Hans-Thoma-Preis für Malerin und Filmerin Ulrike Ottinger

Bernau (cl) – Von der Pop-Art zum Avantgardefilm: Die international gefragte Künstlerin Ulrike Ottinger erhält den Hans-Thoma-Preis fürs Lebenswerk. Am Sonntag wird die Konstanzerin in Bernau geehrt.

Mit Pop-Art-Malerei hat Ulrike Ottinger begonnen, ihre experimentellen Film-Dokumentationen und Spielfilme brachten sie nach Hollywood in die Oscar-Academy.  Foto: Selders/Ulrike Ottinger

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Mit Pop-Art-Malerei hat Ulrike Ottinger begonnen, ihre experimentellen Film-Dokumentationen und Spielfilme brachten sie nach Hollywood in die Oscar-Academy. Foto: Selders/Ulrike Ottinger

Die international renommierte Künstlerin und Film-Avantgardistin Ulrike Ottinger ist mit Preisen reich gesegnet, seit 2019 gehört sie auch der Oscar-Academy in Hollywood an. Jetzt erhält die gebürtige Konstanzerin, Jahrgang 1942, den Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg für ihr Lebenswerk – in dem sich verschiedene Kunstgenres, von der Pop-Art-Malerei bis zur Fotografie, und obendrein die Filmkunst vereinen.

Die feierliche Preisverleihung ist am Sonntagvormittag traditionell mit Trachten und Blasmusikklängen an Hans Thomas Heimatort Bernau im Südschwarzwald.

„Ulrike Ottinger ist eine der aktuell einflussreichsten Künstlerinnen aus Baden-Württemberg, ihr künstlerisches Schaffen ist außergewöhnlich reich und faszinierend vielfältig“, heißt es in der Würdigung der Kunststaatssekretärin Petra Olschowski. Ottinger habe in verschiedenen Kunstgenres Werke von internationaler Gültigkeit geschaffen: in der Filmkunst, der Fotografie, in Malerei und Skulptur und im Bereich der Inszenierung, ihr Stil sei eigenständig und bildstark.

Begehbare Installation Ottingers im Bernauer Thoma-Museum

Das dokumentarische Material Ottingers, filmisch wie fotografisch, stammt von ihren Reisen vornehmlich in die Mongolei und nach Mexiko. Sie stellt in ihren autobiografisch angelegten Präsentationen die unterschiedlichen Kulturen einander gegenüber und vergleicht sie mit der europäischen. Ihre Preisträgerin-Ausstellung im Bernauer Hans-Thoma-Museum, die morgen eröffnet wird, hat Ottinger in Form einer begehbaren Installation eingerichtet. Unter dem Titel „Mongolia – Mexico – Europa“ werden Malereien, Skulpturen, Fotografien, Filme und dokumentarisches Material aus unterschiedlichen Schaffensperioden unterm Dach des modernisierten Fachwerkhauses vereint – entstehen neue Denkräume. Die Ambivalenzen der Menschen, der Politik und der Verhältnisse will Ottinger darstellen. Die Ausstellung zum alle zwei Jahre vergebenen Hans-Thoma-Preis wird von der Kunsthalle Baden-Baden federführend kuratiert. Im Frühjahr 2022 folgt im Baden-Badener Ausstellungshaus des Landes Baden-Württemberg noch eine Extra-Schau, ein Parcours durch das vielschichtige Werk Ottingers.

Anfang der 1960er Jahre entstanden ihre großformatigen Arbeiten im Stil der Pop-Art, in Paris entwickelte sie sich zu einer der bedeutendsten Repräsentantinnen der bis heute begehrten Kunstrichtung in Europa. Ab Ende der 1960er Jahre etablierte sie sich mit ihren experimentellen Film-Dokumentationen und Spielfilmen.

Ottingers Werke sind Teil der wichtigsten internationalen Filmfestivals und wurden vielfach in Retrospektiven gewürdigt, vom New Yorker MoMA bis zur Kunst-Biennale in Venedig. 2020 erhielt Ottinger die Berlinale-Kamera für „Paris Calligrammes“, in ihrem Film sucht sie die Pariser Orte ihrer Anfänge auf, die Künstler- und Emigrantenszene der 1960er Jahre. Auch als Regisseurin und Bühnenbildnerin für Theater und Oper hat Ottinger gearbeitet. Sie lebt in Berlin.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
14. August 2021, 15:00 Uhr
Lesedauer:
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