Hochschwarzwald will Modellregion werden

Hinterzarten (fh) – Weniger häufig testen, schneller bei niedriger Inzidenz öffnen: Die Hochschwarzwald Tourismus GmbH bewirbt sich als Modellregion. Schon jetzt darf die Ferienregion Gäste empfangen.

Damit nach der Wanderung die Einkehr unkompliziert möglich ist reicht vielleicht künftig ein Corona-Test alle 72 Stunden. Foto: Hochschwarzwald Tourismus GmbH

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Damit nach der Wanderung die Einkehr unkompliziert möglich ist reicht vielleicht künftig ein Corona-Test alle 72 Stunden. Foto: Hochschwarzwald Tourismus GmbH

Die Ferienregion Hochschwarzwald will Modellregion werden und sich so im Wettbewerb mit anderen Urlaubszielen im Ausland behaupten, in denen beispielsweise die Testpflicht weniger streng ausfällt als derzeit in Deutschland. Die Hochschwarzwald Tourismus GmbH präsentierte gestern bei einer Online-Pressekonferenz ihr aktuelles Sicherheitskonzept zum Tourismus-Neustart und die geplanten Maßnahmen für eine mögliche Modellregion.

Neue Werbekampagne „Rauszeit“

„Kuckuck, kuckuck“, ruft’s aus der neuen Social-Media-Kampagne von Hochschwarzwald Tourismus. „Endlich wieder raus aus dem Häuschen“ heißt der dazugehörige Slogan, der sich laut Kommunikationsleiter Herbert Kreuz bezogen auf die vielfältigen Angeboten der Region weiterführen lässt. Doch damit diese „Rauszeit“, die im urbanen Raum von der Schweiz bis NRW beworben werden soll, starten kann, braucht es stabile Inzidenzwerte unter 100 sowie eine Corona-Strategie. Wie Geschäftsführer Thorsten Rudolph erklärt, liegen die Sieben-Tage-Inzidenzen – außer im Schwarzwald-Baar-Kreis – im Hochschwarzwald unter 100, Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe sowie erste Freizeiteinrichtungen dürfen also unter Pandemie-Bedingungen wieder Gäste empfangen.

Damit dies gelingen kann, soll vor allem viel getestet werden. Diesen Samstag eröffnet ein Testzentrum in Titisee, das als zentrale Anlaufstelle für Übernachtungs- und Tagestouristen dienen soll und dessen Kapazitäten je nach Andrang hochgefahren werden können. „Im Sommer bei einem Gäste-Boom ist es sogar möglich einen Drive-Through einzurichten“, so der Geschäftsführer. Weitere Testzentren finden Besucher auf www.hochschwarzwald.de/service/corona. Dort gibt es auch eine Grafik, die über die aktuellen Inzidenzwerte in den Landkreisen informiert.

Gastgeber sollen Gäste testen

Zusätzlich sollen auch die Gastgeber Schnelltests für Gäste und Mitarbeiter anbieten können. Für diesen Service werden sie vom Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA geschult, berichtet Rudolph. Er hofft, dass es bald auch möglich sein wird, das Urlauber und Tagesausflügler unter Aufsicht einen Selbsttest durchführen. Sorgen, dass die Gäste angesichts des Aufwands ausbleiben könnten, macht er sich jedoch nicht: „Jeder hat doch das Bedürfnis, mal wieder essen zu gehen.“

Noch erfordern etwa Restaurantbesuche einen tagesaktuellen Test. Sollte der Hochschwarzwald Modellregion werden, will man Übernachtungsgästen die Möglichkeit bieten, mit einem Test für 72 Stunden alle Einrichtungen zu nutzen. Außerdem wäre es als Modellregion unter anderem möglich, weitere Öffnungsschritte bei niedrigen Inzidenzen schneller einzuleiten.

Zur Kontaktnachverfolgung – datenschutzkonform und ohne Zettelwirtschaft, wie Rudolf betont – will man die Luca-App flächendeckend etablieren. Und bereits seit Mitte September 2020 wirbt die Hochschwarzwald Tourismus GmbH bei ihren Partnern mit dem Siegel „Wir für Sie“. Die teilnehmenden Gastgeber versprechen damit, detailliert beschriebene Hygiene- und Schutzmaßnahmen einzuhalten. Bislang beteiligen sich 270 Tourismusbetriebe aus den 21 angeschlossenen Gemeinden.

Auch eine Tagespauschale für die Nutzung der Infrastruktur steht im Raum, was man gestern aber noch nicht näher ausführen wollte.

Im Urlaub Gutes für die Umwelt tun: Das Projekt „Voluntourismus“ verbindet Ausflüge in die Natur mit dem Einsatz für die Natur. Foto: Sebastian Schröder-Esch

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Im Urlaub Gutes für die Umwelt tun: Das Projekt „Voluntourismus“ verbindet Ausflüge in die Natur mit dem Einsatz für die Natur. Foto: Sebastian Schröder-Esch

Die Hochschwarzwald-Card wird um besondere Erlebnisse erweitert, wie es bei der Hochschwarzwald Tourismus GmbH heißt. Neu sind etwa ein Mountainbiketraining oder ein Urlaubsfotokurs. Auch unabhängig davon ist diesen Sommer in der Region einiges geboten:

Voluntourismus: Im Urlaub Gutes für die Umwelt tun – diese Idee steckt hinter einem Projekt mit dem Naturpark Südschwarzwald. Angeboten werden Tageseinsätze sowie eine Volunteer-Reise am Rohrhardsberg im Oktober.

Picknick-Sommer: Die neue Veranstaltungsreihe verbindet Genuss mit Kultur. Teilnehmer erhalten einen Korb mit regionalen Spezialitäten, die sie im Grünen etwa bei Theater, Comedy oder Musik genießen können.

Festival an der Hochfirstschanze: Musikalisch wird es vom 30. Juli bis 1. August in Titisee-Neustadt. Die „Hollywood Film-Gala“ präsentiert weltbekannte Klassiker der Kinogeschichte. Das London-Philharmonic-and-Symphonic-Film-Orchester und Chor bringen außerdem die Musik aus „Harry Potter“ auf die Bühne.


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