Hochwassergefahr ist und bleibt real

Bühl/Baden-Baden/Sinzheim (cn) – Der Zweckverband investiert zwischen Rebland und Bühl 3,2 Millionen Euro in die Sanierungen – zum Beispiel in ein Hochwasserrückhaltebecken.

Das Rückhaltebecken bei Neuweier wird für 1,7 Millionen Euro saniert. Es hält bei Starkregen das Wasser des Steinbachs zurück. Foto: Christina Nickweiler

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Das Rückhaltebecken bei Neuweier wird für 1,7 Millionen Euro saniert. Es hält bei Starkregen das Wasser des Steinbachs zurück. Foto: Christina Nickweiler

Zwei große Baumaßnahmen für mehrere Millionen Euro werden ab kommendes Jahr den Zweckverband Hochwasserschutz Raum Baden-Baden/Bühl beschäftigen. Hierüber informierte die Geschäftsführerin des Zweckverbandes, Viviane Walzok, gestern bei der Sitzung des Zweckverbandes im Bühler Friedrichsbau.

Ertüchtigt wird zum einen das Hochwasserrückhaltebecken (HRB) 1 am Steinbach, das östlich von Neuweier im „Distrikt Stadtwald Steinbach“ liegt. Dort sollen laut Walzok der Damm erhöht und das Einlaufbauwerk entsprechend den DIN-Vorschriften angepasst werden. Um bei einem Hochwasser das vollgelaufene Becken zu entlasten, ist weiterhin der Bau einer Dammscharte geplant, erfuhren die anwesenden Vertreter der Gemeinden. Die Modernisierung des HRB 1 verursacht im Haushalt des Zweckverbandes denn auch mit rund 1,7 Millionen Euro den größten Batzen.

Seit 1986 in Betrieb

Das HRB 1 ging im Jahr 1986 in Betrieb und war damals die Konsequenz aus den Erfahrungen des Hochwassers von 1978. Dass diese Hochwassergefahr nach wie vor präsent ist, demonstrierte Walzok anhand aktueller Bilder. Auf diesen waren nach dem Starkregen der vergangenen Tage komplett vollgelaufene Becken zu sehen.

Die zweite größere Baumaßnahme befindet sich ebenso auf der Gemarkung der Stadt Baden-Baden und betrifft die Sanierung des 1984 in Betrieb gegangenen HRB Nr. 7 zwischen Steinbach und Weitenung, das die Wassermassen des Grünbachs zurückhält. Auch hier muss Walzok zufolge der Damm erhöht werden. Die Geschäftsführerin informierte, dass für beide Großprojekte ökologische Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt würden. Während beim HRB 1 in der Nähe des Waldes Nistkästen und Nischen für Fledermäuse installiert werden, sind beim Rückhaltebecken Nr. 7 spezielle Pflanzungen vorgesehen. Walzok bezifferte die Kosten für diese Sanierung mit rund 1,5 Millionen Euro.

An den Bau des Rückhaltebeckens zwischen Steinbach und Weitenung vor 37 Jahren erinnert eine Bronzetafel. Foto: Christina Nickweiler

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An den Bau des Rückhaltebeckens zwischen Steinbach und Weitenung vor 37 Jahren erinnert eine Bronzetafel. Foto: Christina Nickweiler

Trotz der momentan steigenden Baukosten will Walzok mit der Ausschreibung im Herbst beginnen. Nach den Gehölzarbeiten im Februar 2022 könne der Baubeginn für kommendes Frühjahr in Aussicht gestellt werden, sagte Walzok.

Zuvor nahmen die Versammlung unter Vorsitz des Bühler Oberbürgermeisters Hubert Schnurr den Jahresabschluss 2020 zur Kenntnis und genehmigten den Übertrag der Haushaltsreste in das aktuelle Rechnungsjahr.


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