Holperstrecke zur Burg Windeck wird erneuert

Von Joachim Eiermann

Bühl/Ottersweier (jo) – Die Holperstrecke zur Burg WIndeck ist bald Vergangenheit. Die Ortsdurchfahrt Riegel soll im Sommer 2022 saniert werden, in Ottersweier-Hard stehen drei Varianten zur Auswahl

Holperstrecke zur Burg Windeck wird erneuert

Gemächlicher „Wildwechsel“ in Riegel: Die Fahrbahn der Kappelwindeckstraße (K3749) soll im nächsten Jahr saniert werden. Foto: Joachim Eiermann

Wer sein Auto die K3749 hoch zur Burg Windeck quält, kann unter Realbedingungen die Qualität von Stoßdämpfern austesten. Denn große Teile der engen, kurvenreichen Straße sind spürbar in die Jahre gekommen. Vor sechs Jahren ließen sich die Kreisräte bei einer sogenannten Kreisstraßen-Bereisung im Bus kräftig durchschütteln, seither ist ein Bestandsausbau in Dauerplanung.

Im nächsten Jahr soll es – über die routinemäßige Behelfsflickerei von Frostbeulen hinaus – endlich losgehen. Drei marode Abschnitte der insgesamt rund fünf Kilometer langen Holperpiste hat der Landkreis als Straßenbaulastträger konkret in der Mache. Wie das Landratsamt Rastatt auf Anfrage mitteilt, handelt es sich dabei um die Ortsdurchfahrt Hard (Gemarkung Ottersweier) und das anschließende Teilstück bis Waldmatt, beide am südlichen Ast der Burgauffahrt gelegen. Auf der Nordseite steht die Ortsdurchfahrt Riegel im Fokus.

Der Reihe nach: Für eine Erneuerung des rund 400 Meter langen Straßenabschnitts auf Ottersweierer Gemarkung steht schon Geld bereit. „Im Haushalt des Landkreises sind Mittel enthalten, um die Bauarbeiten gegebenenfalls noch dieses Jahr vergeben zu können“, lässt Benjamin Wedewart, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Landratsamt, wissen. Allerdings sei noch nicht entschieden, welche von drei Varianten zur Ausführung kommen soll.

Stadtwerke Bühl wollen nicht länger wartenDenn abgesehen vom schlechten Zustand der Fahrbahn und einer unzureichenden Entwässerung stellt sich in der Hard ein weiteres profundes Problem: Fußgänger müssen auf die Straße ausweichen. Die Gemeinde will Abhilfe schaffen – auf eigene Kosten. Variante eins sieht einen durchgängigen, einseitigen Gehweg vor, der den Bau von Stützmauern erfordert. Variante zwei ist ein „Not-Gehweg“ mit Schrammbord (ohne Stützmauer). In beiden Fällen bedarf es des Grunderwerbs. Ein solcher entfällt bei Variante drei: einem einfachen Straßenausbau mit beidseitigen Entwässerungsrinnen und einer Angleichung an den Bestand.

Das Projekt Hard befinde sich aktuell noch im Stadium der Entwurfsplanung, schildert Wedewart. Mitursächlich dafür sei, dass das Verkehrsministerium erst Anfang dieses Monats über die Förderfähigkeit einer Variante entschieden habe. „Darüber hinaus befinden wir uns im Abstimmungsprozess mit der Gemeinde Ottersweier, um letztlich die Ausführungsvariante zu fixieren.“ Mit einem Ergebnis werde im Lauf des Frühjahrs gerechnet.

Unterdessen wollen die Bühler Stadtwerke nicht länger zuwarten. In der Ortsdurchfahrt Hard sollen in Kürze Gasleitung und Breitbandrohre von Rittersbach nach Neusatz verlegt werden. Die Gemeinde Ottersweier will diese Gelegenheit nutzen, um gleichzeitig ihre Wasserleitungen zu erneuern. Konsequenz daraus: In der K3749, die hier Burg-Windeck-Straße heißt, dürfte voraussichtlich zweimal gebuddelt werden, wenn der Landkreis mit zeitlichem Abstand hinterherkommt. „Eine koordinierte Realisierung ist aktuell eher unwahrscheinlich“, räumt der Pressesprecher ein.

Der weitere Ausbau in Richtung Waldmatt werde indes zusammen mit der Ortsdurchfahrt Hard umgesetzt, gibt Wedewart zu verstehen. In der Fortführung auf Neusatzer Gemarkung sei „ein einfacher Ausbau mit voraussichtlich zwei Haltebuchten“ vorgesehen. Die dortige extrem schmale Straßenführung ist durch einen Steilhang bedingt. Ein Ausweichen im Begegnungsverkehr, vor allem mit Bussen, ist bislang erheblich erschwert. Insgesamt 1,41 Millionen Euro (inklusive Planung) sind im Kreishaushalt für den südlichen Teil Hard/Waldmatt veranschlagt, davon 40.000 Euro im laufenden Jahr.

Hunderte Schadstellen pflastern die StraßeOrtswechsel: Die Auffahrt zur Burg via Kappelwindeck gilt von der Einmündung des Riegelhofwegs bis hoch an die Abzweigung zur Ruine als kapitaler Sanierungsfall. Hunderte von Schadstellen pflastern die Straße. Thomas Marx, Leiter des Straßenbauamts, erklärte bereits vor zwei Jahren gegenüber dem BT: „Diese zwei Kilometer haben es in sich.“ Dies gilt insbesondere für den Bereich oberhalb des Ortsausgangsschilds, wo die eine oder andere Stützmauer zur Hangsicherung erforderlich werden dürfte. Zunächst geht es aber um die Ortsdurchfahrt Riegel (Kappelwindeckstraße). Auf rund 400 Metern Länge ist zwischen den Abzweigungen Riegelhofweg und Berggasse eine laut Wedewart „grundhafte Erneuerung“ vorgesehen. Kostenaufwand: 1,07 Millionen Euro.

Auch dieses Projekt befinde sich noch im Stadium der Entwurfsplanung und werde „in Abstimmung mit der Stadt Bühl weiterentwickelt, um letztlich zu einer konsensfähigen Lösung zu kommen“, so der Pressesprecher. Die Stadt möchte in einem Aufwasch Kanalisation und Hausanschlüsse erneuern. Für das Vorhaben gibt es bereits einen Termin, der noch unter dem Vorbehalt staatlicher Förderung im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes steht: „Die Realisierung ist für Sommer 2022 geplant“, so Wedewart. Die Erneuerung der K3749 soll schließlich „keine unendliche Geschichte“ werden, wie Straßenbauamts-Chef Marx 2019 erklärt hatte.