Heizpilze sind keine Option

Bühl (sga) – In der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch hat Andreas Bohnert, Abteilungsleiter des Ordnungsamts, einen aktuellen Corona-Bericht vorgestellt.

Derzeit laden die hohen Temperaturen zum draußen sitzen ein. Für den Winter sind Infrarotstrahler denkbar. Foto: Bernhard Margull

© bema

Derzeit laden die hohen Temperaturen zum draußen sitzen ein. Für den Winter sind Infrarotstrahler denkbar. Foto: Bernhard Margull

Es sind einige Vorschriften, die aufgrund von Corona eingehalten werden müssen. Und eben vor diesem Hintergrund „meistert unsere Stadt ihre Sache gut“, bilanzierte Andreas Bohnert am vergangenen Mittwoch in der Gemeinderatssitzung. Trotzdem, so der Abteilungsleiter des Ordnungsamts, werde die dafür notwendige Arbeit künftig nicht weniger werden.

Im Gegenteil: Vor allem die teils „undurchsichtigen Regeln“ seitens der Regierung führen laut Bohnert zu einem immer größer werdenden Berg an Aufgaben, der bereits jetzt enormen Mehraufwand bedeutet. „Mit großer Sorgfalt“ werden laut Bohnert der Einzelhandel sowie die Gastronomie kontrolliert. Dabei hält man sich strikt an die von der Regierung vorgegebene Corona-Verordnung gehalten, die das Einhalten der Abstandsregelung und das Tragen der Maske beinhaltet. Folgende Bereiche wurden in der Gemeinderatssitzung angesprochen.

Schule

Unter den gegebenen Umständen verlief der Start in das neue Schuljahr optimal, berichtete Klaus Dürk. Laut dem Leiter des Fachbereichs Bildung, Kultur und Generationen habe es keine Zwischenfälle gegeben. Eine große Herausforderung stelle jedoch die Umsetzung der Abstandsregelungen dar. Dem stimmte auch Stadträtin Barbara Becker (SPD) zu, die sich seitens der Landesregierung zudem mehr Unterstützung wünscht. Als Lehrerin am Windeck-Gymnasium bekomme sie die „ungeheuere Situation“ mit, die sich durch „mangelnde Hygienemittel“ ergeben könnte. Zwar stünden aufgrund des „hohen Engagements der Stadt Bühl“ aktuell genug Masken zur Verfügung, doch „es kann nicht sein, dass wir von der Regierung keine FFP2-Masken gestellt bekommen“. Klaus Dürk bestätigte die Annahme, dass diese laut Regierung auch in den kommenden Wochen nicht geliefert weden, betonte jedoch: „Wir sind wirklich gut in allen Schulen vorbereitet, was die Einhaltung der Vorschriften und die vorhandenen Hygienemittel betrifft.“

Gastronomie

Ein großes Anliegen der Stadtverwaltung ist es, die Gastronomie zu unterstützen. Sehr erfreulich sei, dass die Verkürzung der Sperrzeit für die Außenbewirtung so gut bei den Gästen ankommt. „An den Freitag-, Samstag- und Sonntagabenden tummeln sich einige Besucher auf dem Johannisplatz“, berichtete Bohnert. Stadtrat Peter Teichmann (GAL) hakte ein, er habe schon mehrmals beobachten müssen, dass nicht immer die Vorschriften eingehalten werden. „Leider gibt es immer die einen oder anderen, die nichts von Regeln halten“, ging Bohnert auf die Anmerkung ein, „im Großen und Ganzen müssen wir aber eher selten auf Fehlverhalten aufmerksam machen. Und wenn es dann doch dazu kommt, stoßen wir auf Verständnis und Besserung.“ Eine große Sorge der Gastronomen seien die bevorstehenden Herbst- und Wintermonate, wenn die Gäste aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht mehr unter freiem Himmel sitzen können. Heizpilze sind seitens der Verwaltung definitiv nicht erwünscht. Vor allem im Bereich des Johannisplatzes befürchtet man durch die Strahler eine Beschädigung der Bäume. Eine mögliche Alternative sind laut Bohnert Infrarotstrahler, wie sie mancherorts bereits verwendet werden. Ebenfalls als Ausgleich für die im Innenbereich wegfallenden Sitzmöglichkeiten denkbar seien zusätzliche überdachte Plätze im Außenbereich.

Rückreisende aus Risikogebieten

Seit dem 10. April sieht die Corona-Verordnung eine Meldepflicht beim Ordnungsamt für diejenigen vor, die aus einem Risikogebiet kommen. Rückreisende müssen am Flughafen eine sogenannte Aussteigerkarte ausfüllen, um das zuständige Gesundheitsamt zu informieren. Im Falle einer Infektion mit Corona müssen sowohl die Erkrankten als auch jeweilige Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt werden. Bisher übernahm das jeweilige Gesundheitsamt in diesem Bereich viele Aufgaben. Dies wird sich künftig ändern: Ab dem 1. Oktober liegt die Zuständigkeit komplett beim Ordnungsamt. Bohnert erklärte: „Das bedeutet, dass ab diesem Zeitpunkt die Verordnungen zur Quarantäne sowie die Überwachung dieser Aufgabe des Ordnungsamts ist.“


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.