Hügellandschaft gibt Rätsel auf

Bühl (BNN) – Eine Hügellandschaft vor der Bühler Großsporthalle gibt Rätsel auf. Dort entsteht kein Neubau. Vielmehr lagern die Stadtwerke eben dort Erdaushub.

Ungewohnter Anblick für Passanten: Die Stadtwerke Bühl lagern bereits seit vielen Wochen Erdaushub auf dem Parkplatz vor der Großsporthalle in der Steinstraße. Das Material wird im Labor untersucht. Foto: Ulrich Coenen/BNN

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Ungewohnter Anblick für Passanten: Die Stadtwerke Bühl lagern bereits seit vielen Wochen Erdaushub auf dem Parkplatz vor der Großsporthalle in der Steinstraße. Das Material wird im Labor untersucht. Foto: Ulrich Coenen/BNN

Was steckt hinter der rätselhaften Hügellandschaft? Die großen, immerhin mehrere Meter hohen Erdhügel am nördlichen Rand des Parkplatzes vor der neuen Großsporthalle in der Steinstraße sind seit Wochen für Passanten unübersehbar. Mal steht ein Bagger dort, dann ist er wieder verschwunden.

Der Schotterparkplatz für Dauerparker ist durch die Erdhügel jedenfalls deutlich geschrumpft. Die redaktionelle Anfrage an die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bühl, was da vorgeht und ob vor der Sporthalle vielleicht ein Neubau entsteht, wird allerdings umgehend zurückgewiesen. „Das ist Sache der Stadtwerke“, erklärt Pressesprecher Matthias Buschert gegenüber dieser Zeitung.

Das Rätsels Lösung ist einfach, aber doch überraschend. „Wir lagern auf diesem Grundstück Erdaushub zwischen“, berichtet Marcus Gernsbeck, der für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtwerke zuständig ist. Das Grundstück wurde den Stadtwerken von der Kommune zu diesem Zweck überlassen. Der Aushub, der sich dort türmt, stammt von Tiefbauarbeiten, hauptsächlich aus dem Breitbandausbau. Für den Breitbandausbau im Stadtgebiet sind im Auftrag der Stadt die Stadtwerke zuständig.

„Die Stadtwerke können den Aushub der Breitbandarbeiten schließlich nicht einfach vor den Garagenausfahrten der Anwohner liegen lassen“, sagt Marcus Gernsbeck. „Das Erdreich muss also bis zum Abschluss der jeweiligen Baustelle zwischengelagert werden. Das Lager vor der Großsporthalle soll aber keine Dauereinrichtung werden. Es werde in einigen Wochen wieder verschwunden sein. Aktuell liegen dort rund 800 Kubikmeter Erdreich.

Der Bagger, der nur von Zeit zu Zeit vor der Großsporthalle zu sehen ist, hat nach Auskunft des Pressesprechers eine besondere Aufgabe. „Er zerkleinert das Material, damit wir es für die Abdeckung der Leitungen verwenden können“, berichtet Gernsbeck.

Ganz problemlos ist die Sache aber nicht: „Wir sind gesetzlich gehalten, das Erdreich vor der weiteren Verwendung zu untersuchen“, sagt Gernsbeck. „Aus diesem Grund gibt es für jede Baustelle einen eigenen Hügel.“ Die Proben, die in der Steinstraße gezogen werden, gehen ins Labor und werden dort auf unterschiedliche Schadstoffe geprüft.

„Beim Erdreich aus dem Straßenbau sind das vor allem Teerrückstände“, erklärt der Pressesprecher. „Die finden sich mitunter auch einige Zentimeter unter der eigentlichen Fahrbahndecke. Erst wenn die Analysen vorliegen, ist klar, was mit dem Aushub geschieht. Es gibt unterschiedliche Kategorien.“ Nach den Untersuchungen wird entschieden, ob das Erdreich an den Baustellen der Stadtwerke wieder verwendet werden darf. Ist es belastet, wird es von einem Entsorgungsunternehmen übernommen. „Das entscheidet dann auf der Basis der gesetzlichen Vorgaben, wie es weitergeht“, berichtet Gernsbeck. „Das Kreislaufwirtschaftsgesetz schreibt vor, das möglichst viel Material erneut verwendet werden soll“.

Ihr Autor

BNN-Redakteur Ulrich Coenen

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Erstellt:
7. März 2022, 10:36 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

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