Hardtmuseum Durmersheim öffnet wieder seine Tore

Durmersheim (ser) – Abwechslungsreiche Einblicke in das Leben auf der Hardt bietet das wieder geöffnete Hardtmuseum in Durmersheim. Jeden ersten Sonntag im Monat werden Gäste begrüßt.

Vorsitzender Josef Tritsch (links) und Stellvertreter Gerhard Weber mit der „Schmerzhaften Mutter Gottes“.  Foto: Heiner Wirbser

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Vorsitzender Josef Tritsch (links) und Stellvertreter Gerhard Weber mit der „Schmerzhaften Mutter Gottes“. Foto: Heiner Wirbser

Nach fast eineinhalbjähriger Pause aufgrund der Corona-Pandemie ist das Hardtmuseum in Durmersheim wieder geöffnet. Und so freut sich der Vorsitzende und Initiator des Museums Josef Tritsch zusammen mit seinem Stellvertreter Gerhard Weber, wieder jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr Gäste und Freunde in der Ritterstraße begrüßen zu können.

Natürlich ist es nach wie vor möglich, auch außerhalb der Öffnungszeiten Sonderführungen zu buchen. Auch Schulklassen aus der gesamten Region, so weiß Tritsch, besuchen gerne das Heimatmuseum, wo es viel zu erfahren und zu sehen gibt. Geplant sind – wie früher – auch wieder Vorträge und Lesungen.

Zu den Themenschwerpunkten des Museums gehören, wie Gerhard Weber informiert, vor allem die Volksfrömmigkeit, die Wallfahrtskirche „Maria Bickesheim“ und das Wohnen und Leben auf der Hardt um 1900. Ausgestellt sind auch Fundstücke der Kelten, Römer und Germanen, alte Landkarten und Ortspläne. Im Dachgeschoss findet man Geräte, die früher in Land- und Forstwirtschaft sowie im Handwerk benutzt wurden. Aber auch die Sozialgeschichte des Dorfes mit Handel und Vereinswesen bis hin zur Auswanderung vieler Bürger nach Amerika gehören zu den Exponaten des Museums.

Marienfigur als Glanzstück

Ein Blickfang ist zweifelsohne die Marienfigur „Schmerzhafte Mutter Gottes“, die vom Stadtmuseum Rastatt wieder in ihre Heimat zurückgekehrt ist. Die 1881 von Adolf Vogt aus Innsbruck geschaffene Figur und die Statue des Heiligen Joseph zierten links und rechts den Altar der Pfarrkirche St. Dionysius. Bei der schrittweisen Renovierung der Kirche im Jahr 1960 wurden beide Statuen entfernt, bei Kirchenbasaren versteigert und kamen in Privatbesitz. Die Marienfigur gelangte dann schließlich 1970 ins Stadtmuseum nach Rastatt. Im Austausch, so berichtete Josef Tritsch, wurde die Marienstatue mit zwei römischen Graburnen mit keltischen Inschriften nach Durmersheim zurückgeholt.

Ein weiteres besonderes Stück, das wieder über viele Umwege nach Durmersheim zurückkam, ist eine Eisentafel mit den Namen aller gefallenen Durmersheimer Bürgern aus dem Ersten Weltkrieg. Diese Tafel, mit dem Gnadenbild des Heiligen Joseph und dem Markgrafen von Baden auf der linken Seite und rechts Kunigunde von Haueneberstein, war zuletzt in Texas, wo man feststellte, dass sie ins badische Durmersheim gehört. Dank des Einsatzes von Bürgermeister Andreas Augustin und der Gemeindeverwaltung, die das Museum immer wieder unterstützen, fand nun die Gedenktafel im Heimatmuseum ihren Platz.

Netze BW spendet 2.703 Euro

Nur durch die finanzielle Unterstützung in Form von Spenden und der Hilfe der Gemeinde, so Tritsch, könne man das Hardtmuseum gestalten und erhalten. Deshalb sei man sehr dankbar, dass dieser Tage die Netze BW 2.703 Euro gespendet hat. Dieses Geld stammt laut Netze-BW-Kommunalberater Thomas Pfeifle aus dem eingesparten Porto, wenn Bürger ihren Stromzählerstand elektronisch übermitteln.

Bürgermeister Augustin bedankte sich im Namen der Gemeinde für die Zuwendung und fügte hinzu, dass man diesen Betrag für die Renovierung der Außenfassade verwenden werde.


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