Hoba-Erweiterung in Baden-Baden „sehr verzwickt“

Baden-Baden (nof) – Der geplante Neubau für das Gymnasium Hohenbaden auf der Vincenti-Garage birgt viele böse Überraschungen. Die Stadträte sind verärgert über die Verzögerung.

Das Gymnasium Hohenbaden (rechts) benötigt mehr Platz. Für einen Erweiterungsbau vorgesehen ist die Grünfläche auf der Vincenti-Garage (links). Foto: Monika Zeindler-Efler

© MONIKA ZEINDLER-EFLER

Das Gymnasium Hohenbaden (rechts) benötigt mehr Platz. Für einen Erweiterungsbau vorgesehen ist die Grünfläche auf der Vincenti-Garage (links). Foto: Monika Zeindler-Efler

In den weiterführenden Schulen in städtischer Trägerschaft gibt es Sanierungsstau und enormen zusätzlichen Platzbedarf. Doch bei der Umsetzung des Schulentwicklungsplans gibt es Schwierigkeiten. Vor allem bei der Erweiterung des Gymnasiums Hohenbaden „türmen sich unterschiedliche Problemlagen auf“, räumte Bürgermeister Alexander Uhlig in der gemeinsamen Sitzung von Schul- und Bauausschuss am Mittwochabend ein. „Einige Überraschungen“ seien zwischen ersten Überlegungen zum Bau einer Erweiterung auf der Grünfläche auf der Vincenti-Garage und der genaueren Untersuchung der Machbarkeit ans Tageslicht gekommen, erläuterte auch GSE-Architekt Roland Graf. Zusammengefasst haben sich dabei Probleme in Bezug auf Denkmalschutz, Schutz der Gesamtanlage, Integrität der Welterbestätte, Fernwirkung und Erhalt der Eingrünung aufgetan. Alle zehn mittlerweile durchgespielten Varianten seien „nicht ideal“. Die Grundrissgestaltung sei „stark eingeschränkt“, und auch das Ziel, deutlich mehr Platz für das aus allen Nähten platzende Gymnasium zu schaffen, könne wohl nur eingeschränkt erreicht werden. „Maximal 700 Quadratmeter können wir verwirklichen, aber selbst das ist eine sehr optimistische Schätzung“, so Graf. 900 Quadratmeter Programmfläche würde die Schule aber benötigen. Hoffnung auf neue Ansätze verbindet die Stadtverwaltung mit Blick auf einen Architektenwettbewerb, der gestartet werden soll, wenn ein Bauvorbescheidantrag genehmigt ist. „Wir benötigen verfahrensrechtlich festen Boden unter den Füßen“, so Uhlig.

Pflicht, den Raummangel zu beseitigen

Wenig Begeisterung löste die Nachricht bei den Stadträten aus, dass die eigentlich priorisierte Erweiterung des Gymnasiums zeitlich nach hinten verschoben werden muss: „Hier wird versucht, einen Behelfskompromiss zusammenzubasteln“, kritisierte Thomas Gönner (Grüne). Und Ansgar Gernsbeck (CDU) sah gar den Grundsatzbeschluss des Gemeinderats „auf den Kopf gestellt. Das hätten wir alles schon früher wissen müssen, dann hätten wir in der Reihenfolge der Maßnahmen vielleicht ganz anders entschieden.“ An der Schule herrsche „absolute Raumnot, alles ist besser als der Ist-Zustand“, drängte er auf die Fortsetzung des Projekts. „Wir haben die Pflicht als Schulträger, den Raummangel zu beseitigen.“

„Dass es dort nicht einfach werden würde mit dem Bauen, war uns klar“, erklärte Bürgermeister Uhlig. Was aber erst mit der weiteren Untersuchung deutlich geworden sei, „ist die Tatsache, dass die dort von uns als Baulücke deklarierte Fläche auf der Vincenti-Garage keine Baulücke ist, sondern der ehemalige Rektorengarten“. Das wiederum habe den Denkmalschutz auf den Plan gerufen, der sich dort eigentlich keine Bebauung vorstellen könne. „Die Situation ist, salopp ausgedrückt, ziemlich verzwickt“, so Uhlig. Auch auf die Frage von Stadtrat Wolfgang Niedermeyer (FBB), wie die 200 Quadratmeter fehlende Fläche aufgefangen werden soll, wusste Uhlig keine Antwort: „Ich kann’s Ihnen nicht sagen. Mehr wäre sicher besser“, aber schon das nun geplante Flächenplus wäre schön. „Wir haben beim Hohenbaden keine Alternative. Die Möglichkeiten sind begrenzt. Wir können vor der Realität nicht davonlaufen.“

Hobenbaden ist besorgt

Die Schulgemeinschaft des Gymnasiums Hohenbaden hatte diese Woche „mit Sorge und Enttäuschung die Verzögerung beim geplanten Erweiterungsbau zur Kenntnis“ genommen. Die Schulleitung machte in einer Pressemitteilung deutlich, „dass der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat, die Baumaßnahmen am Hohenbaden mit größter Priorität zu versehen. Die Schule erwartet nun die zeitnahe Umsetzung dieses Gemeinderatsbeschlusses, um der jahrelangen Raumnot Abhilfe zu schaffen“. Das Hohenbaden habe „den pro Kopf größten Fehlbedarf aller Baden-Badener Schulen“, teilte Timon Binder, Direktor des Gymnasiums, mit.

Die Gesamtkosten für den Neubau werden im Schulentwicklungsplan mit 7,5 Millionen Euro beziffert. Der neue Rahmenzeitplan sieht eine Verwirklichung des Projekts bis ins Jahr 2026 vor. Ursprünglich war die Realisierung für den Zeitraum von Mitte 2023 bis Ende 2024 vorgesehen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
2. Dezember 2021, 19:30 Uhr
Lesedauer:
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