Hauenebersteiner Helmut Reiß verabschiedet

Baden-Baden (up) – Weitsicht und Sachverstand sind Helmut Reiß bei seiner Verabschiedung bescheinigt worden. Nach 21 Jahren verlässt er den Ortschaftsrat Haueneberstein.

Verabschiedung im Ortschaftsrat: Helmut Reiß (links) mit der Hauenebersteiner Wappenkachel, seinem Abschiedsgeschenk, und Ortsvorsteher Hans-Dieter Boos.  Foto: Ulrich Philipp

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Verabschiedung im Ortschaftsrat: Helmut Reiß (links) mit der Hauenebersteiner Wappenkachel, seinem Abschiedsgeschenk, und Ortsvorsteher Hans-Dieter Boos. Foto: Ulrich Philipp

Im Ortschaftsrat von Haueneberstein ist am Montagabend eine Ära zu Ende gegangen. In der 14. öffentlichen Sitzung des Jahres wurde Helmut Reiß verabschiedet, der für die Freien Wähler auf den Tag genau vor 21 Jahren in das Gremium eingezogen war und ihm seither ununterbrochen angehörte.

Reiß hatte Ortsvorsteher Hans-Dieter Boos Anfang November schriftlich mitgeteilt, dass er aus dem Ortschaftsrat ausscheiden wolle. Rechtlich ist dies dann möglich, wenn ein „wichtiger Grund“ vorliegt, zum Beispiel dass man älter als 62 Jahre ist oder mindestens seit zehn Jahren im Ortschaftsrat mitarbeitet. Der Ortschaftsrat entsprach denn auch dem Wunsch seines dienstältesten Mitglieds und stimmte seinem Ausscheiden einstimmig zu.

„Gehöriges Maß an Wehmut“

Seine Pflicht, Reiß aus dem Gremium zu verabschieden, erfülle ihn mit einem „gehörigen Maß an Wehmut“, erklärte Ortsvorsteher Boos. Reiß wurde erstmals und gleich auf Anhieb am 23. Juni 1999 gewählt und trat am 8. Dezember des Jahres sein Amt an. Damals als einziger Vertreter der Freien Wähler, die heute die stärkste Fraktion stellen. Bei allen Wahlen erhielt er viele Stimmen der Bürger, bei den beiden letzten die meisten aller Kandidaten. Seit 2004 war Reiß zweiter und seit 2019 erster Stellvertreter des Ortsvorstehers, und im vergangenen Jahr erhielt er anlässlich seiner 20-jährigen Zugehörigkeit zum Ortschaftsrat die silberne Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.

Boos erinnerte auch daran, dass Reiß an zukunftsweisenden Entscheidungen maßgeblich beteiligt war. Er nannte zum Beispiel den Bau der Stadtbahnhaltestelle, die Haueneberstein an das ÖPNV-Netz anbindet, oder die Erschließung des Gewerbeparks Wörnersangewand, den Neubau der B3 sowie die Neugestaltung der Ortseinfahrten. „Aber auch unpopuläre Entscheidungen mussten getroffen werden wie die Schließung der Hauptschule vor einigen Jahren“, erinnerte Boos. Reiß habe diese stets mit Weitsicht und Sachverstand mitgetragen, versicherte der Ortsvorsteher den Anwesenden. Seine von Menschenverstand geprägten Nachfragen, Wortmeldungen, konstruktiven Beiträge und zielorientierten Kompromissvorschläge werde man vermissen, genau wie seine oft humorvollen Einwürfe, die die Sitzungen immer wieder aufgelockert hätten, betonte Boos unter dem Applaus der Räte.

Entscheidung nicht leichtgefallen

Als Abschiedsgeschenk überreichte er Reiß eine Hauenebersteiner Wappenkachel und ein Weinpräsent. Er danke ihm von Herzen, auch im Namen des Ortschaftsrates und nicht zuletzt der Bevölkerung, so Boos. Für die Fraktion der Freien Wähler bedankte sich Dirk Franzen bei seinem früheren Sitznachbar am Ratstisch. Er habe die Freien Wähler in Haueneberstein nach und nach gestärkt. „Du wirst uns hier sehr fehlen“, stellte Franzen fest. „Meine Entscheidung aufzuhören ist mir nicht leichtgefallen“, erklärte Reiß in seiner Ansprache. Mit 65 Jahren sei er dienst- und lebensältester Vertreter des Gremiums, die 21 Jahre seien spannend, interessant und erfahrungsreich gewesen. Jetzt aber sei es an der Zeit, jemand Jüngerem eine Chance zu geben, sich einzubringen und neue Ideen zu entwickeln. „Ich fühle mich gesund und wohl, mir geht es gut“, räumte er die Sorgen einiger Bürger aus, die sich nach dem Bekanntwerden seines Ausscheidens nach seiner Gesundheit erkundigt hatten. Reiß kündigte an, sich weiter im Vorstand des Kultur- und Heimatvereins zu engagieren und auch bei dem Projekt „Hauenebersteiner Rundweg“.

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Erstellt:
9. Dezember 2020, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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