Haueneberstein: Vor 775 Jahren erste urkundliche Erwähnung

Baden-Baden (kim) – Das BT startet in seiner Printausgabe eine neue Serie zum Jubiläum von Haueneberstein. Der Ortsteil wurde 1245 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Eine Kopie der ersten urkundlichen Erwähnung ist im Heimatmuseum zu finden. Foto: Kimmig/Archiv

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Eine Kopie der ersten urkundlichen Erwähnung ist im Heimatmuseum zu finden. Foto: Kimmig/Archiv

Fast unbemerkt von vielen Hauenebersteinern ist die Tatsache, dass die Eberbachgemeinde vor 775 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde. In einer Serie blickt das BT auf die Hunderte Jahre alte Geschichte des Dorfes zurück.

Bei der Lektüre des Heimatbuches fällt die Jahreszahl 1245 ins Auge. In diesem Buch, das zum Jubiläum (750 Jahre) vom Heimat- und Kulturverein herausgegeben wurde, ist belegt, dass die erste urkundliche und historisch eindeutig nachgewiesene Eintragung von „Eberstein“ in diesem Jahr stattfand.

In der Urkunde vom März 1245 ist unter anderem erwähnt, dass die beiden Brüder Hermann und Rudolph, beides Markgrafen von Baden, umfangreiche Güter und Besitztümer ihrer Mutter Irmingard übereigneten. Darunter befand sich auch ein Hof im Dorf Eberstein.

Die Erträge aus den Besitztümern dienten der Markgrafenmutter, den Bau eines Klosters in der Nähe von Baden zu vollenden. Der Schenkung der beiden jungen Markgrafen verdankt somit nicht nur das Zisterzienserinnen Kloster Lichtenthal seine Existenz, sondern auch Haueneberstein seine erste urkundlich festgehaltene Erwähnung.

Der Ursprung der Gemeinde ist wahrscheinlich viel älter und geht auf eine römische Siedlung zurück. Davon zeugen Fundstellen im Hauenebersteiner Wald, keine zwei Kilometer von der Ortsmitte entfernt. Fachleute stießen schon vor über 100 Jahren bei Ausgrabungen auf die Ruine eines römischen Gehöftes, ganz im Stil einer Villa Rustica (Landhaus im Römischen Reich). Auch Gegenstände des täglichen Bedarfs wie Ziegeln, Kohlenreste, eine Speerspitze und Keramikteile wurden damals gefunden.

Ursprünglicher Name: „Eberstein“

In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, an der Stelle, wo das Gotteshaus (Bericht hierüber folgt in einer der nächsten Serien-Teile) heute noch steht, entstand eine Kirche mit einem Hofgut. Dort, wo das Eberbachtal in die Vorbergzone übergeht, fanden die Menschen ideale Siedlungsbedingungen. Bis ins 17. Jahrhundert hinein hat sich das Dorf überwiegend im Tal innerhalb des Ortssetters entwickelt. Unter Ortssetter versteht man die geschlossene Siedlung eines Ortes mit Hausgärten, Höfen, öffentlichen Wegen und Flächen. Zum Dorf gehörte auch der Weiler Nothausen, dessen Existenz vom 14. bis ins 18. Jahrhundert nachgewiesen ist.

Ursprünglich hieß die Gemeinde nur „Eberstein“. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts setzte man den Ausdruck „Hafen“, auch „Haven“, vor diesen Namen. Dadurch wollte man eine Verwechslung mit dem bestehenden Ebersteinburg vermeiden. In der alten lateinischen Schreibweise wurde das „u“ wie „v“ geschrieben und so begann man im 18. Jahrhundert von Haueneberstein zu sprechen. Der Ortsname deutet darauf hin, dass die Bewohner einst Hafnerware (mit Blei glasiertes Steingut) hergestellt haben.

(In loser Reihenfolge setzen wir die Serie fort.)

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Erstellt:
1. September 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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