Holpriger Start der zweiten und vierten Phase

Kuppenheim (mak) – Zwei weitere Sanierungsabschnitte in der Kuppenheimer Friedrichstraße und die damit verbundene Sperrung der Murgbrücke haben zum Auftakt für Verkehrsprobleme gesorgt.

Am Ende der Favoritestraße geht es nur noch nach rechts in einen Teilbereich der Friedrichstraße. Die Brücke über die Murg ist seit Montag gesperrt. Foto: Frank Vetter

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Am Ende der Favoritestraße geht es nur noch nach rechts in einen Teilbereich der Friedrichstraße. Die Brücke über die Murg ist seit Montag gesperrt. Foto: Frank Vetter

Die Friedrichstraße, die mit der Murgtalstraße die Hauptverkehrsader in Kuppenheim bildet, wird seit dem 25. Mai abschnittsweise saniert. Zu Beginn des zweiten und vierten Sanierungsabschnitts am Montag hat die komplette Sperrung der Murgbrücke offenbar für Verkehrsprobleme gesorgt, von denen nicht nur Ortsfremde betroffen waren, wie ein Anwohner dem BT berichtet.Gegen 17 Uhr seien Absperrungen an der Brücke über die Murg aufgestellt worden, berichtet der Kuppenheimer. Zahlreiche Autofahrer, die von Muggensturm kamen, seien dann nach rechts in die Neufeldstraße gefahren, die als Sackgasse beim Reisigplatz endet. Kuppenheimer wüssten zwar, dass die Neufeldstraße eine Sackgasse sei, Ortsfremde hingegen nicht. „Einige Autofahrer haben sich dermaßen über die Absperrungen geärgert, dass sie diese zur Seite geräumt haben und einfach über die Brücke gefahren sind. Ich habe dann bei der Polizei in Gaggenau angerufen, die nach etwa einer Viertelstunde da war und die Absperrung wieder aufgestellt hat“, berichtet der Anwohner. Ein größeres Problem habe es seiner Einschätzung nach in der Favoritestraße gegeben. Am Ende der Favoritestraße ist ein Abbiegen nach links in Richtung Murgbrücke nicht mehr möglich, nach rechts in einen Teilbereich der Friedrichstraße aber schon. „Viele Autofahrer haben in der Favoritestraße versucht, auf den Seitenstraßen bis zur Friedrichstraße zu gelangen, doch die Seitenstraßen waren am Ende gesperrt“, berichtet der Anwohner. Entsprechend eng sei es auf dem Rückweg im Begegnungsverkehr zugegangen.

Erste Bauphase dauert vier Wochen länger

Die am Montag begonnene zweite Bauphase, die voraussichtlich bis zum 11. Juli dauert, beinhaltet eine weitere Sperrung der Friedrichstraße im Abschnitt zwischen der Adlerstraße und der Favoritestraße. Im Zusammenhang mit der seit 25. Mai laufenden ersten Bauphase wurde die Friedrichstraße zwischen der Wilhelmstraße und der Schulstraße gesperrt (wir berichteten). Doch diese Bauphase verzögert sich nun, denn „beim Auskoffern der Straße wurde eine zu geringe Überdeckung der Versorgungsleitungen festgestellt“, teilte das Regierungspräsidium Karlsruhe als Bauherr am Montagnachmittag mit. Das erforderliche Tieferlegen der Leitungen werde aktuell mit den Versorgungsträgern abgestimmt. Dadurch werde sich die erste Bauphase aber um etwa vier Wochen bis zum 16. Juli verlängern. Um diese Verzögerungen aufzufangen, hat das RP nun am Montag parallel mit den nachfolgenden Bauphasen zwei und vier begonnen. Letztere soll bis zum 9. Juli dauern und beinhaltet die Sperrung zwischen dem Kunstwiesenweg und der Neufeldstraße. Im Kuppenheimer Rathaus gingen gestern zahlreiche Anrufe wegen der Sperrungen ein, berichtet Bürgermeister Karsten Mußler im BT-Gespräch. „Das Kernproblem war, dass mit der Baustelle begonnen wurde, ohne vorher die entsprechende Beschilderung aufzustellen.“ Allerdings werde bereits in den benachbarten Ortschaften mit entsprechenden Schildern darauf hingewiesen, dass die Ortsdurchfahrt von Kuppenheim gesperrt ist: „Leider halten sich viele Autofahrer nicht daran und versuchen trotzdem, durch Kuppenheim zu fahren“, ärgert sich der Rathauschef.

Umleitungen im Vorfeld abgestimmt

Die erforderlichen Umleitungen und deren Ausschilderung seien im Vorfeld zwischen Stadtverwaltung, Regierungspräsidium, Polizei und Ingenieurbüro abgesprochen worden. Man werde aber die Situation zum Anlass nehmen, das Thema „auch großräumig anzuschauen“ und zu überlegen, wie man den Verkehrsfluss vielleicht noch verbessern könnte: „Wir geben unser Bestes“, sichert Mußler zu. Auch mit dem Regierungspräsidium sei man im Gespräch, wo sich die Verantwortlichen erneut mit den Absperrungen befassten. Am heutigen Mittwoch soll es diesbezüglich eine Besprechung geben. „Es muss nachgebessert werden“, verdeutlicht auch RP-Pressesprecherin Irene Feilhauer auf BT-Nachfrage. Die verantwortlichen Vertreter von Regierungspräsidium, Ingenieurbüro, Polizei und Stadt tauschten sich aus, wie die Verkehrssituation verbessert werden könnte. Die in sieben Phasen unterteilte Sanierung der Friedrichstraße erstreckt sich von der Einmündung der Wilhelmstraße bis zum Verkehrsknotenpunkt L67/Fritz-Minhardt-Straße am Ortsausgang Richtung Muggensturm. Sie soll bis zum 12. November abgeschlossen werden. Die parallel ausgeführten Abschnitte werden laut Mitteilung des RP bis zum 16. Juli soweit fertig sein, dass am 17. und 18. Juli im gesamten Bereich der Asphalt aufgetragen werden kann. Dazu müssen an diesem Wochenende alle drei Abschnitte voll gesperrt werden. Trotz der Verzögerung in Bauphase eins werde es aufgrund des parallelen Beginns der Bauphasen zwei und vier keine Verzögerung bei der Gesamtbaumaßnahme geben, zeigt sich die Behörde zuversichtlich. Die Umleitung des überörtlichen Verkehrs Richtung Norden erfolgt über die L77 bis zur B462 sowie Richtung Süden in umgekehrter Folge. Die Landesstraße L67 ist während der gesamten Bauzeit vom Norden über die B462 kommend bis zum Gewerbegebiet befahrbar. Die Zeiten für die Bauphasen drei und fünf bis sieben werden vor dem jeweiligen Baubeginn rechtzeitig bekannt gegeben. Aufgrund der unvorhergesehenen Leitungsarbeiten erhöhen sich die Baukosten von 1,8 auf rund zwei Millionen Euro.

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Erstellt:
22. Juni 2021, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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