Huber: „Gehe davon aus, dass die Saison vorbei ist“

Elchesheim-Illingen (mi) – Seit März hat Sven Huber beim Fußball-Landesligisten RW Elchesheim das Traineramt inne. Mit Huber sprach BT-Redakteur Michael Ihringer über die lange Auszeit, seine Einschätzung der aktuellen Lage und die Zukunft.

Doppelt gebremst: Sven Huber (rotes Trikot) kuriert eine Verletzung aus und kann auch als Trainer derzeit nicht helfen. Foto: F. Vetter

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Doppelt gebremst: Sven Huber (rotes Trikot) kuriert eine Verletzung aus und kann auch als Trainer derzeit nicht helfen. Foto: F. Vetter

Kaum hatte für Sven Huber Anfang März der Ernst des Trainerlebens mit einem überzeugenden Landesliga-Sieg begonnen, da war der Job an der Seitenlinie von Rot-Weiß Elchesheim für ihn auch schon infolge der Corona-Krise wieder beendet. Seit der Aussetzung des Spielbetriebs sind Huber, der die Rot-Weißen zum Saisonende Richtung TSV Loffenau verlassen wird – wo er seinen Vater Joachim beerben wird – wie seine Schützlinge und all die anderen Trainerkollegen sportlich zum Nichtstun verurteilt. Mit Huber sprach BT-Redakteur Michael Ihringer über die lange Auszeit, seine Einschätzung der aktuellen Lage und die Zukunft.

BT: Herr Huber, die Frage ist in diesen Tagen und Wochen natürlich die Wichtigste: Wie geht es Ihnen gesundheitlich?

Sven Huber: Mir geht es gut, ich habe aktuell keine Beschwerden. Ich bin nach meiner Knieverletzung ja noch im Aufbautraining und versuche mich von zu Hause aus fit zu machen. Ich habe mich daheim relativ gut eingerichtet, dass ich Sport machen kann. Ich bin eigentlich fit. Da der Fußball generell gestoppt ist, habe ich mit dem Auskurieren meiner Verletzung keinen Zeitdruck. Darüber bin ich erleichtert, dass ich mich in aller Ruhe auf einen Neustart vorbereiten kann.

BT: Kein trockener Husten oder andere Symptome?

Huber: Nein, Gott sei Dank nicht. Da bin ich zum Glück bislang davon verschont geblieben.

BT: Der Südbadische Fußballverband hat mitgeteilt, dass die Spielbetriebs-Aussetzung über den 19. April hinausgeht. Glauben Sie persönlich, dass die Landesliga-Saison tatsächlich noch zu Ende gebracht wird?

Huber: Ich gehe davon aus, dass die Saison vorbei ist. Ich glaube aktuell wirklich nicht, dass nochmal gespielt wird. Ich weiß auch nicht, wie sie das machen wollen, sollte nochmals gespielt werden, da ja doch noch etliche Spieltage ausstehen.

BT: Der Verband wies auch darauf hin, dass „einige Vereine“ den Wunsch geäußert hätten, die Saison vorzeitig abzubrechen. Gehört Rot-Weiß Elchesheim dazu?

Huber: Ich persönlich würde die Runde gerne noch zu Ende spielen, da ich nach der Saison den Verein, für den ich so lange schon spiele, ja bekanntlich verlassen werde. Von daher wäre der Saisonabbruch nicht optimal für mich.

BT: Wenn die Saison nicht beendet werden könnte, wärt Ihr gerettet. Beruhigt das?

Huber: Dann hätte ich ein Spiel als verantwortlicher Trainer gehabt, dieses gewonnen und die Klasse gehalten. Dann wäre ich der erfolgreichste Trainer aller Zeiten in Elchesheim. Nicht schlecht, was?

BT: Schafft Ihr den Klassenerhalt auch, wenn wider Erwarten doch noch die Saison fortgesetzt wird?

Huber: Ich gehe davon aus, dass wir das schaffen würden. Wir haben einen guten Auftakt nach der Pause gehabt, die verletzten Spieler kommen nach und nach wieder zu alter Stärke zurück. Von der Qualität her müsste es reichen.

BT: Würde sich auch Vater Joachim beim TSV Loffenau freuen, wenn es bei einem Saisonabbruch womöglich keinen Absteiger gäbe?

Huber: Er würde die Runde natürlich auch gerne zu Ende spielen, zumal sie zuletzt gar keine schlechten Ergebnisse erzielten. Wer weiß, wo da die Reise ohne den Abbruch noch hingehen würde. Ich habe auch gehört, dass es eventuell nur einen Aufsteiger geben könnte und die Klasse aufgestockt wird. Es ist nun die Frage, wie das entschieden wird.

BT: Der Verband würde eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs laut Mitteilung zwei Wochen vorher ankündigen. Reicht das, um die Mannschaft wieder auf Trab zu bringen?

Huber: Ich denke natürlich, dass man im ersten Spiel dann nicht bei 100 Prozent wäre. Da die Voraussetzungen für alle Vereine gleich wären, würde es immer noch ein fairer Wettbewerb sein. Es liegt an jedem Spieler selbst, wie er sich derzeit fit hält. Wir dürfen uns ja zum Glück noch außerhalb des Hauses aufhalten, zum Beispiel zum Joggen. Ich habe die Mannschaft auch aufgefordert, dies regelmäßig zu tun.

BT: Halten Sie sich auf dem Laufenden, was Ihre Schützlinge im Individualtraining täglich so treiben?

Huber: Ich bin im Kontakt mit den einzelnen Spielern, aber ich habe keinen speziellen Trainingsplan zusammengestellt. Da ist dann jeder auch als Amateur Profi genug, um für sich das Passende zu gestalten und sich fit zu halten.

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Erstellt:
7. April 2020, 22:00 Uhr
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