Durmersheimer Horrorhaus im Zeichen von Corona

Durmersheim (manu) – Erst durfte er nicht, jetzt doch: Marcel Lang wird coronagerecht zu Halloween ein „Horrorhaus“ kreieren.

Rückblick auf 2019: Hingucker war damals ein antiker Zahnarztstuhl in Marcel Langs erdachter Heilstätte.  Foto: Manuela Behrendt

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Rückblick auf 2019: Hingucker war damals ein antiker Zahnarztstuhl in Marcel Langs erdachter Heilstätte. Foto: Manuela Behrendt

„Es ist nicht zu fassen; wir haben die Genehmigung, die ‚Halloween Horror Night Durmersheim‘ durchzuführen.“ Marcel Lang ist angesichts dieser Wendung völlig aus dem Gruselhäuschen, springt vom Freudentaumel in den Stressmodus, ist „total heiß auf die kommenden Wochen“, in denen er das Motto „Haunted House: Halloween für Jung und Alt“ familiengerecht für seine Gäste umsetzt.
Im September war Enttäuschung bei Lang angesagt. Ist doch Halloween für den Mittdreißiger ein Höhepunkt im Kalenderjahr, macht den Oktober zu seinem Lieblingsmonat. Auch in Coronazeiten? Auf BT-Nachfrage bezüglich der „Halloween Horror Night Durmersheim“ ließ Lang zunächst verlauten: „Fällt aus“.

In Nordamerika ist die schauerliche Nacht ein Volksfest. Eingefleischte Fans verkleiden nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Behausungen. Im Englischen heißt ein derart ausstaffiertes Anwesen „Haunted House“, präsentiert sich als Friedhofsgruft, Folterkeller, Alienhöhle. Dafür ist Lang seit frühen Jugendtagen Feuer und Flamme. Abends vor Allerheiligen gehen in USA die Kinder von Haus zu Haus, fordern Leckereien mit den Worten „Süßes oder Saures“. Wer die Gabe verweigert, läuft Gefahr, einem Streich zum Opfer zu fallen.

Mit diesem „Trick or Treat“-Brauch beginnt Langs Passion für Halloween. Die Gestaltung eines passenden Ambiente für die Süßigkeitenjäger entwickelte er im Murgtal mit dem Umzug in die erste eigene Bude. „Ich habe Flur und Treppenhaus schauerlich dekoriert; die Kids durchliefen den Weg, erhielten an meiner Wohnungstür die süßen Sachen; natürlich war ich dabei aufwendig schrecklich kostümiert“, erzählt er.

Eine riesige Spielwiese

Mit seiner Frau Julia und den zwei kleinen Töchtern bewohnt er nun in Durmersheim eine Bleibe in der Wilhelmstraße. Das Haus sei für seine Halloween-Leidenschaft „ein absoluter Traum, eine riesige Spielwiese“. Den „Umbau“ mit allen erdenklichen Schikanen finanziert der Hausherr aus eigener Tasche, bereitwillige Helfer rekrutiert er aus dem Familien- und Freundeskreis.

So sieht das Horror-Haus bei Tag aus: Blick auf den Parcours der „Albtraumfabrik“ von 2018. Foto: Marcel Lang/Archiv

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So sieht das Horror-Haus bei Tag aus: Blick auf den Parcours der „Albtraumfabrik“ von 2018. Foto: Marcel Lang/Archiv

Bisher gab es bei der Durmersheimer Horrornacht einen Parcours, durch den die Gäste in Grüppchen geführt wurden. Sie erlebten eine jährlich wechselnde, von Lang inszenierte Thrillerdramaturgie, an der sich bis zu 30 Schauspieler beteiligten. „Auf solche Führungen sowie Akteure und blutige Spielszenen verzichte ich in diesem speziellen Herbst.“

Lang hat eine kreative Alternative für alle Generationen erdacht. „Mit Geistern, Monstern, Hexen, Gruselgestalten, Projektionen sowie allerlei Technik- und Soundeffekten kann unsere Spuk-Burg mit Mund-Nasenschutz und unter Einhaltung der Abstandsregeln von außen bestaunt werden.“ Man dürfe sich verzaubern und überraschen lassen, wirbt der Halloween-Fan für sein „Haunted House“. Dass Lang mal schnell mit originellen Ideen für Gäste jedes Alters aufwarten wird, dürfte sich mit seinem Spitznamen „Crazy“ erklären lassen, denn sein Alias ist besonders zu Halloween Programm.

Marcel Lang als Professor Seltsam. Foto: privat/Archiv

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Marcel Lang als Professor Seltsam. Foto: privat/Archiv

Das Ordnungsamt in Durmersheim hatte zum Schluss noch eine Überraschung parat für Langs spezielle Gruselnacht im Corona-Herbst. „Wir dürfen das Haus an zwei Abenden zur Schau stellen“, jubelt „Crazy“. Am 30. und 31. Oktober ist die Attraktion von 18 bis 22 Uhr zu besichtigen.

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Erstellt:
6. Oktober 2020, 06:00 Uhr
Lesedauer:
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