Haus Edelberg „flexibilisiert“ Preise

Elchesheim-Illingen (as) – Nach anhaltender Kritik an „Luxuspreisen“ für betreutes Wohnen im Haus Edelberg Elchesheim-Illingen reagiert der Betreiber mit neuer Preisgestaltung und mehr Transparenz.

„Wir vermieten keine Wohnung, sondern betreutes Wohnen“: Philipp Kölders, Geschäftsführer der Haus Edelberg GmbH, zeigt ein möbliertes Appartement. Foto: Anja Groß

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„Wir vermieten keine Wohnung, sondern betreutes Wohnen“: Philipp Kölders, Geschäftsführer der Haus Edelberg GmbH, zeigt ein möbliertes Appartement. Foto: Anja Groß

Nach der anhaltenden Kritik am hohen Preis für das betreute Wohnen im Haus Edelberg Elchesheim-Illingen (das BT berichtete) hat der Betreiber nun das Angebot „flexibilisiert“, wie es Geschäftsführer Philipp Kölders im BT-Gespräch ausdrückt. Dabei legt er nun erstmals auch Preise offen. Zudem ist am 17. Juli ein Tag der offenen Tür mit Hausführungen geplant.

Während es anfangs einen sogenannten All-inclusive-Preis gegeben habe, könne jetzt auf Vollpension (420 Euro monatlich) verzichtet werden, wenn man sich selber versorgen möchte, umreißt Kölders die Veränderungen. Das neue Basispaket umfasst zwingend die drei Bausteine Betreuung, Beratung und Verwaltung, Gesundheits- und Sicherheitsleistungen sowie Gesellschafts- und Unterhaltungsprogramm. Ein 36,33 Quadratmeter großes Appartement kostet somit laut Kölders nun 1.482 Euro. Auf den Quadratmeter umgerechnet, sind das rund 41 Euro. Für ein wahlweise voll möbliertes Appartement würden weitere 150 Euro pro Monat anfallen.

Wer das Premiumpaket inklusive Krankheitsversorgung beispielsweise nach einer OP und Haushaltsunterstützung bucht, zahlt noch einmal 200 Euro monatlich. Weitere Wahlleistungen wie Reinigung, Müllentsorgung oder Bettenbeziehen sind einzeln buchbar.

Anfangs sei nur ein Gesamtpaket angeboten worden, erklärt der Geschäftsführer. Kosten im 49-Quadratmeter-Appartement: 2.625 Euro. Auf BT-Anfrage hatte der Pressesprecher von Haus Edelberg allerdings im Dezember noch erklärt, dieser Preis beinhalte weder Reinigung noch hauswirtschaftliche Hilfe oder Verpflegung. Das hatte zu einem Sturm der Entrüstung im Ort geführt (das BT berichtete).

Auch Bürgermeister Rolf Spiegelhalder und der Gemeinderat waren immer wieder mit Kritik konfrontiert, dass sich jemand mit einer durchschnittlichen Rente diese Preise nicht leisten könne. Für viele Elchesheim-Illinger sei es damit nicht möglich, wie versprochen den Lebensabend am Ort zu verbringen. Darauf angesprochen, argumentiert der Geschäftsführer mit dem umfassenden Angebot und sagt: „Das macht bei uns betreutes Wohnen aus. Wir vermieten keine Wohnung, sondern betreutes Wohnen.“ Weil betreutes Wohnen kein geschützter Begriff mit einer festen Angebotszuordnung ist, seien die Angebote kaum vergleichbar.

Dennoch nehme man „die Stimmen aus Elchesheim-Illingen sehr ernst“ und habe daher „flexibilisiert“. Auch in einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung habe er kürzlich das Haus und die Preisstruktur vorgestellt. Der Bürgermeister schreibt diesbezüglich auf eine BT-Anfrage per E-Mail von einem „guten und offenen Gespräch“. Man hoffe nun, „dass Preis und Leistung transparent und nachvollziehbar dargestellt werden“. Und ergänzt: „Insgesamt zeichnet sich aber in die Zukunft gerichtet für das Angebot des ,Betreuten Wohnens‘ bei allen Betreibern flächendeckend eine deutliche Preissteigerung ab, welches mir auch durch das zuständige Sozialamt im Landratsamt Rastatt bestätigt wurde.“

Das Standortkonzept in Elchesheim-Illingen mit 75 stationären Pflegeplätzen in Einzelzimmern (20 belegt), 16 Appartements im betreuten Wohnen und der Tagespflege, die am 1. September mit zehn Plätzen öffnen soll, wertet Kölders als „gutes Angebot“ und verweist immer wieder auf das „Sicherheitsnetz“. So gebe es beispielsweise 24 Stunden lang einen Ansprechpartner vor Ort, Hilfe bei technischen Problemen bis hin zur Möglichkeit, aus dem betreuten Wohnen bei Bedarf in die stationäre Pflege zu wechseln. Nachfrage sei da, berichtet Kölders. Im Sommer wollen zwei weitere Mieter einziehen. Vom Tag der offenen Tür erhofft er sich nun einen „Schub“.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Anja Groß

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Erstellt:
30. Mai 2021, 15:01 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 34sec

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