„Happy End“ auf Umwegen für „Mission Zeron“

Forbach (BNN) – Wochenlang hat der Forbacher „Namenspapst“ Manfred Gotta vergeblich auf eine Antwort von Elon Musk gewartet. Letztlich meldete sich ein anderer Unternehmer bei ihm.

Große Ambitionen: Mit „Mission Zeron“ wollten (von rechts) Manfred und Julian Gotta sowie Nicolai Brunn und Tim Eckhorst beim US-Unternehmer Elon Musik Gehör finden. Foto: Olaf Malzahn

© Olaf Malzahn

Große Ambitionen: Mit „Mission Zeron“ wollten (von rechts) Manfred und Julian Gotta sowie Nicolai Brunn und Tim Eckhorst beim US-Unternehmer Elon Musik Gehör finden. Foto: Olaf Malzahn

Für den „Namenspapst“ Manfred Gotta endet das Jahr 2021 mit einem „Happy End“. Es zählt aber nicht zu der Sorte, bei der der Ausgang der Geschichte schon früh vorhersehbar ist. Das Projekt „Mission Zeron“, wie eines der bisher größten Vorhaben des Namenserfinders aus Forbach-Hundsbach heißt, drohte nämlich zwischenzeitlich zu scheitern. Und am Ende – so viel soll gesagt sein – brachte ein Unternehmer aus Deutschland die positive Wendung.

Rückblende: Im Frühjahr 2021 tüftelt Manfred Gotta einen Begriff aus, der „sustainable energy“ (Englisch: Nachhaltige Energie) ersetzen soll. Für die Wortschöpfung will er niemand geringeren als den Tesla-Boss Elon Musk gewinnen. „Den neuen Begriff hätte dann nur Musk verwenden dürfen“, erklärt er.

Gleichzeitig soll das sogenannte „Project 42“, wie „Mission Zeron“ auch genannt wird, seiner Firma Gotta Brands einen Großauftrag bescheren. Musk ist selbst für Gotta, der unter anderem Markennamen wie Twingo, Panamera oder Actros erfunden hat, eine echte Hausnummer. „Wir wussten, dass es nicht einfach wird“, sagt Gotta. „Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Kampagne in den Sozialen Medien

Um Musk schon früh auf „Project 42“ aufmerksam zu machen, startet das Gotta-Team im August eine große Medienkampagne in den Sozialen Medien und dokumentiert etwa auf Instagram den Verlauf des Vorhabens. Der große Traum: ein persönliches Treffen mit Elon Musk. Deshalb machen sich Manfred Gottas Sohn Julian, der zugleich Projekt-Manager ist, und der Fotograf Nicolai Brunn im August auf den Weg über den großen Teich. Manfred Gotta bleibt in Hundsbach. „Ich hatte wenig Lust zum Reisen“, sagt er.

In den USA kommen die beiden in einem Hotel in Reno (Nevada) unter – etwa 30 Kilometer entfernt von der Gigafactory One von Tesla. Dort will das Duo am 15. September die Projektidee persönlich an Elon Musk überreichen. Doch der hat andere Pläne: Der Gründer des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX ist an diesem Tag am Weltraumbahnhof in Cape Canaveral (Florida).

Vier Weltraumtouristen brechen in einem seiner Raumschiffe auf einen dreitägigen Flug auf. „Wir laufen Elon Musk nicht nach“, betont Manfred Gotta. Sein Sohn und Nicolai Brunn fahren am 15. September trotzdem mit einem Mietauto zur Gigafactory. Eine Projektbox haben sie im Voraus dorthin geschickt, damit die Sicherheitstests vor ihrer Ankunft abgeschlossen sind. „Ein Tesla-Mitarbeiter hat mir dann zugesichert, die Box in Musks Büro zu bringen und ihn darüber zu informieren“, erzählt Julian Gotta.

Projektbox enthält die Kontaktdaten

Die Projektbox enthält unter anderem Manfred Gottas Kontaktdaten. Um an die Wortschöpfung zu kommen, muss Musk den Forbacher persönlich kontaktieren. „Ich bin ja nicht blöd“, sagt Manfred Gotta und lacht. Doch der US-Unternehmer meldet sich bis heute nicht. Weil „Project 42“ Gotta fast 80.000 Euro gekostet hat, plant er schließlich, es einem chinesischen Elektroauto-Hersteller zu unterbreiten. Das setzt er aber nicht in die Tat um.

Denn hier kommt der junge Unternehmer aus Bayern ins Spiel. Manfred Gotta hat ihn vor Jahren beim Innovationswettbewerb Top 100 – für innovative mittelständische Firmen – kennengelernt. „Wir haben uns gleich gut verstanden“, erzählt Gotta. Zum Unternehmer sagt er nur so viel: „Er ist im Bereich Batterien und nachhaltige Energien tätig.“ In der zweiten Jahreshälfte sei der Unternehmer über die Sozialen Medien auf das „Project 42“ aufmerksam geworden. „Er hat die Kampagne gespannt verfolgt.“ Ende November teilt er den Gottas mit, an einer Zusammenarbeit interessiert zu sein.

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, sagt Manfred Gotta. 2022 will er mit dem bayerischen Unternehmer eine Aktiengesellschaft (AG) gründen. „Unser Konzept wird um weitere Ideen des Geschäftspartners ergänzt und dann umgesetzt.“ Auch wenn der große Traum, mit Elon Musk zusammenzuarbeiten, geplatzt ist, sagt Julian Gotta: „Der große Aufwand hat sich gelohnt.“

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Ihr Autor

BNN-Redakteur Adrian Mahler

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Erstellt:
29. Dezember 2021, 15:23 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 06sec

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