Hilfstransport aus Kroatien zurückgekehrt

Ötigheim (fuv) – Beim Hilfstransport in das kroatische Erdbebengebiet um Petrinja haben die 17 Helfer der Feuerwehr-Kreisverbände Karlsruhe und Rastatt erschütternde, aber auch schöne Momente erlebt.

Blick in einen Raum des weitgehend zerstörten Krankenhauses von Petrinja. „Mit glänzenden Augen“ habe das Personal die Hilfsgüter entgegengenommen. Foto: Björn Lommatzsch

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Blick in einen Raum des weitgehend zerstörten Krankenhauses von Petrinja. „Mit glänzenden Augen“ habe das Personal die Hilfsgüter entgegengenommen. Foto: Björn Lommatzsch

Nach zweieinhalb Tagen auf Achse trafen am Sonntagmorgen um 2.30 Uhr 17 Freiwillige und acht Fahrzeuge wohlbehalten wieder in Ötigheim ein. Am Donnerstagnachmittag war der Hilfstransport der Feuerwehr-Kreisverbände Karlsruhe und Rastatt in das kroatische Erdbebengebiet um Petrinja gestartet. Die Helfer aus Baden haben erschütternde, aber auch schöne Momente der Dankbarkeit erfahren.

Für die einen war es das erste Mal, dass sie ein Katastrophengebiet erlebten, für andere bereits der zweite Hilfstransport auf den Balkan. Am 29. Dezember hatte die Erde in Kroatien mit einer Stärke von 6,4 auf der Richterskala gebebt.

Dank eines leichten Vorbebens verließen die Bewohner von Petrinja rechtzeitig ihre Häuser; dennoch ist der Tod eines Jungen zu beklagen. Er war bereits mit seiner Mutter auf der Straße, wurde dann jedoch von einem einstürzenden Mauerstück erschlagen. Das Mauerstück liege noch vor Ort, darauf eine Marienstatue zum Gedenken, erzählt Michael Schwall, Abteilungskommandant der Malsch-Sulzbacher Feuerwehr und zum zweiten Mal Organisator eines Hilfstransports. Er war das erste Mal mit in Kroatien und wenn er von solchen Begebenheiten erzählt, stockt ihm die Stimme. „Im Zentrum von Petrinja sieht es aus wie im Krieg. Das ist schon brutal“, sagt er.

Feuerwehrleute laden die Hilfsgüter ab, die im Erdbebengebiet dringend benötigt werden. Foto: Tom Storz

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Feuerwehrleute laden die Hilfsgüter ab, die im Erdbebengebiet dringend benötigt werden. Foto: Tom Storz

Überwältigende Resonanz und enorme Freude

Andererseits hätten die Helfer eine überwältigende Resonanz von den Menschen erfahren. In einem großen Supermarkt hätten sie vor der Rückfahrt noch eingekauft, und seien ständig von dankbaren Leuten gefragt worden, ob sie zum Transport gehörten. Sogar das Fernsehen habe über die Aktion berichtet, so Michael Schwall. Die Freude über die medizinischen Hilfsgüter und das Feuerwehrequipment, darunter 24 Krankenhaus- und 35 Pflegebetten, 30 Nachttische, Absaugpumpen, Rollatoren, Schutzkleidung, Gefahrgutpumpen und hydraulisches Rettungsgerät seien enorm gewesen.

„Mit glänzenden Augen“ habe das Personal des weitgehend zerstörten Krankenhauses von Petrinja die Hilfsgüter entgegengenommen, erzählt der Ötigheimer Floriansjünger Björn Lommatzsch, der zum zweiten Mal in Kroatien war. Es sei schon ein sehr straffes Programm gewesen während des zweieinhalbtägigen Trips, aber die Dankbarkeit der Menschen sei die Belohnung dafür.

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Erstellt:
13. April 2021, 14:00 Uhr
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