Hördener Holzwerk auf gutem Weg

Gaggenau (tom) – Beim Besuch von Landrat Toni Huber in der Hördener Holzwerk GmbH können die Geschäftsführer eine erfolgreiche Bilanz vorlegen.

Mit modernen Anlagen (hier im Werk II) können die Hördener auch im Bereich der Brettschichthölzer effizient arbeiten. Für das nächste Jahr ist im Werkteil I eine umfassende Modernisierung geplant.

© tom

Mit modernen Anlagen (hier im Werk II) können die Hördener auch im Bereich der Brettschichthölzer effizient arbeiten. Für das nächste Jahr ist im Werkteil I eine umfassende Modernisierung geplant.

Für Toni Huber war es ein Heimspiel. Nicht nur, weil der Landrat generell im Murgtal einen guten Stand hat. Denn für den Heimspielcharakter seines Besuchs beim Hördener Holzwerk gestern Vormittag sorgten vor allem seine Gastgeber Gerhard Strobel und dessen Sohn Dominik. Die Geschäftsführer des mittlerweile traditionsreichen Unternehmens an der Hördener Landstraße hießen mit dem Weisenbacher Toni Huber einen Mitbürger willkommen.

Das Lebenswerk der Strobels steht in Hörden, ihr Lebensmittelpunkt ist murgaufwärts in Weisenbach, Dominik Strobel übt dort als Gemeinderat sogar die Funktion des zweiten Bürgermeister-Stellvertreters aus. Dieser heißt zwar seit 2019 Daniel Retsch und nicht mehr Toni Huber, aber das Thema Holzwirtschaft ist dem Landrat natürlich in vielen Facetten geläufig – so, wie es sich gehört für einen Kommunalpolitiker aus dem Murgtal. An die Tradition der Flößerei im „Flößerdorf“ Hörden wussten die Gastgeber anzuknüpfen, um dann den Bogen in die industrielle Realität des 21. Jahrhunderts zu spannen. Denn seit Gerhard Strobel 1985 das Holzwerk aus dem damaligen Unternehmen Kasimir Kast Papier und Holzbearbeitung übernommen hat, fegten mehrere Stürme über die Branche hinweg. Das Holzwerk hat sie überstanden, es hat sogar einen bemerkenswerten Aufschwung hingelegt. Gut zwei Dutzend Mitarbeiter damals – heute sind es um die siebzig. 10 000 bis 12 000 Kubikmeter Holz haben sie früher pro Jahr umgesetzt – „heute verschaffen wir die zehnfache Menge“, erzählte Gerhard Strobel nicht ohne Stolz.

Konstruktions- und Bauholz ist ein wichtiges Standbein, wie Dominik Strobel erläuterte. Die Rohware beziehe man vor allem aus Deutschland; zudem aus Österreich und Skandinavien. Für Konstruktionen im sichtbaren Bereich werde gerne finnisches Holz verwendet, weil es eben am schönsten sei. Wo mit Holz gebaut wird, sind die Hördener dabei, das ist auch, aber längst nicht nur bei Fertighäusern der Fall. Dachstühle „fix und fertig“, Akustikdecken, Leimbinderholz für Schalungsbau oder Blockhäuser – der Naturwerkstoff könne dank seiner Eigenschaften in vielen modernen Konstruktionsweisen zum Einsatz kommen. Der Export bildet ein wichtiges Standbein, ein Drittel davon geht in die benachbarte Schweiz. Mit Qualität habe man sich im umkämpften Markt behauptet, betonte Gerhard Strobel, daran hätten auch die Trockenstressperioden, die in den letzten Jahren der Forstwirtschaft Probleme bereiten, etwas geändert: „Sturm- und Käferholz verwenden wir nicht im Bauholzbereich.“

Die Hördener Holzwerke sind ortsbildprägend – weniger durch das Verwaltungsgebäude, das einstige Rathaus des Dorfes, sondern durch die Hallen und nicht zuletzt wegen der großen Stapel an Hölzern jeder Länge und jeder Breite. Die Lage im Ort, sie bringt Konflikte, das wissen die Inhaber aus Erfahrung. Schließlich verfolgt man in den Wohnhäusern der Nachbarschaft aufmerksam das geschäftige Treiben – weil Sägen, Hobeln und Kantenfasen mit Lärm verbunden ist. Doch mit dem Bau von Halle II auf dem ehemaligen Gelände der Baufirma Lang 2016 habe sich die Situation deutlich gebessert, betonte Dominik Strobel. Eine Lärmschutzwand wurde errichtet, generell „wird die TA Lärm nicht ausgereizt“: gearbeitet werde nur von 6 bis 18 Uhr und nicht bis 22 Uhr. Auch die Situation bei Zulieferung und Abfuhr habe sich durch Werk II wesentlich entspannt.

Bislang ist man im Holzwerk sehr gut durch die Corona-Zeit gekommen: Kurzarbeit war kein Thema, auch die Lieferketten waren nicht unterbrochen, weder beim Holz noch bei den Leimen aus der Schweiz und Schweden oder bei den Folien aus Polen. Die sehr gute Auslastung werde auch in den nächsten Monaten anhalten.

Von links Dominik Strobel, Toni Huber, Michael Weis (Amt für Strukturförderung), Gerhard Strobel, Kerstin Wiedemann (Wirtschaftsförderin Stadt Gaggenau) und Mario Mohr (Dezernent). Fotos: Senger

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Von links Dominik Strobel, Toni Huber, Michael Weis (Amt für Strukturförderung), Gerhard Strobel, Kerstin Wiedemann (Wirtschaftsförderin Stadt Gaggenau) und Mario Mohr (Dezernent). Fotos: Senger


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