Hoher Ertragsausfall, guter Absatz

Bühl/Ottersweier (ans) – Deutlicher Ertragsausfall durch Frost und zuletzt Hitze, dafür erfreulicher Absatz: Das ist die Bilanz bei der hiesigen Zwetschgenernte, die in den letzten Zügen liegt.

Echte Bühler Zwetschgen: Marco Pfeifer bei der Ernte.  Foto: Anna Strobel

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Echte Bühler Zwetschgen: Marco Pfeifer bei der Ernte. Foto: Anna Strobel

In Sasbach, dem Hafter Feld und bei Ottersweier Richtung Hub – hier liegen die Anbaugebiete der Landwirtsfamilie Pfeifer. Auf den Feldern nahe des Familienbetriebs Laufbachhof wachsen prächtige Zwetschgenbäumchen in langen Reihen. Die Äste sind vollbehangen mit knackig-frischen Früchten, die in intensiven Lila- und Blautönen leuchten.
Jetzt neigt sich die Ernte der berühmten Zwetschge aus Bühl schon wieder dem Ende zu. In der vergangenen Woche ernteten Marco und Gertrud Pfeifer vom Ottersweierer Laufbachhof eine der letzten Zwetschgensorten des Jahres, die Topper.

In den folgenden Tagen holten die Ottersweierer Landwirte die namensverwandte, aber etwas größere Top von den Bäumen. Zu guter Letzt wird in dieser Woche noch die Zwetschgensorte mit dem klangvollen Namen Presenta ihren Weg in die grünen Obstkörbchen finden.

„Die Presenta wird meist an Bäcker verkauft, weil sich bei dieser Sorte der Stein gut vom Fruchtfleisch löst“, erklärt Pfeifer. Insgesamt bauen die Hofbesitzer zwölf Sorten an. „Von früh bis spät ist da alles dabei“, so der Landwirtschaftsmeister. Die erste erntereife Sorte, die auf den Äckern der Familie wächst, trägt den Namen Katinka und ist ebenfalls eine Backzwetschge.

Geerntet werde immer, kurz bevor die leckeren violetten Früchte vollständig ausgereift seien, denn Pfeifers „wollen dem Kunden frische Ware anbieten“. Vier bis fünf Tage dauert es, bis die blauen Köstlichkeiten im Supermarkt in die Warenauslage gelangen.

Nach eigener Einschätzung geben die Hofinhaber ungefähr 90 Prozent der Erträge an den Obstgroßmarkt Mittelbaden (OGM) in Oberkirch ab. Nur einer kleiner Teil wird im betriebszugehörigen Hofladen direkt an den Konsumenten verkauft.

Gut angefangen hatte das Zwetschgenjahr nicht. Drei Frostperioden im Frühjahr führten zu einem deutlichen Ertragsausfall in der Region Bühl, bestätigt Markus Litterst vom OGM. Laut Gertrud Pfeifer belief sich der Verlust für den Familienbetrieb auf rund 50 Prozent. „Vom Hagel blieben wir bisher verschont“, ergänzt Litterst.

„Der Frost kam später als sonst, dafür fielen die Temperaturen unter minus acht Grad, viel zu kalt für die zarten Blüten der Zwetschge“, so Hofchefin Gertrud Pfeifer. Bei einigen der edlen Früchte führte die Kälte zu gespaltenen Kernen im Fruchtinneren. Für den Verzehr stelle das kein Problem dar, aber für die verarbeitende Industrie erschwere das die Weiterverwendung, da sich ein kaputter Kern schwer lösen lasse.

Durch den frostbedingten Ertragsausfall stieg der Preis für das Kilo an. Stark betroffen war das Anbaugebiet bei Sasbach. Über Absatzprobleme können Pfeifers in diesem Jahr aber nicht klagen. Die Kunden habe der vergleichsweise hohe Preis nicht abgeschreckt.

Finanzielle Einbußen hatten Pfeifers daher nicht, denn „die fehlende Menge wird durch den guten Absatz wieder ausgeglichen“, erklärt der Landwirt. „Dieses Jahr bekommen wir knapp einen Euro pro Kilo“, so Pfeifer. Das sei ein guter Preis. Erst „wenn der Preis unter 50 Cent für das Kilo fällt, wird es kritisch für uns“, erzählt Gertrud Pfeifer. Den Sommer über sei der Preis aber stabil geblieben.

Während der letzten Hitzewelle litt auch die edle Frucht. Die Zwetschge entwickele Trockenstress, wenn der Niederschlag zu lange ausbleibe. Die Spätsorten seien nur teilweise von Sonnenbrand betroffen gewesen, sagt Pfeifer.

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Erstellt:
17. August 2020, 06:30 Uhr
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