Hin und Her um Eingangstür soll bald zu Ende sein

Bietigheim (mak) – Die immer wieder defekte Haupteingangstür des Bietigheimer Kindergartens St. Michael sorgt bei den Eltern für Verärgerung. Die Verrechnungsstelle will das Problem bald lösen.

Die Eingangstür sorgt seit geraumer Zeit für Probleme. Foto: Vetter

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Die Eingangstür sorgt seit geraumer Zeit für Probleme. Foto: Vetter

Seit 2017 gibt es immer wieder Ärger mit der Haupteingangstür des katholischen Kindergartens St. Michael in Bietigheim. Die Schlossfalle (Türschnapper) ist defekt. Nach einer Reparatur im November trat das Problem kurze Zeit später wieder auf. Anfang des Jahres wurde die Tür erneut repariert, seit 6. Februar ist die elektronische Steuerung kaputt. „Wir fühlen uns von der Verrechnungsstelle alleingelassen“, beklagt sich Elternbeiratsvorsitzende Christina Heß im BT-Gespräch.

In St. Michael werden rund 200 Kinder in zwölf Gruppen betreut. Wenn die Haupteingangstür zum Kindergarten defekt ist, müssen die Eltern den Seiteneingang zum Krippenbereich nutzen, der relativ enge Gang kann zu Stoßzeiten schon mal zum Nadelöhr werden, berichtet Christina Heß. Doch dieser Umstand ist nicht das Problem, sondern der Schalter, der die Tür der Krippe nach außen öffnet. Die kleinen Kinder können ihn nicht erreichen, wohl aber die größeren. Und so kam es im Dezember zu einem Vorfall, bei dem ein Kind in einem unbeobachteten Moment den Schalter drückte, nach draußen rannte und vor ein Auto lief. „Die Kindergartenleiterin Andrea Schark hat Anfang des Jahres ein Schreiben an die Verrechnungsstelle geschickt, dass sie jegliche Verantwortung im Zusammenhang mit der defekten Haupteingangstür ablehnt“, führt Heß weiter aus. Schark selbst wollte sich auf Anfrage nicht zur Sache äußern.

Die Tür sei seit Jahren „nicht mehr einwandfrei und das ist der Verrechnungsstelle auch bekannt“, sagt Bürgermeister Constantin Braun. Nachdem der Elternbeirat am 16. Januar eine Sitzung hatte, in der das Thema diskutiert wurde, sei er am nächsten Tag über die defekte Tür informiert worden und habe umgehend mit der Verrechnungsstelle und mit dem Architekten telefoniert. „Die bürgerliche Gemeinde übernimmt 70 Prozent der Kosten, die Verrechnungsstelle 30 Prozent“, erläutert der Rathauschef. Er habe deutlich gemacht, dass die Gemeinde trotz der Reparaturen in der Vergangenheit nach wie vor bereit sei, sich an den Kosten für eine neue Tür entsprechend zu beteiligen. „Die defekte Haupteingangstür ist nicht nur ein Sicherheitsaspekt, auch der Betriebsablauf wird dadurch gestört“, so Braun. Er ergänzt: „Wir hätten uns gewünscht, dass dieses Thema mal vom Tisch ist.“

Seit Herbst 2017 häufen sich die Probleme

Franz Zuber ist Leiter der Verrechnungsstelle, die auch die Geschäftsführung des Kindergartens hat. Er erläutert, dass der angedachte Austausch der Haupteingangstür aufgrund der Bauarbeiten im Kindergarten verschoben wurde, weil bei den Arbeiten auch die Eingangstür in Mitleidenschaft gezogen worden wäre. Erst nach dem Anbau der Krippe im Herbst 2017 hätten sich die Probleme gehäuft.

Die generelle Sanierung der Tür hätte im Sommer 2019 erfolgen sollen: „Vom Austausch der Tür wurde uns von Fachleuten aus Nachhaltigkeits- und Wirtschaftlichkeitsgründen zu diesem Zeitpunkt abgeraten.“ Der Umbau der Eingangstür sei im Juli 2019 beauftragt worden und hätte in den Sommerferien stattfinden sollen. Aufgrund der Auslastung des Schreinerbetriebs sei dies dann jedoch erst im November erfolgt. „Danach kamen die Probleme, die nicht vorrangig im Umbau der Tür liegen, sondern im Anschluss an die alte Steuerung“, verdeutlicht Zuber.

Mit der Beseitigung dieser Probleme wurde eine Fachfirma beauftragt, deren Monteur aber in Erziehungsurlaub ging, so dass die Störungen erst Ende Januar beseitigt wurden. Die bisher entstandenen Kosten kann Zuber nicht beziffern, da nicht alle Rechnungen vorliegen. Eine neue Tür mit Einbau werden vom Architekturbüro auf 22 000 bis 25 000 Euro geschätzt, die Lieferzeit auf bis zu zehn Wochen.

Steuerung soll Ende nächster Woche funktionieren

Die Haupteingangstür sei „grundsätzlich abschließbar“ gewesen, so Zuber. Lediglich vom 7. bis 27. Januar mussten die Erzieherinnen die Aufsicht verstärken, „weil die Möglichkeit bestand, dass die Kinder hätten rausgehen können“. Der elektronische Schließmechanismus war defekt.

Die Verrechnungsstelle sei nun „mit Nachdruck dabei, eine Lösung für die defekte Steuerung zu finden“, versichert Zuber. Hierzu habe am Mittwoch ein Treffen vor Ort stattgefunden. „Uns wurde zugesagt, dass diese Steuerung und die alte Verkabelung Ende nächster Woche ausgetauscht werden“, gibt der Verrechnungsstellenleiter bekannt.

Sobald die Technik funktioniert, werde man sich mit dem Architekten, den beteiligten Firmen und dem Rathaus über weitere Maßnahmen unterhalten. Die Komponenten, die ausgetauscht werden, hätten nach Einschätzung der Fachleute auch bei einer neuen Tür Probleme bereitet. Sollte die Tür ausgetauscht werden, werden die neuen elektronischen Komponenten wieder verwendet. „Zusammenfassend muss man sagen, dass viele einzelne unglückliche Zufälle aufeinanderfolgten, was die beteiligten Firmen und uns sehr beschäftigt“, so Zuber: „Wir bedauern außerordentlich diese Umstände, entschuldigen uns bei den Betroffenen und danken sowohl den Eltern als auch dem Team des Kindergartens, dass sie dies bisher so mitgetragen haben.“


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