Hauenebersteiner Rundweg feierlich eingeweiht

Baden-Baden (kim) – Geschichte und Natur erleben: Der Hauenebersteiner Rundweg wurde feierlich eingeweiht. Der Weg hat eine Länge von fast 13 Kilometern. Es gibt auch Abkürzungen.

Vertreter des Heimat- und Kulturvereins, von Ars Bibendi, der Politik, dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und des Forstamtes vor der Hinweistafel zum Hauenebersteiner Rundweg. Foto: Erika Kimmig

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Vertreter des Heimat- und Kulturvereins, von Ars Bibendi, der Politik, dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und des Forstamtes vor der Hinweistafel zum Hauenebersteiner Rundweg. Foto: Erika Kimmig

In einer kleinen Feierstunde wurde der Hauenebersteiner Rundweg offiziell eingeweiht. Mit Fanfarenklängen begrüßte der Fanfarenzug Haueneberstein die Sponsoren, Vertreter aus der Politik, dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, dem Forstamt und die Helferinnen und Helfer am Start des Weges beim Parkplatz bei der Mariengrotte am Ende der Waldstraße.

„Ihr habt Großartiges geleistet“, dankte Helmut Reiß, der zusammen mit Dominik Seyfrid das Projekt leitete, den ehrenamtlichen Helfern aus den Reihen des Heimat- und Kulturvereins und Ars Bibendi.

Die Idee, einen Hauenebersteiner Rundweg anzulegen, stand bei den beiden örtlichen Vereinen schon länger im Raum. Vor 32 Monaten traf man sich erstmals zu einer gemeinsamen Besprechung und rief eine Projektgruppe ins Leben. Hintergrund, diese Idee zu realisieren, ist die Tatsache, dass im Hauenebersteiner Wald am Wolfartsberg Spuren aus über 2.000 Jahren Geschichte, Funde aus der Römerzeit, Siedlungsreste des verschwundenen Ortes Nothausen und mittelalterliche Gedenkkreuze zu finden sind. Auch im Ort gibt es historische Stätten wie das alte Mühlrad, die Barockkirche, ein über 300 Jahre altes Bauernhaus (heute Heimatmuseum), Wegkreuze und Bildstöcke sowie eine herrliche Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen. „Alle diese Dinge würden irgendwann in Vergessenheit geraten, wenn wir sie nicht wachhalten, hegen und pflegen“, so Reiß.

Das Projekt war kein leichtes Unterfangen, war doch jede Menge Manpower gefragt und stellte es auch eine große finanzielle Herausforderung dar. Corona warf die Arbeiten zurück und sorgte für Mehrkosten. Ein Meilenstein war gelegt, als der Naturpark das Projekt als förderungswürdig einstufte.

Wartung des Weges auf der Agenda

Auch stieß das Projekt bei Firmen und der Bevölkerung auf großes Interesse und es fanden sich Unterstützer und Spender. So fanden sich acht Spender, die Sitzbänke finanzierten.

Wissenschaftlich fundierte Texte, die ansprechend und verständlich sind, formulierte Gudrun Berlinger-Schäfer. Dirk Franzen hat das Design entworfen und die Hinweisschilder und Texttafeln angefertigt. Bei 37 Arbeitseinsätzen leisteten ehrenamtliche Helfer fast 900 Arbeitsstunden, informierte Projektleiter Dominik Seyfrid (Ars Bibendi). Bei diesen Einsätzen wurden Wege sowie die historischen Stätten freigelegt. Bei manchen Wegen kam schweres Gerät wie Bagger und Forsthäcksler zum Einsatz. Um den Wanderern die Schönheit des Waldes zu zeigen, wurde aber nur so viel freigelegt, wie nötig war, betonte Seyfrid. Um die Beschilderung anzubringen, musste an einigen Stellen sogar ein Erdbohrer eingesetzt werden. „Hier war es ein großer Vorteil, dass sich in unseren Reihen Handwerker befinden, die sich mit Maschinen und Werkzeugen auskennen“, so Seyfrid, der sich gerne an die schönen und spaßigen Arbeitseinsätze erinnert. „Die Wartung des Weges wird in Zukunft auf unserer jährlichen Agenda stehen“, versprach Seyfrid. Neben dem bereits fertigen Wanderprospekt ist auch eine Kinderbroschüre in Arbeit.

Oberbürgermeisterin Margret Mengen lobte die gute Zusammenarbeit der beiden Vereine und das aktive Leben in der Eberbachgemeinde. Beim Wandern in die Geschichte einzutauchen sei eine großartige Idee, so Mergen.

Es sei beeindruckend, was hier auf die Beine gestellt wurde, lobte Christian Schütt vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord die Hauenebersteiner. Dieser Weg sei eine schöne Ergänzung zu den Wanderwegen in der Region. Großen Dank gab es auch von Forstamtsleiter Thomas Hauck, der die gute Zusammenarbeit mit den Hauenebersteinern lobte.

„Möge dieser Rundweg die Geschichte unseres Dorfes lebendig halten“, wünschte sich Günter Hertweck, Gründungsvorsitzender des Heimat- und Kulturvereins und Autor einiger heimatgeschichtlicher Theaterstücke. Den Segen Gottes für alle, die auf dem Wanderweg unterwegs sind, erbat Pfarrer Michael Zimmer.

Weg hat eine Länge von fast 13 Kilometern

Nach der feierlichen Eröffnung machte sich eine kleine Wandergruppe gleich auf, eine kleine Etappe des Rundweges zu erkunden. Der gesamte Wanderweg führt über 12,7 Kilometern durch den Hauenebersteiner Wald, vorbei an Spuren aus der Römerzeit, Siedlungsresten des verschwundenen Ortes Nothausen, Erdlöchern, Steinbrüchen, mittelalterlichen Gedenkkreuzen, dem sagenumwobenen Blaumutzenkreuz, den Quellen des Eberbachs, durch Hohlgassen und Streuobstwiesen bis zu Sehenswürdigkeiten im Ortskern. Der abwechslungsreiche Weg führt vorbei an herrlichen Aussichtspunkten mit Blick bis in die Rheinebene, die Vogesen und den Pfälzerwald. Die Höhendifferenz von 170 Metern ist gut zu bewältigen. Es ist auch möglich, Abkürzungen zu wählen oder Teiletappen zu erwandern. Der Startpunkt befindet sich am Waldparkplatz Grotte, Waldstraße 104. Wegweiser gibt es auch am S-Bahnhalt. Informationen sind auch unter www.hauenebersteiner-rundweg.de zu finden.

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Erstellt:
8. November 2021, 14:45 Uhr
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