Hotel in Ottenau soll im Frühjahr öffnen

Gaggenau (tom) – Die Vorarbeiten für den Hotelneubau in Ottenau am Penny-Kreisel haben begonnen.

Beispiel für das geplante Hotel in Ottenau; mit 27 Zimmern wäre es größer als das hier abgebildete Haus. Foto: WMM

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Beispiel für das geplante Hotel in Ottenau; mit 27 Zimmern wäre es größer als das hier abgebildete Haus. Foto: WMM

In dieser Woche sind die ersten Bagger an der Max-Roth-Straße in Ottenau angerückt. Und kaum haben die Erdarbeiten begonnen, steht schon fast die Eröffnung des neuen Hotels gegenüber des Penny-Markts an: Im März oder April sollen die ersten Gäste einchecken. Dies hat der Betreiber, die WMM Hotel Betriebs GmbH, auf BT-Anfrage bestätigt.

Der Beginn der Arbeiten kam nicht nur für die Anwohner, sondern auch für Stadträte aus Ottenau überraschend. Doch die rechtlichen Voraussetzungen für das 1,5-Millionen-Projekt sind gegeben, betont die Stadtverwaltung: „Die Genehmigung für das Hotel wurde am Dienstag erteilt.“

„Eingetütet“ ist das Vorhaben schon lange: Bereits mit dem Verkauf des Grundstücks an den Investor hat die Stadt ihre Bereitschaft klar gemacht, an dieser Stelle ein Hotel zu genehmigen. Der Gemeinderat hatte in nicht-öffentlicher Sitzung am 9. März 2020 Verkauf und Vorhaben gebilligt.

Geschäftsreisende und Monteure

Zielgruppe der WMM-Hotels sind laut eigenem Bekunden Geschäftsreisende und andere Gäste, die an eher kurzfristigen Aufenthalten interessiert sind, weil sie in der Umgebung zu tun haben. Dazu zähle auch „der klassische Monteur“, wie Sebastian Waltl bekräftigt. Er ist Prokurist bei WMM.

In diesen Tagen wurde mit dem Wegschieben von Mutterboden begonnen, damit die Kampfmittelbeseitigung erfolgen kann, erläutert die Stadtverwaltung: „Das Wegschieben von Mutterboden bedarf keiner Genehmigung oder Baufreigabe.“

Auch ein Erdwall wird errichtet. Mit einer Höhe von rund 1,50 Metern soll er vor allen als Sichtschutz für die Anwohner dienen, deren Häuser unmittelbar dahinter liegen. Das Rathaus hierzu: „Rechtlich betrachtet wäre es nicht notwendig, weil die zulässigen Grenzwerte der gesetzlichen Regelungen eingehalten werden. Für den Wall wird es dann ein gesondertes Genehmigungsverfahren geben.“

Gegen das Bauvorhaben hatten Anwohner im Herbst knapp 900 Unterschriften gesammelt (Zum Thema). Angrenzer haben bereits angekündigt, dass sie einen Eilantrag bei Gericht stellen werden. Ziel sei es, die aufschiebende Wirkung ihres Widerspruchs wieder herzustellen, damit der Bauherr von der Genehmigung einstweilen keinen Gebrauch machen kann. Die Angrenzer wurden am Donnerstag von der Stadt schriftlich über die Genehmigung des Hotels informiert.

Was erzürnt die Anwohner?

Erst Ende Juli hatte das Rathaus die Angrenzer über den Antrag auf ein Baugenehmigungsverfahren informiert. Gegen den „Neubau eines Hotelgebäudes (27 Zimmer) in Modulbauweise“ hatten Angrenzer und Nachbarn dann vier Wochen Zeit, Einwände vorzutragen. Doch die Überlegungen im Rathaus waren lange vorher konkret.

Rund 57 Meter lang und zweistöckig soll das Bauwerk werden, dazu 25 oberirdische Parkplätze sind geplant. Das Gebäude liegt in einem Mischgebiet. Sieben Tage Emissionen jeglicher Art rund um die Uhr fürchten die Anwohner. Hinzu kommt: „Die Gäste können uns Tag und Nacht direkt in den Garten gucken.“ Auch die nächtliche Beleuchtung sei eine Beeinträchtigung. Und das Hotel werde zusätzlichen Verkehr und Lärm bringen.

Wer betreibt das Hotel

WMM: Wagner Möbel-Manufaktur GmbH & Co. KG in Mindelheim (Allgäu). Zu Wagner gehört die WMM Hotel Betriebs GmbH. Sie betreibt deutschlandweit rund 30 Hotels. Als Bauherrin in Gaggenau tritt die WMM Immobilien GmbH in Erscheinung.

Die ersten Baumaschinen sind angerückt, das Gelände zwischen Max-Roth-Straße/Selbacher Straße ist bereits gerodet. Foto: Slobodan Mandic

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Die ersten Baumaschinen sind angerückt, das Gelände zwischen Max-Roth-Straße/Selbacher Straße ist bereits gerodet. Foto: Slobodan Mandic

Ihr Autor

BT-Redakteur Thomas Senger

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Erstellt:
17. Dezember 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 31sec

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