Heimatverein hofft auf gute Apfelernte

Rastatt (fuv) – Niederbühler wollen alte Traditionen wahren und aktivieren die letzte Mosttrotte im Ort. 2020 kelterten sie 600 Liter.

Axel Hildenbrand (rechts) und das Etikettier-Team im Biergarten des „Schnick-Schnack“. Foto: Frank Vetter

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Axel Hildenbrand (rechts) und das Etikettier-Team im Biergarten des „Schnick-Schnack“. Foto: Frank Vetter

Schon bevor am 10. Oktober vergangenen Jahres der Heimatverein Niederbühl-Förch gegründet wurde, hatten die Initiatoren um Axel Hildenbrand, Annette Rast, Marcus Wirth und Thomas Krell bereits eine Einnahmequelle erschlossen: Apfelsaft. Aus rund 800 Kilogramm ungespritzten und handverlesenen Äpfeln wurde in einer Ottenauer Kelterei Saft gepresst, der 72 Kisten à sechs Falschen ergab. Fast alle fanden schnell Abnehmer.

Nun wurden 16 Restkisten im Biergarten des „Schnick-Schnack“ in Niederbühl etikettiert. Übrigens mit Milch als Klebstoff, wie die Apfelsaftmacher betonen. „Schnick-Schnack“-Wirt Frank Hildenbrand hatte Etiketten gesponsert. Dafür wollte sich der Heimatverein offiziell bedanken, so Axel Hildenbrand.

Das vergangene Jahr war offenbar ein gutes „Apfeljahr“. Der Heimatverein konnte 600 Liter Most keltern bei Lothar Schmidt, der die letzte Niederbühler Trotte besitzt. „Die Trotte war Jahrzehnte lang ein Meetingpoint des Dorfs“, erzählt dessen Tochter Annette Rast. Der Most sollte eigentlich im Rahmen eines Fests verkauft werden; aber der Pandemie fiel auch dieses zum Opfer.

Nun hoffen die Vereinsmitglieder auf einen weiteren guten Jahrgang Apfelsaft. Allerdings scheint die Apfelernte 2021 nicht so üppig auszufallen wie im Vorjahr. Wer in Niederbühl oder Förch Äpfel übrig hat, der könne sie gerne dem Heimatverein überlassen, so Marcus Wirth augenzwinkernd.

Axel Hildenbrand erinnerte im Rahmen der Etikettier-Aktion an die Ziele des Heimatvereins: „In Niederbühl geht viel verloren. Alte Häuser verschwinden und mit ihnen historische Gegenstände, Werkzeuge und Dokumente. Unser Anliegen ist es, solche Dinge zu sammeln, das geschichtliche Erbe zu bewahren und an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.“ Dafür möchten die engagierten Mitglieder ein Heimatmuseum einrichten. Ein geeignetes, leer stehendes Gebäude sei aber leider nicht in Sicht, bedauert er.

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Erstellt:
30. Juli 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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