Hochschulabsolventen zu Gast bei Philharmonie Baden-Baden

Baden-Baden (khd) – Die Freude am Musizieren war förmlich zu greifen: Absolventen der Musikhochschule Mannheim waren bei der Philharmonie Baden-Baden zu Gast. Im Fokus standen Werke der Romantik.

Der Hornist Xiang Ji ist der Solist im Konzert für Horn und Orchester B-Dur von Reinhold Glière. Foto: Karin Heineke-Dietz

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Der Hornist Xiang Ji ist der Solist im Konzert für Horn und Orchester B-Dur von Reinhold Glière. Foto: Karin Heineke-Dietz

Es ist immer wieder eine große Freude, mit anhören zu dürfen, auf welch hohem Niveau Studierende der Musikhochschulen musizieren. Am Mittwochnachmittag waren Absolventen der Musikhochschule Mannheim bei der Philharmonie Baden-Baden zu Gast. Drei Komponisten der Romantik und neuen Musik beherrschten die Szenerie.
Die Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“ von Gioachino Rossini war ein famoser Konzerteinstieg. Der Dirigent Hangyul Chung entfaltete nach der langsamen Einleitung ein echtes Stück italienischen Temperaments. Die Musikerinnen und Musiker folgten dem feinsinnigen Dirigat des Dirigenten, der mit stetem Blickkontakt zur Philharmonie so homogen agierte. Die filigranen Streicherklänge zeigten Exklusivität. Man spürte beidseitig die Freude, gemeinsam musizieren zu dürfen.

Das folgende Konzert für Horn und Orchester B-Dur von Reinhold Glière knüpft an die Traditionen Rimskij-Korsakows und Borodins an. Das Hornkonzert komponierte Glière für Walerij Polekh. An diesem Nachmittag glänzte Xiang Ji mit seinem Horn-Auftritt. Er durchmaß einen enormen Tonumfang bei kontrastierender Thematik in einer Vielfalt gestalterischer Ausdrucksformen. Er formte die große Solokadenz virtuos, parlierte immer wieder mit seinem warmen, geschmeidigen Ton, den er elegant ausphrasierte. Ein besonderer Klangschimmer schwebte über dem Orchester. Der Dirigent zeichnete den lyrischen Satz, der so romantisch verbrämt ist, als breites Blumenband, verinnerlicht und engmaschig. Solist und Orchester bestimmten voll die kantable Seite des Satzes. Interessante Farbakzente fanden sich im Finale.

Stimmung rasch wieder getrübt

Robert Schumanns 1. Sinfonie in B-Dur fällt in das Jahr 1841. Die Philharmonie gab sich ganz dem heiteren und bewegten Leben hin, so schließt der Kopfsatz voll hellem Jubel. Das Larghetto wirkte liedhaft mit schlichter inniger Melodie, wobei die dunkle Stimmung schnell wieder getrübt wurde. Das facettenreiche Stimmungsbild strotzte nur so vor Intension. Hervorragend hier waren die Celli und Bässe, auch die Piani waren eindringlich zart. Überschäumende Freude kennzeichnete das Scherzo. Dabei wurden die rhythmischen Elemente so markant gespielt.

Dirigent Hangyul Chung wusste immer wieder die wechselvollen Stimmungen neu zu definieren – mit einem furiosen Abschluss.

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Erstellt:
19. November 2021, 14:00 Uhr
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