Hatz-Areal: Denkmalschutz legt sich beim Tor zur Innenstadt quer

Rastatt (ema) – Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen, während die Bauarbeiter weiter an der Vollendung des Hatz-Areals werkeln.

58 Wohnungen entstehen auf dem Hatz-Areal. Bis auf eine sind alle Einheiten verkauft. Foto: Egbert Mauderer

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58 Wohnungen entstehen auf dem Hatz-Areal. Bis auf eine sind alle Einheiten verkauft. Foto: Egbert Mauderer

Mittlerweile steht auch fest, dass das Klinikum Mittelbaden das geplante Pflegeheim übernehmen wird. Nur hinter einem städtebaulichen Clou des Projekts im Herzen der Stadt steht noch ein Fragezeichen.

Nach dem symbolischen Spatenstich im Mai 2019 biegt die Bebauung des früheren Brauereigeländes auf die Zielgerade ein. Investor Klaus-Peter Wesel vom Unternehmen WLH spricht nach wie vor von einem „sehr schönen Projekt“, auch wenn manche Hürde die Projektentwickler überrascht hat. Dass der DRK-Kreisverband Baden-Baden als Betreiber des Pflegeheims einen Rückzieher machte, habe wegen Umplanungen zu einem Zeitverlust von rund neun Monaten und erheblichen Mehrkosten geführt, bedauert Wesel. Mittlerweile ist man mit dem Klinikum Mittelbaden als künftigen Mieter einig geworden bei der Nutzung des Pflegeheims mit seinen 71 Plätzen.

Pflegeheim öffnet Anfang 2022

Klinikum-Geschäftsführer Daniel Herke rechnet damit, dass man im ersten Quartal kommenden Jahres das Haus eröffne. Vorgesehen ist, vor allem Bewohner des Martha-Jäger-Hauses umzusiedeln, nachdem das Klinikum seine Pläne aufgegeben hatte, die frühere städtische Einrichtung umfassend zu sanieren.

Nachdem man einen Aufnahmestopp im Martha-Jäger-Haus (161 Plätze) verhängt hatte, wohnen dort derzeit nur noch 83 Senioren. Dementsprechend ist die Zahl der Mitarbeiter von rund 150 auf 90 gesunken. Herke versichert, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Beschäftigte, die nicht im neuen Pflegeheim unterkommen – der Name der Einrichtung steht noch nicht fest –, würden in anderen Einrichtungen des Unternehmens unterkommen. Gerade bei dem Kuppenheimer Projekt „Junge Pflege“ bestehe Bedarf. Parallel zum Pflegeheim wird das Klinikum auf dem Hatz-Areal eine von drei Gewerbeeinheiten nutzen für eine Tagespflege mit 15 Plätzen.

Wer in die anderen beiden Räumlichkeiten einziehen wird, ist laut WLH noch offen. Dafür sind mittlerweile alle 58 Wohnungen in dem Quartier bis auf eine verkauft; die letzten Einheiten sollen Ende des Jahres übergeben werden.

Kopfzerbrechen bereitet WLH-Chef Wesel die Planungen für die städtebauliche Anbindung des Quartiers an die Herrenstraße in Höhe Rappenstraße. Unsicher ist aus Sicht des Investors, ob die Auflagen des Denkmalschutzes erfüllt werden können. Man habe allein für Gutachten schon 40.000 Euro ausgegeben, sagt Wesel. Das Ensemble Herrenstraße 8/10 soll erhalten bleiben; ursprünglich wollte man in der oberen Etage Wohnungen einrichten. Doch allein das Dach sei „völlig im Eimer“, sagt Wesel. Jetzt stellt sich die Frage, ob man die Gebäude für einen Neubau abreißen darf oder mit einer Spezialfirma aufwendig saniert. An dem „Tor zur Innenstadt“ am Gestadebruch wolle man auf jeden Fall festhalten.


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