Hoffnungsschimmer für Radweg über den Rhein

Soufflenheim (ar) – Für die Planungen für eine neue Radverbindung zwischen Wintersdorf und Beinheim gibt es nun Hoffnung auf eine Co-Finanzierung mit EU-Geldern.

Wellenlinie von Ufer zu Ufer: So könnte die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer aussehen. Fotomontage: Landratsamt

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Wellenlinie von Ufer zu Ufer: So könnte die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer aussehen. Fotomontage: Landratsamt

Noch immer haben es Radfahrer schwer, das rund 1.000 Quadratkilometer große räumliche Museum des Pamina-Rheinparks mit dem Fahrrad zu durchqueren. Schuld daran ist nicht ein fehlendes, gut ausgebautes Radwegenetz.

Zusammenhalt und Solidarität

Vielmehr mangelt es an den erforderlichen Rheinüberquerungen für Radfahrer. Einen kleinen Hoffnungsschimmer auf Co-Finanzierung überbrachte dieser Tage Dr. Thomas Köhler vom Interreg-Sekretariat Oberrhein.

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht nur von Veranstaltungen und Projekten lebe, sondern auch vom Engagement der Bürger, der politisch Verantwortlichen sowie von einem großen Zusammenhalt und Solidarität, sagte Claus Haberecht, Geschäftsführer des Pamina Rheinpark.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung, zu der sich Vertreter der Städte, Gemeinden und Körperschaften aus dem Badischen, dem Nordelsass und der Südpfalz in Soufflenheim trafen, wurde nochmals an den vor wenigen Tagen verstorbenen Landrat Toni Huber gedacht, der sich mit großem Einsatz für weitere Radwege- und Zugverbindungen über den Rhein eingesetzt hatte.

„Kulturgut in unserer Raumschaft“

Ein großes Zeichen der Solidarität über die Grenzen hinweg sei im vergangenen Jahr das von Politikern und Bürgermeistern verfasste Manifest zur Grenzschließung gewesen, das auch bei Bund und Land Gehör gefunden habe, sagte Haberecht. Zur Stärkung dieser Freundschaft habe ebenso das Fest zum 125-jährigen Jubiläum der Rheinbrücke Wintersdorf-Beinheim beigetragen.

Die hierzu von Kreisarchivar Martin Walter erarbeitete Wanderausstellung ist aktuell noch bis 30. Juli im Rathaus Soufflenheim zu sehen. Interessierte Städte und Gemeinden können die Ausstellung kostenlos für drei bis vier Wochen ausleihen, wie Haberecht betonte. „Die Brücke und deren Geschichte ist ein Kulturgut in unserer Raumschaft“, so der Pamina-Rheinpark-Geschäftsführer.

Gut vernetzt ist der rund 300 Kilometer lange Pamina-Radweg mit vielen anderen Radwegen in der badisch-elsässisch-pfälzischen Grenzregion. Doch im gesamten Pamina-Rheinpark, der zwischenzeitlich von Killstett/Rheinau im Süden und Germersheim/Eggenstein-Leopoldshafen im Norden reicht, gibt es für Radfahrer lediglich Querungsmöglichkeiten an der neuen Radwegbrücke Gambsheim, der Fähre Drusus in Drusenheim/Rheinmünster-Greffern, der Wintersdorfer Brücke, der Fähre Seltz/Rastatt-Plittersdorf und der Fähre Neuburgweier.

Machbarkeitsstudie bis Ende 2022

Seit zwölf Jahren laufen nunmehr schon die Planungen für eine weitere Radwegbrücke zwischen der Wintersdorfer Brücke und der Staustufe Iffezheim. Eine konkrete Machbarkeitsstudie soll nun bis Ende 2022 vorliegen. Dann können Förderanträge im neu aufgelegten europäischen Förderprogramm Interreg VI gestellt werden, das von 2021 bis 2027 läuft.

Wie Dr. Thomas Köhler informierte, stellt die Europäische Union in diesem Zeitraum voraussichtlich 125 Millionen Euro Fördermittel für Projekte am Oberrhein zur Verfügung. Im letzten Interreg-Förderprogramm waren es nur 109 Millionen Euro. Frühestens Ende des zweiten Quartals 2022 könnten die ersten Projekte genehmigt werden, so Köhler. Er appellierte an alle in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Verantwortlichen, schon jetzt Projekte anzumelden. Zum ersten Mal können auch Anträge für Kleinprojekte eingereicht werden. Ein entsprechendes Formular kann auf der Internetseite www.interreg-oberrhein.eu heruntergeladen werden. Aus dem Topf der Interreg-VI-Förderung könnte auch die neue geplante Radwegbrücke profitieren, deren Fertigstellung bis 2025 realisiert werden könnte.


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