Hospiz-Dienst Malsch mit eigenem Büro

Malsch (manu/ar) – Nach 19-jähriger Tätigkeit von daheim aus hat der ökumenische Hospiz-Dienst Malsch nun eigene Räume. Beim Tag der offenen Tür erhielt Initiatorin Marianne Grässer die Landesehrennadel.

Montags und donnerstags von 9 bis 10 sowie von 17 bis 18 Uhr sind die Räume des Hospiz-Diensts in der Hauptstraße 81 besetzt.Foto: Manuela Behrendt

© manu

Montags und donnerstags von 9 bis 10 sowie von 17 bis 18 Uhr sind die Räume des Hospiz-Diensts in der Hauptstraße 81 besetzt.Foto: Manuela Behrendt

Mit einem dreistündigen Tag der offenen Tür machte der Ökumenische Hospiz-Dienst in Malsch am Samstagnachmittag auf sein neues Domizil aufmerksam.
Seit Gründung im Jahr 2002 hatte die Initiatorin, Organisatorin, frühere Vorsitzende und heutige Einsatzleiterin Marianne Grässer den ehrenamtlich tätigen Verein von ihrer Privatwohnung aus betrieben. Am Freitag hat man nun nach 19-jähriger „Tätigkeit von daheim aus“ eigenständige Räume für den kostenfrei arbeitenden Hospiz-Dienst in der Hauptstraße 81 eingeweiht.

Im Erdgeschoss stehen ein Büro, ein Besprechungszimmer sowie eine Kaffeeküche zur Verfügung. Montags und donnerstags von 9 bis 10 Uhr und von 17 bis 18 Uhr ist der Hospiz-Dienst regulär unter Telefon (0 72 46) 9 15 91 24 erreichbar. Außerhalb der Sprechzeiten wird der Anrufbeantworter abgehört. E-Mails kann man senden an info@hospiz-malsch.de. Terminabsprachen sind jederzeit möglich.

„Es trifft jeden einmal“

„Unser Thema ist nicht beliebt, aber jeden trifft es einmal“, sagte Grässer im BT-Gespräch über ihre Arbeit in der Begleitung von Schwerkranken, Sterbenden, deren Angehörigen sowie Trauernden.

Ein großes Anliegen der Hospizarbeit ist es, die Themen Sterben, Tod und Trauer aus der Tabuzone zu holen. Deshalb organisieren Grässer und ihre 15 ehrenamtlichen Mitstreiterinnen auch öffentliche Veranstaltungen zu diesen Themen. Seit Herbst 2008 liegen auf den Friedhöfen in Malsch, Sulzbach und Waldprechtsweier auch Totengedenkbücher auf, in denen die Verstorbenen seit dem Gründungsjahr des Diensts verzeichnet sind. So kann das Gedenken an die Verstorbenen erhalten bleiben, auch wenn keine Grabstätte mehr besteht.

Der „Abschiedsraum“, in dem Verstorbene im Marienhaus aufgebahrt werden, wurde 2009 ebenfalls vom Hospiz-Dienst gestaltet. Und zusammen mit der Gemeinde Malsch hat man den Flyer „Was ist im Sterbefall zu tun?“, der in den Kirchen sowie im Rathaus erhältlich ist, erstellt.

Landesehrennadel für Marianne Grässer

Wenn Menschen Hilfe brauchen, ist sie da, wenn Menschen in Trauer sind, tröstet sie. Für ihr außergewöhnliches Engagement und ihre unermüdliche ehrenamtliche Tätigkeit hat der Malscher Bürgermeister Markus Bechler am Freitagabend die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg an Marianne Grässer, langjährige Vorsitzende des Ökumenischen Hospiz-Diensts in Malsch überreicht.

Es war eine ganz besondere Feierstunde, zu der die beiden Pfarrer Rainer Warneck und Claudius Zeller gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung in die St.-Cyriak-Kirche eingeladen hatten. „Ich diente und sah, dass der Dienst Freude ist“, zitierte Pfarrer Warneck den bengalischen Schriftsteller Rabindranath Tagore. Viele Wegbegleiter waren zu der Feierstunde gekommen, die von Sonja Kraut an der Orgel und Klara Storz mit Gesang musikalisch gestaltet wurde.

Mehr als 500 Stunden ehrenamtlich geleistet

In seiner Laudatio erinnerte Bürgermeister Markus Bechler an die Anfänge des Ökumenischen Hospiz-Diensts in Malsch, der auf Anregung von Marianne Grässer am 17. September 2002 ins Leben gerufen wurde. Ununterbrochen bis Sommer 2021 war sie die Vorsitzende und bildete unter anderem die ehrenamtlichen Helferinnen aus.

„Sie leisteten 19 Jahre lang mehr als 500 Stunden jährlich ehrenamtlich“, sagte Markus Bechler, der ihre Arbeit als wichtigen Beitrag für die Gemeinde Malsch bezeichnete. „Wir danken Dir, dass Du 19 Jahre lang Kopf, Herz und Seele unseres Vereins warst“, sagte Christoph Storz, in dessen Hände sie vor wenigen Tagen das Amt der Vorsitzenden legte. Darüber hinaus war Marianne Grässer von 1990 bis 2012 Leiterin des Bildungswerks der katholischen Seelsorgeeinheit Malsch.

„Was Du gerne tust, das gelingt“, bedankte sich Grässer bei all ihren Wegbegleitern. Die Arbeit sei für sie nur sehr selten Last gewesen, vielmehr habe sie Freude empfunden, was bewegen zu können, sagte sie.

Der Malscher Bürgermeister Markus Bechler überreicht Marianne Grässer die Landesehrennadel. Foto: Anne-Rose Gangl

© ar

Der Malscher Bürgermeister Markus Bechler überreicht Marianne Grässer die Landesehrennadel. Foto: Anne-Rose Gangl

Zum Artikel

Erstellt:
20. September 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 44sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.