Hoffen auf Wiederkehr der Normalität

Rastatt (fuv) – In der Tanzschule Müller wird wieder das Bein geschwungen – allerdings unter Auflagen. Geplante Investitionen liegen coronabedingt auf Eis.

Landtagsabgeordneter Thomas Hentschel (Grüne) beim Corona-Tanz mit den Tanzlehrern Olga Müller-Omeltschenko und Ralf Müller (von rechts). Foto: F. Vetter

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Landtagsabgeordneter Thomas Hentschel (Grüne) beim Corona-Tanz mit den Tanzlehrern Olga Müller-Omeltschenko und Ralf Müller (von rechts). Foto: F. Vetter

Dort hingehen, wo es in der Hochphase der Corona-Pandemie am meisten wehgetan hat: Deshalb sei er gekommen, sagte Thomas Hentschel , Landtagsabgeordneter der Grünen, bei einem Besuch in der Rastatter Tanzschule Müller.
Besonders gebeutelt durch Lockdown-Maßnahmen seien Gastronomie, Theater, Kinos und auch Tanzschulen, erläuterte der Abgeordnete. Er wolle sich informieren, wie die staatlichen Hilfen angekommen seien und was weiter notwendig wäre. Ralf Müller, der die traditionsreiche Tanzschule mit seiner Frau Olga Müller-Omeltschenko betreibt, betonte, dass sie drei Monate zum Nichtstun gezwungen gewesen seien. Mit den entsprechenden Einnahmeeinbußen. Er rechne nur mit einem Drittel des üblichen Jahresumsatzes.

Seit dem 2. Juni dürfen auch Tanzschulen unter Auflagen wieder arbeiten. Die Abstandsregelungen seien zunächst fast nicht umsetzbar gewesen. So konnte die Tanzschule nur Privatstunden geben. Der Tanzlehrerverband habe erfolgreich interveniert. Und ab dem 9. Juni konnten auch die Tanzkurse für die Stammkunden wieder stattfinden. Seit gestern gibt es keine Quadratmeterzahl pro Tanzpaar. Es gilt die Maximalanzahl von 20 Personen im Raum. Die 1,50 Meter Abstand zwischen den Paaren müssen eingehalten werden. Im 144 Quadratmeter großen Tanzsaal der Müllers gelinge dies gut. Das Kursangebot ist begrenzt. „Ich hoffe, dass wir im September wieder einigermaßen normal arbeiten können“, so Müller. Was für viele Unternehmen gelte, treffe auch auf sie zu: Wer gut gewirtschaftet hat, der überstehe die Krisenzeit.

Geplante Investitionen auf Eis

Geplante Investitionen seien allerdings erst einmal auf Eis gelegt. Dazu gehören bei der Tanzschule Müller auch neue Kühlschränke. Da setzte der Grünen-Politiker an. Grundsätzlich sieht er den Staat in der Pflicht, den Steuerzahlern in solchen Krisenzeiten zu helfen. Er plädiert dafür, dass gerade Investitionen in Umwelttechnik, wie auch neue Kühlschränke, gefördert werden sollten. Dies wolle er in der Fraktionssitzung nächste Woche besprechen und eine Anfrage an das Umwelt- und das Staatsministerium stellen. Hentschel geht davon aus, dass es ein zweites Hilfspaket geben wird.

Wie er die Situation weiter einschätze, wollte Ralf Müller von dem Politiker wissen. Genau sagen könne man das natürlich nicht, so Hentschel. Der Erkenntnis-Fortschritt der Virologie sei da sehr wichtig. Dann werde und müsse es weitere Lockerungen geben. Schließlich wollte Hentschel von den Müllers wissen, was sie für Wünsche an die Politik hätten. Weitere finanzielle Hilfen und künftig mehr Klarheit bei den Regeln, sagte Müller.

Dass der Besuch in einer Tanzschule nicht ohne ein Tänzchen enden kann, ist eigentlich klar. Dazu stellte Olga Müller-Omeltschenko gestern den Corona-Tanz ihrer Schule vor. Zu einem vietnamesischen Song haben die Müllers einen Tanz kreiert, den die kleinsten Tanzschüler vor jeder Stunde gezeigt bekommen und tanzen. Die Choreografie zeigt die wichtigsten Abstands- und Hygieneregeln. Das fand der Grünen-Politiker richtig gut und begab sich mit den beiden Tanzlehrern aufs Parkett.


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