Heimtiermarkt boomt in Corona-Zeiten

Karlsruhe (vo) – Die Heimtierbranche verbucht deutschlandweit Milliarden-Umsätze. Nun findet in der Messe Karlsruhe die „Tierisch gut“ statt – allerdings in kleinerem Rahmen als bisher.

Darf es ein neues Halsband sein? Mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr wird für Bedarfsartikel und Zubehör ausgegeben. Foto: Messe Karslruhe

© JUERGEN ROESNER

Darf es ein neues Halsband sein? Mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr wird für Bedarfsartikel und Zubehör ausgegeben. Foto: Messe Karslruhe

Nach einem langen Stillstand aufgrund der Corona-Pandemie geht es in der Messe Karlsruhe jetzt Schlag auf Schlag. Auf den Besuchermagneten Offerta folgt am kommenden Wochenende mit der „Tierisch gut“, dem Treffen der Tierliebhaber, eine weitere Großveranstaltung. Sie findet allerdings in einem kleineren Rahmen als üblich statt.

Nachdem zuletzt im Jahr 2019 rund 40.000 Besucher sowie etwa 10.000 Vierbeiner gezählt worden waren und 2020 die Fachmesse wegen Corona abgesagt werden musste, gibt es nun eine Wiederaufnahme. Damit sich Besucher in den vier Hallen und auf den rund 60.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche mit dem nötigen Abstand bewegen können, wurde der Themenumfang um die Bereiche Katze und Aquaristik reduziert.

Der Schwerpunkt an den beiden Tagen 13. und 14. November liegt nun ausschließlich auf den Hunden. Bereits zum 76. und 77. Mal finden zwei Internationale Rassehunde-Ausstellungen des Landesverbands Baden-Württemberg für Hundewesen statt, bei denen mehr als 5.600 Vierbeiner aus 250 Rassen gezeigt werden. Darüber hinaus gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Mischlingshundewettbewerb und Dog Casting sowie einem breiten Angebot an Produkten und Artikeln rund um das beliebte Haustier. „Tierisch gut“ ist an beiden Messetagen von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Besonderes Jahr für Heimtierbranche

Die Messe fällt in eine Zeit, in der die Heimtierbranche von einem anhaltenden Boom profitiert. Schon vor Corona gab es Wachstumszahlen, mit der Pandemie hat sich die Entwicklung noch verstärkt. Die Deutschen haben im zeitweiligen Lockdown, verbunden mit Ausgangsbeschränkungen, ihre Liebe zum Haustier neu entdeckt. Das vergangene Jahr war für die Heimtierbranche daher ein besonderes: Die Umsätze stiegen zum Teil deutlich, die Anzahl der tierischen Mitbewohner nahm insgesamt ebenfalls zu – heute lebt in fast jedem zweiten Haushalt in Deutschland ein Heimtier.

Nach Zahlen des Industrieverbands Heimtierbedarf (IHB) verzeichnete der stationäre Fach- und Lebensmitteleinzelhandel einen Gesamtumsatz von 4,51 Milliarden Euro und damit ein Plus von 4,3 Prozent. Dabei übertraf der Umsatz mit „Heimtier-Fertignahrung“ das Vorjahresergebnis mit 3,46 Milliarden Euro um 4,6 Prozent. Das Segment „Bedarfsartikel und Zubehör“ legte ebenfalls merklich um 3,5 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro zu. Hinzu kamen 822 Millionen Euro über den Online-Markt sowie 128 Millionen Euro für Wildvogelfutter. Der Gesamtumsatz der deutschen Heimtierbranche lag somit bei rund 5,5 Milliarden Euro.

Katze nach wie vor Haustier Nummer eins

Die Katze ist nach wie vor Deutschlands Heimtier Nummer eins: Insgesamt leben laut IHB rund 15,7 Millionen Samtpfoten in 26 Prozent der hiesigen Haushalte. Der Anteil an Hauskatzen liegt bei 52 Prozent. An zweiter Stelle folgen 10,7 Millionen Hunde in 21 Prozent der Haushalte. Gemäß der aktuellen Befragung ist der Anteil an Mischlingshunden von 47 auf 42 Prozent gesunken. In fünf Prozent der Haushalte leben fünf Millionen Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Mäuse. Die Zahl der Ziervögel betrug im Jahr 2020 3,5 Millionen in drei Prozent der Haushalte. Zudem gab es im selben Zeitraum 1,8 Millionen Aquarien in vier Prozent und 1,4 Millionen Gartenteiche mit Zierfischen in drei Prozent sowie 1,3 Millionen Terrarien in zwei Prozent der Haushalte.

Die meisten Heimtiere in Deutschland leben den Verbandsangaben zufolge in Mehrpersonenhaushalten. So liegt der Anteil von Zweipersonenhaushalten bei 34 Prozent (2019: 35 Prozent), der Anteil von Haushalten mit drei Personen und mehr gleichbleibend bei 35 Prozent. Die Heimtierhalter selbst sind altersmäßig vor allem in der Lebensmitte angesiedelt: 16 Prozent sind 30 bis 39 Jahre alt, 19 Prozent zählen zu den 40- bis 49-Jährigen und 22 Prozent zu den 50- bis 59-Jährigen. Der Anteil der über 60-jährigen Tierhalter hat leicht auf 25 Prozent zugenommen.


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