Handwerkskammer: Bantleon wird Hauptgeschäftsführer

Baden-Baden (vo) – Die Vollversammlung der Handwerkskammer Karslruhe hat in Baden-Baden getagt. Walter Bantleon folgt Ende 2021 Gerd Lutz als Hauptgeschäftsführer.

In die Jahre gekommen: Für ihre Bildungsakademie plant die Handwerkskammer einen Neubau – aber noch fehlt ein geeigneter Standort. Foto: Handwerkskammer

In die Jahre gekommen: Für ihre Bildungsakademie plant die Handwerkskammer einen Neubau – aber noch fehlt ein geeigneter Standort. Foto: Handwerkskammer

Es war schon die 87. Vollversammlung seit Bestehen der Handwerkskammer Karlsruhe. Aber noch keine stand unter solchen besonderen Vorzeichen wie die im Kongresshaus in Baden-Baden. Die Corona-Pandemie und in deren Folge die anhaltende wirtschaftliche Krise treffen auch das Handwerk ins Mark. „Wir sind noch lange nicht über den Berg“, sagte Kammerpräsident Joachim Wohlfeil mit Blick auf den Winter.
Das Handwerk ist insgesamt gesehen bislang glimpflich durch die Corona-Krise gekommen. Dank einer sehr guten Auftragslage zu Jahresbeginn hatten die Betriebe während des ersten Lockdowns im Frühjahr noch gut zu tun. Inzwischen seien die Polster selbst im Ausbau- und Bauhauptgewerbe aber dünner geworden, sagte Wohlfeil. Aktuelle Zahlen, die Hauptgeschäftsführer Gerd Lutz in der Vollversammlung präsentierte, verdeutlichen in vielen Gewerken eine verschlechterte Stimmungslage. Noch seien in Bezug auf die Eintragungen und Löschungen in der Handwerksrolle keine signifikanten Auswirkungen der Pandemie für den Kammerbezirk ablesbar. Dies gelte auch für die Lehrlingsrolle, die zwar bei den Beginnern gegenüber dem Vorjahr derzeit ein Minus von 2,6 Prozent aufweise. Dies sei jedoch, so Lutz, angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ganz so heftig, wie zwischenzeitlich befürchtet.

Die Kammer mit ihren knapp 19.700 organisierten Betrieben – das ist ein Höchstwert in den vergangenen zehn Jahren – habe arbeitsintensive Monate hinter sich, wie Wohlfeil betonte. Allein etwa 11.000 Anträge zur Liquiditätshilfe wurden im Frühjahr für die Betriebe bearbeitet. „Teilweise waren wir quasi rund um die Uhr im Einsatz. Und das bei einem gleichzeitig stark gewachsenen und akuten Beratungsbedarf der Betriebe“, sagte Wohlfeil. Und auch jetzt in der zweiten Corona-Welle setze sich die Kammer dafür ein, dass den Betrieben weiter geholfen werde, etwa durch die Verlängerung der Überbrückungshilfen bis Dezember.

Forderungen an die Politik

Gleichzeitig müsse man die Zukunft weiter im Blick behalten, sagte Wohlfeil. Nach wie vor sei die Fachkräftegewinnung das zentrale Thema. Mit Blick auf die Landtags- und Bundestagswahl im kommenden Jahr forderte der Präsident von der Politik, den Mittelstand zu fördern, die Betriebe und Mitarbeiter zu entlasten sowie auf Haushaltssperren oder Maßnahmen zu verzichten, die den Elan der Wirtschaft bremsen würden.

Nachdem die Kammer im vergangenen Jahr mit einem Gesamtvolumen von knapp 21 Millionen Euro etwas über dem angesetzten Etat lag, sieht der Wirtschaftsplan für 2021 Einnahmen aus der Geschäftstätigkeit in Höhe von 22,2 Millionen Euro und Ausgaben etwa in gleicher Höhe vor.

Gerd Lutz geht in Ruhestand

Auf personeller Seite steht die Kammer im kommenden Jahr vor einer Zäsur: Hauptgeschäftsführer Gerd Lutz, der seit 1993 die Geschicke lenkt, geht Anfang 2022 in den Ruhestand. Gestern wählte die Vollversammlung Walter Bantleon einstimmig zum neuen Hauptgeschäftsführer. Der 44-jährige Volljurist konnte in einem mehrstufigen Auswahlprozess überzeugen. Er arbeitet seit 15 Jahren bei der Handwerkskammer Karlsruhe und ist bislang Leiter des Bereichs Recht und Handwerksrolle. Seine erste Aufgabe bei der Handwerkskammer war der Aufbau der Starter Center, ein mehrfach ausgezeichnetes Best-Practice-Beispiel für Entbürokratisierung. Nach einer Übergangsphase wird der zweifache Familienvater sein Amt am 1. Februar 2022 antreten.

Bantleon hat für die nächsten Jahre als wichtige Aufgaben und Ziele der Handwerkskammer die Unterstützung der Betriebe bei der Bewältigung der Corona-Krise und die Fachkräftesicherung ausgemacht. Daneben gelte es, die Digitalisierung und Betriebsnachfolge im Handwerk zu forcieren. „Schließlich ist der Neubau der Bildungsakademie für uns ein Vorhaben mit hoher Priorität“, so der künftige Hauptgeschäftsführer. Hier ist der aktuelle Stand der, dass die Kammer Rücklagen gebildet hat, es aber nach wie vor noch keinen Standort für die Bildungseinrichtung gibt.

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Erstellt:
18. November 2020, 07:30 Uhr
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