Hoffen, „dass der Spuk bald vorbei ist“

Baden-Baden (hez) – Das Theater Baden-Baden hat im Hauptausschuss eine Zwischenbilanz der Pandemie-Spielzeit 2020/21 gezogen. Künftig wird es zudem andere Preise geben.

Im Rahmen des Festivals „Fit fürs Abi digital“ bietet Schauspieler Sebastian Mirow eine „Faust Werkstatt“. Foto: Brummer/Archiv

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Im Rahmen des Festivals „Fit fürs Abi digital“ bietet Schauspieler Sebastian Mirow eine „Faust Werkstatt“. Foto: Brummer/Archiv

Eine Zwischenbilanz der laufenden Spielzeit 2020/21 des Theaters Baden-Baden unter Pandemie- und Lockdown-Bedingungen zogen Interimsintendantin Kekke Schmidt und Verwaltungsleiterin Marie Leibing am Montag in der Sitzung des gemeinderätlichen Hauptausschusses.

Eigentlich, so Schmidt, habe die Spielzeit ja trotz der außergewöhnlichen Situation recht gewöhnlich begonnen: „Wir haben fast normal gespielt.“ Vier Premieren konnte man auf die Bühne bringen, ehe dann im November der Lockdown den Theaterbetrieb in einem großen Umfang beeinträchtigte. Immer wieder habe man auf Öffnung gehofft, und „dass der Spuk bald vorbei ist“.

Diverse Online-Angebote

So blieb oft nur die intensive Probenarbeit, bei der man Aufführungen wie die „Stadtmusikanten“ und eine Musical-Revue, die nun in der kommenden Spielzeit auf dem Programm stehen, premierenreif geprobt habe. Entwickelt wurden dann auch diverse Online-Angebote wie zum Beispiel die Digital-Version von „Fit fürs Abi“, bei der eine „Faust“-Werkstatt und der „Steppenwolf“ im Blickpunkt standen. Zu den guten Ideen zählten auch die Rezitationen von Schauspielern am Telefon unter dem Motto „Bei Anruf Wort“.

Nun hoffe man sehr, so Schmidt, „dass wir bald wieder spielen können“. Zunächst soll dies draußen passieren – und zwar auf der Hofbühne und am Marktplatz („Was ihr wollt“).

Trotz eines starken Rückgangs der Zahl der Vorstellungen seit Beginn der Pandemie steht das Theater laut Marie Leibing „finanziell gar nicht so schlecht da“. Die Aufwendungen blieben unter anderem durch rechtzeitige Verschiebung und Absage von Produktionen rund 2,1 Millionen Euro unter dem Ansatz – das sind etwa 28 Prozent weniger als geplant. Dem gegenüber stehen die verminderten Erträge (entfallene Eintrittsgelder und Vermietungen) in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro, was einem Minus von 26 Prozent im Vergleich zum Haushaltsansatz entspricht.

Lage „noch positiv zu beweren“

Noch nicht berücksichtigt sind hier die Zahlungen des Bundes für die Kurzarbeit und die November-/Dezemberhilfen. Durch den gleichgebliebenen Zuschuss des Landes führen die Bundesgelder zu einer Entlastung des städtischen Haushalts. Daher, so heißt es im Bericht des Theaters, sei die finanzielle Lage im Jahr 2020 „noch positiv zu bewerten“.

Die Kurzarbeit wurde für das Theater Baden-Baden bis zunächst zum 20. Juni 2021 verlängert, was neben einer finanziellen Entlastung auch die Arbeitsorganisation (Arbeitsschutz) erleichtert. Die erhoffte Durchführung der beiden erwähnten Produktionen für das erste Halbjahr 2021 auf der Hofbühne und am Marktplatz werden die Ertragslage laut Berechnungen des Theaters nicht erheblich verbessern. Aufgrund eingeschränkter Kapazitäten erwarte man lediglich noch 5,4 Prozent der sonst im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. August erzielten Eintrittsgelder.

In der Sitzung des Hauptausschusses gab es von allen Seiten einhelliges Lob und große Anerkennung für die Arbeit und das Durchhaltevermögen des Theaters in diesen schwierigen Zeiten.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
19. Mai 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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