„Hört auf mit dem Krieg“

Gaggenau (vgk) – Rund 100 Teilnehmer sind beim Friedensgebet der Gaggenauer Kirchengemeinde in der Innenstadt anwesend.

Rund 100 Menschen kommen zum Friedensgebet vor der Kirche St. Josef. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Rund 100 Menschen kommen zum Friedensgebet vor der Kirche St. Josef. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Über 100 Teilnehmer eines Friedensgebets bekundeten am Samstagmorgen vor der Kirche St. Josef in Gaggenau ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine. Die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden Gaggenau hatten zu diesem zusätzlichen Friedensgebet eingeladen.

Die muslimische Glaubensgemeinschaft musste coronabedingt absagen, wie Pastoralreferent Marius Krettenauer von der Seelsorgeeinheit Gaggenau im Gespräch ausführte. Die bunt zusammengewürfelte Friedensband mit Mitgliedern beider Kirchen umrahmte die Feier musikalisch.

Für keinen der Teilnehmer, ebenso wie für die kirchlichen Initiatoren, war es ein normales Friedensgebet. Einen Krieg auf europäischem Gebiet hatte so lange nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs niemand mehr für möglich gehalten. Die Fassungslosigkeit darüber stand dem einen oder anderen auch am dritten Tag russischer Kriegshandlungen auf ukrainischem Boden noch ins Gesicht geschrieben.

Friedensappell an russische Regierung

Die Stimmung unter den Versammelten war eher gedrückter Natur und stand im gänzlichen Gegensatz zu der gut gelaunt vorbeiziehenden Narrengruppe.

„Seit Donnerstag ist die Welt eine andere geworden. Das macht uns fassungslos“, sagte Krettenauer an die Menschen gewandt.

In den Mittelpunkt des Friedensgebets stellten die Teilnehmer Mitgefühl und Solidarität für die vom Krieg Betroffenen. Beides fand seinen Ausdruck in den Gebeten und den gesungenen Liedern. Mit Handys wurden Videos erstellt, um diese sogleich zu teilen oder weiterzuleiten, als ein sichtbarer Akt der Verbundenheit.

Der an den Aggressor gerichtete Appell der Redner war laut und deutlich: Hört auf mit dem Krieg. Krieg soll um Gotteswillen nicht sein, Frieden ist das, was wir in Gottesnamen erbitten. Nicht wenige Teilnehmer nahmen im Anschluss noch die Gelegenheit wahr, bei dem auf Spendenbasis ausgegebenen Kaffee und Tee zusammenzustehen und sich auszutauschen.


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