„Hausfestspiel digital“ über Ostern im Festspielhaus

Baden-Baden (cl) – Signal der Hoffnung: Über Ostern gibt es im Festspielhaus das „Hausfestspiel digital“ mit Live-Stream-Konzerten der Berliner Philharmoniker, den Jussen-Brüdern und Diana Damrau.

Das Festspielhaus Baden-Baden streamt über die Osterfeiertage groß angelegte Live-Konzerte mit Kammermusikformationen der Berliner Philharmoniker. Foto: Uli Deck/dpa

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Das Festspielhaus Baden-Baden streamt über die Osterfeiertage groß angelegte Live-Konzerte mit Kammermusikformationen der Berliner Philharmoniker. Foto: Uli Deck/dpa

Die Osterfestspiele der Berliner Philharmoniker im Festspielhaus Baden-Baden sind in diesem Jahr zweigeteilt – digital zu Ostern und mit Publikum Anfang Mai, falls Corona es erlaubt. Für die Osterfeiertage hat das Festspielhaus ein vielseitiges „Hausfestspiel digital“ mit Live-Konzerten aufgelegt, das durch das „Neustart“-Programm der Bundesregierung gefördert wird. Vom 1. bis 5. April werden Auftritte von Klassikstars und Kammermusikformationen der Berliner Philharmoniker von der Festspielhausbühne aus gestreamt.

Das erprobte Format des Streamingfestivals sei zu Ostern „nicht nur ein Signal der Hoffnung“, wie Festspielhaus-Intendant Benedikt Stampa erklärte, sondern auch eine Hommage und ein Kontakthalten. Die Starsopranistin Diana Damrau aus Bayern ist mit einem Liederabend dabei und die niederländischen Pianisten Arthur und Lucas Jussen treten an. Vierhändig auf zwei Flügeln wollen sie mit Mozart, Schubert und Schostakowitsch zum Auftakt des „Hausfestspiels“ am heutigen Donnerstag die Netzgemeinde für Klassik begeistern.

„Für uns war es wichtig in diesem Jahr, in Baden-Baden präsent sein zu können“, erklärte auch die Intendantin der Berliner Philharmoniker, Andrea Zietzschmann. Sie verwies daraufhin, dass die „kleinen Osterfestspiele“ als Streamingfestival eingebunden seien in ein großes Ganzes mit einem speziell auf Baden-Baden zugeschnittenen russischen Programm – sozusagen ein „Dreischritt“ mit digitalem „Hausfestspiel“ zu Ostern, verkürzten Maifestspielen, analog vor Publikum, und dem großen Aufschlag zu Ostern 2022. „Die Menschen sehnen sich nach Kultur, deswegen werden wir auch versuchen, Berge zu versetzen, um diese Festspiele im Mai realisieren zu können“, fügte sie hinzu und erläuterte: „Wir wollen Festspiele in den nächsten Jahren zeigen, die sich programmatisch auf Baden-Baden beziehen, den Sehnsuchtsort Baden-Baden. Er soll in den nächsten Jahren erblühen, mit Baden-Baden, aus Baden-Baden für die Welt“, so Zietzschmann. Was könne es da besser geben als einen Aufschlag mit russischer Musik: Wichtigster Programmpunkt der Philharmoniker ist vom 6. bis 9. Mai die konzertante Tschaikowsky-Oper „Mazeppa“ unter der Leitung des russischen Opernspezialisten Kirill Petrenko, auch namhafte Solisten sind angekündigt. Zusammen mit der Neuinszenierung von Tschaikowskys „Pique Dame“ bei den Osterfestspielen 2022 ergebe das eine Biennale der russischen Oper in Baden-Baden.

Ensemble der Berliner mit Haydns Karfreitagswerk


Auch beim am heutigen Donnerstag startenden Streaming-Festival feiern die Berliner Philharmoniker die russische Kultur, die das Leben in Baden-Baden im 19. Jahrhundert bereicherte – und bis heute in der Kulturstadt nachwirkt –, als Baden-Baden nicht nur zur Sommerhauptstadt Europas, sondern auch durch die Verbindung des badischen Hofs zum Zarenhof zu einer Art Exklave Russlands geworden war. Als „kleiner Ostergruß nach Baden-Baden“, so Zietzschmann, werde die jüngste Aufzeichnung des Modellkonzerts der Philharmoniker vor getestetem Publikum in Berlin am Ostersonntag auf Arte gesendet – mit Tschaikowskys „Fantasie-Ouverture“, „Romeo und Julia“ sowie der zweiten Sinfonie e-Moll von Rachmaninow. Diese Produktion stehe für die Philharmoniker im Zentrum dieser Oster-Edition, sagte Solocellist und Medienvorstand des Orchesters, Olaf Maninger. „Das gesamte Festival wird von uns flankiert“ – auch bei Online-Streams aus dem Festspielhaus in Kammermusikformationen, mit Mitgliedern der Philharmonischen Camerata, die Haydns Karfreitagswerk „Sieben letzte Worte des Erlösers am Kreuz“ spielen, und an Ostermontag mit einem sehr vielfältigen Programm. So seien zumindest einzelne Musiker physisch vor Ort. „Jetzt gibt es zwei kleine Festivals, ist ja auch etwas Schönes“, freut sich Maninger.

Zum Thema: Auftakt „Hausfestspiel“

Am heutigen Gründonnerstag, 1. April, 20.15 Uhr, gibt es einen Klavierabend mit Arthur und Lucas Jussen; die niederländischen Pianisten spielen Werke von Mozart, Schubert und Schostakowitsch. Das Konzert wird live von der Festspielhausbühne gestreamt. Im Anschluss spricht Moderatorin Jasmin Bachmann mit Arthur und Lucas Jussen.

Zur Homepage des Festspielhauses

Ihr Autor

BT-Redakteurin Christiane Lenhardt

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Erstellt:
1. April 2021, 15:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 50sec

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