Heimbonus in Rastatt nutzt zwei Kandidaten nicht

Rastatt (ema) – Die Grünen haben bei der Landtagswahl ihren Platz eins in Rastatt verteidigt. Die AfD hat kräftig verloren. Auch bei der Wahlbeteiligung gab es ein Minus.

In Rastatt ist die Wahlbeteiligung erneut gesunken auf einen Wert von nur noch 49 Prozent. Symbolfoto: Uli Deck/dpa

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In Rastatt ist die Wahlbeteiligung erneut gesunken auf einen Wert von nur noch 49 Prozent. Symbolfoto: Uli Deck/dpa

Konnte man beim Rastatter Ergebnis der Landtagswahl vor fünf Jahren noch von einem Erdbeben sprechen, so haben sich die Kräfteverhältnisse diesmal nur leicht verschoben. Die Grünen haben erneut die Nase vorn. Allerdings musste die AfD in der Barockstadt kräftig Federn lassen und fiel auf Rang drei hinter der CDU zurück.

OB Hans Jürgen Pütsch (CDU) bezeichnete es als bedauerlich, dass seine Partei als Juniorpartner der Koalition die Themen nicht wie gewünscht platzieren konnte. Er hofft trotzdem auf eine Fortsetzung der grün-schwarzen Koalition im „Automobilland“. Als „bedenklich“ stuft Pütsch das AfD-Ergebnis in Rastatt ein – obwohl die Rechtspopulisten gleich sechs Prozentpunkte einbüßten. AfD-Kandidat Volker Kek konnte somit, übrigens ebenso wie Jonas Weber (SPD), den Heimbonus als Rastatter nicht nutzen. Zufriedenheit herrscht trotzdem. AfD-Kreissprecher Roland Oberst hofft allerdings, dass nun die Zerstrittenheit seiner Partei auf Landesebene der Vergangenheit angehört. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Marcel Müller wertet es am frühen Abend als Erfolg, dass sich Jonas Weber „gegen den allgemein schlechten SPD-Trend durchgesetzt“ habe und mutmaßlich in den Landtag einziehe.

Landrat Huber vom Wahlergebnis nicht überrascht

Dieter Gerster, Co-Sprecher des Grünen-Ortsverbands, zeigt sich angesichts des Siegs „vollauf zufrieden“. Besser habe es nicht laufen können. Man begrüße es, dass die AfD landesweit verloren habe, sehr deutlich in Rastatt, einer „Hochburg“ der Rechtspopulisten.

Landrat Toni Huber (CDU) sagte, das Wahlergebnis sei „keine große Überraschung“ gewesen. „Ich hoffe natürlich, dass der Landkreis Rastatt am Ende mit möglichst vielen Abgeordneten im Landtag vertreten sein wird. Die amtierende Koalition in Stuttgart hat in den vergangenen fünf Jahren eine ordentliche Arbeit gemacht, vor allem die Zusammenarbeit mit den Kommunen war gut. Daher würde ich eine Fortsetzung der bestehenden Koalition von Grünen und CDU begrüßen.“

Mit nur 49 Prozent hat die Wahlbeteiligung in Rastatt den schlechten Wert von 2011 (51,4 Prozent) noch mal unterboten. Aus Sicht des Rastatter OB eine „bedauerliche“ Entwicklung. Hier spiele sicherlich „Verdrossenheit“ eine Rolle – aber alles auf Corona zu schieben, werde dem geringen Interesse wohl nicht gerecht. Es sei schade, so Pütsch, wenn Menschen in einer Demokratie leben dürften und trotzdem von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch machen würden.

Ihr Autor

BT-Redakteur Egbert Mauderer

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Erstellt:
15. März 2021, 08:05 Uhr
Lesedauer:
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