauer nicht gewundert, wenn die Hausherren die Seehasen in Form von noch mehr Toren gleich ein zweites Mal überrundet hätten.

Catak: „Heute bin ich rundum glücklich“

„Das war vielleicht eine kleine Initialzündung“, blieb auch Sandro Catak im übertragenen Sinn im Bild, für das er und sein TVS am Samstagmittag im Hof des neuen Sponsors auch noch real posiert hatten: „Viel Tempo, viel Selbstvertrauen, wenig Fehler“, fügte der Sandweierer Trainer nach dem Sieg hinzu, der für alle Verantwortlichen auch einer Erleichterung gleichkam. „Ich habe es die ganz Zeit gesagt: Wir brauchen einfach diesen einen Sieg“, wiederholte Catak. Nach dem eher blutleeren Auftritt vor Wochenfrist in Teningen sei dies „die Reaktion, die wir sehen wollten. Heute bin ich rundum glücklich“.

Die Gastgeber legten quasi einen Kickstart hin, führten schnell mit 3:1 (4.) und wirkten vom Start weg extrem konzentriert. Catak hatte Neuzugang Jascha Lehnkering in die Pole Position der Abwehrformation beordert, was sich als gewinnbringender Schachzug erweisen sollte. Im Verbund mit Sebastian Wichmann und Franz Henke parkten die Defensivspezialisten die hoch veranlagte Zweitvertretung der HSG immer wieder zu.

Im Nachhinein als glücklich erwies sich auch eine Zwei-Minuten-Strafe für Jonas Schuster. Ohnehin angeschlagen blieb der wurfgewaltige Linkshänder in der Folge auf der Bank. Für ihn rückte Han Völker nach, der nicht nur in der Abwehr herzhaft zupackte, sondern auch am anderen Ende des Felds mit sehenswerten Anspielen sehr zu gefallen wusste. Und weil sich auch Matthias Meßmer im Kasten als zuverlässiger Boxen-Mitarbeiter hervortat, blieb der TVS stets in Führung, beim Stand von 10:5 (17.), 14:8 (28.) und 16:11 zur Pause sogar ziemlich komfortabel.

Auch direkt nach der Pause blieben die Hausherren voll auf dem Gaspedal: Ein Dreierpack von Flügelflitzer Max Mitzel sorgte beim Stand von 20:13 (35.) für ziemlich entspannte Mienen. Lediglich technische Schwierigkeiten mit der Hallenuhr sorgten am Zeitnehmertisch für Hektik und fortan dafür, dass quasi von Hand gestoppt wurde und Hallensprecher Daniel Merkel nicht nur mit einer gewissen Euphorie in der Stimme weitere Tore des wiedererstarkten Christian Fritz, des blendend aufgelegten Markus Koch und des eingewechselten Roadrunners Johannes Henke ansagte, sondern von Zeit zu Zeit die Restspieldauer.

Vollmer dreht auf

Auch die taktischen Varianten des Gästetrainers Benjamin Schweda, der versuchte, die Spieler auf den Sandweierer Halbpositionen früh aus der Partie zu nehmen, waren letztlich eine Leerfahrt. Das wiederum lag freilich an Maximilian Vollmer, sozusagen der Ross Brawn auf der Spielmacherposition des TVS. Der Mittelmann setzte seine Mitspieler gekonnt in Szene und suchte verstärkt auch selbst den Weg in die Spitze. „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht“, lobte Catak. Wahrscheinlich sogar das beste im grün-weißen Dress, ist man geneigt hinzuzufügen. Beim 30:19 (53.) war die HSG jedenfalls endgültig abgehängt.

„Das war ein guter Tag“, sagte Kapitän Franz Henke mit einem Grinsen im Gesicht. Die Sandweierer müssen ihre PS – der 911er des Sponsors verfügt im Übrigen über 520 – nun spielplanbedingt in der Garage verstauen. In zwei Wochen in Schmiden heißt es dann wieder: Gentlemen, start your Engines!

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
25. Oktober 2021, 13:30 Uhr
Lesedauer:
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