Handballerin Pfundstein darf mit zur EM

Baden-Baden (moe) – Ariane Pfundstein, Handballerin der SG Steinbach/Kappelwindeck, fährt mit zur U-17-EM nach Montenegro. Erfahren hat die Kreisläuferin davon eher beiläufig.

Abflug nach Montenegro: Ariane Pfundstein fliegt ab Donnerstag bei der EM durch die Halle. Foto: Marco Schreiber/Archiv

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Abflug nach Montenegro: Ariane Pfundstein fliegt ab Donnerstag bei der EM durch die Halle. Foto: Marco Schreiber/Archiv

Ariane Pfundstein hat von ihrem Glück am Montag nebenbei erfahren. Auf dem Weg zum Wäsche abholen. „Das war ziemlich unspektakulär“, berichtet die 17-Jährige. Wobei der freudigen Nachricht durchaus auch eine gewisse Tragik anhaftet: Ausgerechnet die Teamkollegin, deren Platz im 16er-Kader für die U-17-Europameisterschaft die Handballerin der SG Steinbach/Kappelwindeck (SGSK) ergattert hat, fungierte als Botschafterin: „Herzlichen Glückwunsch!“ „Das tat mir im ersten Moment total leid“, beteuert Pfundstein, „aber für mich war es natürlich das Beste, was mir passieren konnte!“

Dass es die Kreisläuferin aus Elgersweier tatsächlich in den erlauchten Kreis der besten deutschen Talente für die Titelkämpfe in Montenegro, die am Donnerstag beginnen, schafft und endlich ihr erstes Länderspiel machen wird, war keineswegs ausgemacht. Lässt man die vergangenen Wochen Revue passieren, ist es sogar eine Überraschung, denn eigentlich schien der EM-Flieger für Pfundstein schon abgeflogen. Im Frühsommer musste die Kreisläuferin einen Nationalmannschafts-Lehrgang aufgrund einer Knieblessur absagen, zu einem Länderspiel-Triple gegen den Nachwuchs Frankreichs wurde die Rechtshänderin dann nicht berücksichtigt – obwohl das Knie wieder ordnungsgemäß seinen Dienst tat. Nun flatterte der Gymnasiastin dennoch eine Einladung zum abschließenden Vorbereitungslehrgang in der Sportschule Kaiserau ins Haus, für den 18 Spielerinnen anreisen durften. 16 können aber nur mit nach Montenegro.

Wie das fünfte Rad am Wagen

„Ich bin mit einem guten Gefühl angereist. Und mit der Einstellung, es nicht in den Kader schaffen zu müssen, sondern mein Bestes zu geben“, berichtet Pfundstein. Das hat Bundestrainer Gino Smits, der die Kreisläuferin im Frühjahr im BT-Gespräch als „rohen Diamanten“ bezeichnet hat, überzeugt: Am Mittwoch geht der Flieger Richtung Balkan.

Im Kreis der Nationalspielerinnen hat sich Pfundstein nach ihrer Ankunft vor einer Woche im finalen Trainingslager zunächst wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt. „Gefühlt waren die Mädels schon ein Team“, sagt die 17-Jährige, aber das sei von Tag zu Tag, von Einheit zu Einheit besser geworden. Und nun ist sie selbst im Team.

Auftakt gegen Tschechien

Für den DHB geht es in Podgorica zum Auftakt in Gruppe D am Donnerstag gegen Tschechien. Die weiteren Vorrundengegner sind Frankreich und Rumänien. Mit konkreten Titelforderungen hat Smits seine Spielerinnen nicht belastet, vielmehr „wollen wir antreten, um jedes Spiel zu gewinnen“. Bei genauer Betrachtung würde eine erfolgreiche Umsetzung der Vorgabe zum Turniersieg reichen. So einen EM-Titel fände Pfundstein natürlich „extrem cool“, persönlich will sie sich aber eher darauf konzentrieren, wieder ihr Bestes zu geben. „Mir würde es schon reichen, wenn mir der Bundestrainer ein gutes Spiel bescheinigt. Oder ich dazu beitragen kann, dass wir gewinnen“, sagt die 17-Jährige.

Mit diesem Spritzer Bescheidenheit ist Ariane Pfundstein schon ziemlich weit gekommen. Bis in den Flieger nach Montenegro.

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
2. August 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 23sec

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