Helmut Kopf feiert in Ottersweier den 80. Geburtstag

Ottersweier (jo) – Der frühere Bürgermeister-Stellvertreter und BT-Autor Helmut Kopf feiert am Freitag seinen 80. Geburtstag. Er hat sich um Politik und Bildungswesen verdient gemacht.

Mit 80 Jahren als freier Autor aktiv: Helmut Kopf rekapituliert im Badischen Tagblatt, was vor 25 und 50 Jahren geschah.  Foto: Joachim Eiermann

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Mit 80 Jahren als freier Autor aktiv: Helmut Kopf rekapituliert im Badischen Tagblatt, was vor 25 und 50 Jahren geschah. Foto: Joachim Eiermann

Wenn Helmut Kopf in seinen großen Garten blickt, ruft die Arbeit. „Der Rasen wächst weiß Gott wie“, muss er in regenreichen Tagen wie diesen feststellen. Aber am heutigen Freitag hat er „frei“. Denn heute, am 6. August, ist sein 80. Geburtstag, und es wird zur Abwechslung Glückwünsche regnen – gewiss zahlreich, stand der Jubilar doch viele Jahre im Zenit des politischen und gesellschaftlichen Lebens von Ottersweier.

Er war Erster Bürgermeister-Stellvertreter, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat und Mitglied des Rastatter Kreistags, bis er sich entschied, nicht erneut anzutreten und die Ratsgeschäfte der nächsten Generation zu überlassen. Zur Politik war der gebürtige Ottersweierer, Sohn einer Schneider-Familie, gewissermaßen wie die Jungfrau zum Kind gekommen, als der Landkreis 1974 eine Mülldeponie im Streuobstgürtel von Ottersweier errichten wollte. Kopf initiierte die Bürgerinitiative „Leichtbosch“, die hieb- und stichfeste Argumente fand, das Vorhaben abzuwehren. 1995 noch einmal das gleiche Spiel im Gewann „Steinfeld“; der Landkreis scheiterte erneut. „Das waren Dinge, für die es gelohnt hat, sich einzusetzen“, blickt der Jubilar zurück. Mit diesen Erfahrungen im Rücken betrieb er von 1980 bis 2009 tagespolitische Verantwortung am Ratstisch.

Erste berufliche Station in Altschweier

Sein voller Einsatz galt auch dem Bildungswesen. Im Hauptberuf Lehrer an der Heimschule in Sasbach, gründete er 1969 die Abendrealschule Ottersweier – zu einer Zeit, als Volksschulabschlüsse noch die Regel waren. Berufstätige konnten so die Mittlere Reife auf dem zweiten Bildungsweg erwerben. „Viele haben davon profitiert“, blickt Kopf zurück. Bis 1987 bestand die von ihm geleitete Einrichtung. Sein Lehramtsstudium (Fächer: Latein, Deutsch, Geografie) hatte er in Freiburg absolviert. In Altschweier, die dortige Schule war seine erste berufliche Station, lernte der Junglehrer seine spätere Ehefrau Camilla kennen. Beide konnten in diesem Jahr die „Juwelen-Hochzeit“ (55 Jahre) feiern.

Im katholischen Bildungswerk, in mehreren Verbänden und im örtlichen Fußballverein hatte Helmut Kopf weitere Ämter inne, die samt Auszeichnungen aufzuzählen, den Rahmen sprengen würden. 2010 wurde ihm die Bürgermedaille, 2014 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Den europäischen Gedanken hatte er schon früh vorgelebt. So organisierte er beispielsweise 1963 den ersten Schüleraustausch zwischen Ottersweier und der belgischen Partnergemeinde Tongerlo (heute Westerlo).

Kolumnist der wöchentlichen BT-Rückblenden

BT-Leserinnen und Leser kennen Helmut Kopf als Kolumnist der wöchentlichen „Rückblende - was vor 25 und vor 50 Jahren in Bühl und Umgebung geschah“. Als Autor mehrerer Buchveröffentlichungen hat er das wertvolle Kulturgut alter Bauernkalender zusammengetragen. Damit trat er in die Fußstapfen seines Großvaters Franz-Karl Maurath, der Chronist von Unzhurst und Heimatschriftsteller war, und dessen gesammelte Werke er ebenfalls aufgearbeitet hat.

Inzwischen ist der Vater zweier Söhne selbst Opa und erfreut sich zweier Enkelinnen, die ihm mit Begeisterung am Klavier vorspielen. Für heute haben die beiden Mädchen sicherlich ein fröhliches Geburtstagsständchen für ihn einstudiert.

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Erstellt:
6. August 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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