Höhere Elternbeiträge für Betreuung

Rheinmünster (ar) – Der Gemeinderat hat die bisher gültige Trennung von Gebührensätzen für ein- und zweijährige Kinder aufgehoben. Die Eltern müssen sich auf eine Erhöhung einstellen.

Eltern müssen sich auf Gebührenerhöhungen für die Betreuung in den Kindertageseinrichtungen und der Schule einstellen, das Foto zeigt den Kindergarten Schwarzach. Foto: Anne-Rose Gangl

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Eltern müssen sich auf Gebührenerhöhungen für die Betreuung in den Kindertageseinrichtungen und der Schule einstellen, das Foto zeigt den Kindergarten Schwarzach. Foto: Anne-Rose Gangl

Die Eltern der Rheinmünsteraner Kinder müssen sich auf Gebührenerhöhungen für die Betreuung in den Kindertageseinrichtungen und der Schule ab dem kommenden Kindergarten- und Schuljahr 2021/2022 einstellen. Einvernehmlich beschloss der Rheinmünsteraner Gemeinderat in seiner öffentlichen Sitzung am Montagabend, die monatlichen Elternbeiträge zu erhöhen. Je nach Betreuungsform müssen monatlich zwischen 17 und 20 Euro mehr bezahlt werden.

Es war eine eineinhalbstündige Mathematikstunde für Gemeinderäte und die anwesenden Mütter, die zur Gemeinderatssitzung als Besucherinnen gekommen waren. Knackpunkt für die jungen Mütter waren jedoch nicht die Kostensteigerungen, die sie als durchaus notwendig erachteten. Vielmehr ging es den jungen Frauen um die Aufhebung der bisher gültigen Trennung von Gebührensätzen für ein- und zweijährige Kinder.

Trennung der Altersgruppen nicht verpflichtend

Wie Bürgermeister Helmut Pautler informierte, habe die Gemeindeprüfungsanstalt im vergangenen Jahr im Rahmen der turnusmäßigen Prüfung mitgeteilt, dass eine Trennung der Altersgruppen nicht verpflichtend vorgeschrieben sei. Rechnungsamtsleiter Kevin Christen fügte noch hinzu, dass auch bei der Abrechnung des kommunalen Finanzausgleichs lediglich in Betreuung für Unter-Dreijährige und Über-Jährige unterschieden werde. Die Entscheidung über die Aufhebung fiel denn auch im Gemeinderat knapp aus. Bei sieben Ja-Stimmen gegen sechs Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen wurde beschlossen, das Splitting aufzuheben und künftig keine Differenzierung zwischen ein- und zweijährigen Kindern vorzunehmen.

Schwieriger gestaltete sich die Gebührenerhöhung. Aktuell werden rund 250 Kinder in den Kindertageseinrichtungen betreut. Die letzte Erhöhung der Kindergartengebühren wurde im Jahre 2015 beschlossen, sodass zwischenzeitlich die Gemeinde Rheinmünster mit ihren Elternentgelten für die unterschiedlichen Angebote in den vier Kindertagesstätten weit unter dem Durchschnitt der umliegenden Städte und Gemeinden lag.

„Die Schmerzgrenze ist hier ausgereizt“

Konnte im Jahre 2016 noch ein Kostendeckungsgrad von 11,61 Prozent erreicht werden, so decken in diesem Jahr die Elternbeiträge gerade mal noch 8,2 Prozent der Kosten ab. Empfohlen wird jedoch ein Kostendeckungsgrad von 20 Prozent. „Die Schmerzgrenze ist hier ausgereizt“, sagte Bürgermeister Pautler. Bei der Gegenstimme von Franz Leonhard (CDU) beschloss das Ratsgremium, die Elternbeiträge ab 1. September 2021 soweit zu erhöhen, dass ein Kostendeckungsgrad von 14 Prozent erreicht wird. Eine weitere Erhöhung folgt zum 1. September 2022, um dann einen Kostendeckungsgrad von 16 Prozent zuzüglich der Tarifanpassung von 1,8 Prozent zu erreichen. Für ein über dreijähriges Kind zum Beispiel in der Regelbetreuung steigt die monatliche Gebühr von bisher 109 Euro auf 126 Euro ab 1. September 2021 und auf 146 Euro ab 1. September 2022. Die Halbtagesbetreuung für ein unter dreijähriges Kind erhöht sich von 243,50 Euro auf 264 Euro in diesem Jahr und auf 307 Euro ab September 2022.

Ebenfalls erhöht werden die Gebühren für die Schulkind- und Ferienbetreuung an der Grundschule Rheinmünster im Ortsteil Söllingen und Grundschule Greffern. Die letzte Anpassung erfolgte im September 2019. Je nach Betreuungsform müssen die Eltern pro Betreuungstag zwischen 0,30 und 0,60 Euro mehr bezahlen. Die Erhöhung erfolgt jeweils zum 1. September 2021 und zum 1. September 2022, sodass im Jahr 2022 ein Kostendeckungsgrad von rund 40 Prozent erreicht wird. Die Beschlussfassung erfolgte einvernehmlich.


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