Hauptärgernis: Parken auf Gehwegen

Baden-Baden (hez) – Parkende Autos, Poller und lange Wartezeiten an den Ampeln: Für Fußgänger und Radfahrer gibt es in der Kurstadt viele Hindernisse. Die Verwaltung will nun für Abhilfe sorgen.

Viel Handlungsbedarf: Beim Fußverkehrs-Check rückt auch die Situation zwischen Bernhardus- und Hindenburgplatz (im Bild die Lange Straße) in den Blickpunkt.  Foto: Henning Zorn

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Viel Handlungsbedarf: Beim Fußverkehrs-Check rückt auch die Situation zwischen Bernhardus- und Hindenburgplatz (im Bild die Lange Straße) in den Blickpunkt. Foto: Henning Zorn

Dass man in der Kurstadt nicht unbedingt nur mit dem Auto unterwegs sein muss, wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses deutlich. Vorgestellt wurden dort die Ergebnisse des Fußverkehrs-Checks und die in diesem Jahr geplanten Aktionen im Rahmen des Förderpakets der Initiative Radkultur.

Der von der Landesregierung unterstützte Fußverkehrs-Check, an dem Baden-Baden im vergangenen Jahr teilgenommen hat, zeigte deutlich Defizite und Behinderungen auf Fußgängerwegen in der Kurstadt auf. Zu dieser Erkenntnis kam man nach zwei Begehungen (in Lichtental sowie zwischen Bernhardus- und Hindenburgplatz) und zwei Workshops – jeweils mit Bürgern und Vertretern der Verwaltung. Über die gewonnenen Erkenntnisse berichtete Verkehrsplanerin Annika Jung jetzt dem Bauausschuss. Als positive Erkenntnis, so berichtete sie, habe man den hohen Fußverkehrsanteil in Baden-Baden eingestuft, doch zu den negativen Feststellungen gehörten die langen Wartezeiten an Ampelanlagen und die oft fehlende Barrierefreiheit bei Straßenquerungen. Zur grundsätzlichen Verbesserung der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum werden nun 23 Maßnahmen vorgeschlagen, weitere 18 Anregungen betreffen Querungen, Kinderwege und allgemeine Sensibilisierung.

Neue Aktion: Baden-Baden tritt in die Pedale“

Als ein besonderes Problem hat sich zum Beispiel das oft geduldete Gehwegparken herausgestellt, das für Fußgänger und vor allem für Rollstuhlfahrer nicht selten ein großes Hindernis darstellt. Dies müsse reduziert werden, heißt es im Abschlussbericht, wobei auch Straßenumgestaltungen mit Parkplatzausweisungen – besonders in der Lange Straße und Maximilianstraße – empfohlen werden. Auch solle für die ganze Stadt eine Mindestbreite definiert werden, die auf Gehwegen für Fußgänger zur Verfügung stehen muss. Gegen illegales Gehwegparken, so eine weitere Forderung, müsse durch Kontrollen konsequent vorgegangen werden. Gehwegbreiten werden ebenso durch Poller, Pfosten und Abfallbehälter eingeschränkt, hier sieht man weiteren Handlungsbedarf. Auch fehlende Bordsteinabsenkungen bereiten bei Straßenquerungen den Passanten einige Probleme. Zur Verbesserung der Querungsmöglichkeiten werden unter anderem akustische Signalgeber an Ampelanlagen empfohlen. Ebenso müsse die Anlage weiterer Fußgängerüberwege geprüft werden. Grundsätzlich empfiehl Annika Jung der Stadt die Entwicklung eines Fußverkehrskonzepts. Bürgermeister Alexander Uhlig zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen des Fußverkehrs-Checks. Man müsse nun schauen, was hinsichtlich der vorgeschlagenen Maßnahmen kurzfristig machbar ist.

Informiert wurde im Bauausschuss auch über Möglichkeiten, eine weitere Auto-Alternative zu unterstützen. „Baden-Baden tritt in die Pedale!“ – unter diesem Motto soll an der Oos auch in diesem Jahr der Spaß am Radfahren gefördert werden. Die Stadt hat sich erfolgreich um das große Förderpaket der „Initiative Radkultur“ für die Jahre 2022 und 2023 beworben, nachdem man im vergangenen Jahr bereits mit dem „kleinen Paket“ dabei war.

Die „Initiative Radkultur“ des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg geht bereits in ihr zehntes Jahr. Sie bietet für interessierte Kommunen, die sich darum bewerben können, Aktionen an mit dem Ziel, den Radverkehrs-Anteil im Alltag und auf dem Weg zur Arbeit zu steigern. Dabei will man in erster Linie für Freude am „Drahtesel“ sorgen.

Um dies zu erreichen, soll es am 26. Juni einen großen Radkulturtag in der Kurstadt geben mit zahlreichen Angeboten rund um das Fahrrad. Im Juli startet dann auch in Baden-Baden wieder die Radschnitzeljagd mit neuen Routen und einem Gewinnspiel. Geplant sind auch drei Rad-Check-Termine am 29. Mai, 26. Juni und 11. September, bei denen man sein Zweirad von Experten überprüfen lassen kann. Wer sich selbst um sein Rad kümmern will, für den wird es neben dem Bahnhof noch einen weiteren Service-Punkt geben, um zum Beispiel die Reifen seines Gefährts aufzupumpen.


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