Hohe Nachfrage bei den Sommerschulen

Baden-Baden (kos) – Auch 2021 gibt es in Baden-Baden und Gernsbach wieder Sommerschulen. Dort können Schüler Defizite aufzuholen, Neues lernen und soziale Kompetenzen stärken.

Weg vom Schreibtisch: Schüler können im Sommer neue Motivation für das Schuljahr schöpfen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Weg vom Schreibtisch: Schüler können im Sommer neue Motivation für das Schuljahr schöpfen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Es wird eine „Kombination aus Ferienfreizeit und Nachhilfeangebot“, beschreibt Werner Schlindwein, Schulleiter der Theodor-Heuss-Schule Baden-Baden, die Sommerschulen in diesem Jahr. Unter den insgesamt 81 Standorten, die das Sommerschulen-Programm in Baden-Württemberg anbieten werden, befinden sich neben der Theodor-Heuss-Schule auch die Von-Drais-Gemeinschaftsschule Gernsbach. Das in der Regel einwöchige Programm findet in der Kurstadt und in Gernsbach in der letzten Sommerferienwoche statt.

Laut Mitteilung des Kultusministeriums sollen die Sommerschulen ein Rahmenprogramm anbieten, das neben der Nachhilfe in den Kernfächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch auch die sozialen und interkulturellen Kompetenzen der Schüler stärken soll.

Inhalten werden handlungsorientiert vermittelt

Wolfgang Held, Leiter des Staatlichen Schulamts Rastatt, betont die ganzheitlichen und praxisorientierten Angebote, bei denen „Lerninhalte sehr handlungsorientiert“ vermittelt werden sollen, ohne den ganzen Tag im Klassenraum zu sitzen. Das bestätigen auch Schlindwein und Felicitas Heck, Schulleiterin der Gernsbacher Gemeinschaftsschule. So ist der Vormittag für Nachhilfe in den Kernfächern vorgesehen. Am Nachmittag können die Schüler dann in außerschulischen Aktivitäten nachgehen und Kernthemen spielerisch erarbeiten.

Für die Viertklässler der Theodor-Heuss-Schule ist nach Angaben des Kultusministeriums eine Kooperation mit dem Festspielhaus Baden-Baden geplant, die unter anderem Sprachförderung und Theater zum Inhalt haben wird. Im vergangenen Jahr wurde von den Schülern beispielsweise ein Theaterstück einstudiert und am Ende der Woche vor den Eltern aufgeführt. Die siebten und achten Klassen der Baden-Badener Schule werden ihre Zeit im Nationalpark Schwarzwald verbringen – dort sogar mit Übernachtung.

„Auch ein bisschen Urlaub“

Es werde „ein bisschen wie im Landschulheim“, beschreibt Heck die Sommerschule. Das habe den großen Vorteil, dass sich Schüler nach viel Online-Unterricht und weggefallenen Sozialkontakten wieder persönlich mit anderen Schülern austauschen könnten, so Heck. Für die Gernsbacher Schüler sind dazu kunstspezifische Angebote im Bereich Film, Druck und Theater geplant.

Ähnlich wie im vergangenen Jahr ist auch 2021 die Nachfrage sehr hoch, so Schulamtsleiter Held. Gerade auch durch die sozialen Lerneffekte sei die Sommerschule für die Jugendlichen „hoch motivierend“, wie er einschätzt. Die Plätze, die für die jeweiligen Schulen bereitstehen, seien „immer ausgebucht“, gab er an. Das führe mittlerweile dazu, dass nicht mehr alle Schüler teilnehmen können und Wartelisten erstellt werden. Um diejenigen Schüler mit dem größten Förderbedarf im Vorfeld zu selektieren, werden diese von den Schulen durch Leistungsbeurteilungen empfohlen. Wer schlussendlich zugelassen wird, entscheidet dann das Schulamt, erklärt Held.

Nicht zu verwechseln ist die Sommerschule mit dem zeitgleich stattfindenden „Lernbücken“-Programm. Die Ziele beider Angebote seien zwar ähnlich. In den Sommerschulen gehe es im Vergleich aber darum, den Jugendlichen ein lern- und erlebnispädagogisches Konzept zu bieten, das vor allem außerhalb des Klassenraumes stattfinden soll, fasst Held zusammen.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

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Erstellt:
22. Juli 2021, 07:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 21sec

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