Hügelsheim und Iffezheim sichern Trinkwasserversorgung

Hügelsheim/Iffezheim (sawe/sch) – Um ihre Trinkwasserversorgung nachhaltig zu sichern, streben die Gemeinden Hügelsheim und Iffezheim zusammen mit den Stadtwerken Baden-Baden eine Verbundlösung an.

Blick auf die geplante Trassenführung der Direktleitung. Die Gemeinden Iffezheim und Hügelsheim sollen im Bedarfsfall jederzeit mit Trink- und Rohwasser versorgt werden können. Infografik: BT

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Blick auf die geplante Trassenführung der Direktleitung. Die Gemeinden Iffezheim und Hügelsheim sollen im Bedarfsfall jederzeit mit Trink- und Rohwasser versorgt werden können. Infografik: BT

Vor dem Hintergrund der PFC-Problematik wollen die Gemeinden Hügelsheim und Iffezheim zusammen mit den Stadtwerken Baden-Baden eine Verbundlösung realisieren. Mit der Direktleitung soll die Versorgung mit sauberem Trinkwasser nachhaltig gesichert werden. Die Kosten sind mit 2,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Anlage soll möglichst schon im Sommer 2021 in Betrieb gehen.

Gemeinderäte billigen Ausführungsplanung

Die Gemeinderäte der beiden Kommunen haben sich am Montag in ihren jeweiligen Sitzungen unabhängig voneinander mit dem Thema befasst und jeweils einstimmig die Ausführungsplanung für den Wasserversorgungsverbund gebilligt. Die Verwaltungen wurden mit der Umsetzung der weiteren Schritte zur Ausschreibung und Realisierung der Maßnahme beauftragt. Eigentümer der Verbundleitung, die über Iffezheimer Gemarkung verläuft, wird ein Zweckverband, den die Gemeinden Hügelsheim und Iffezheim als rechtliches Konstrukt der Zusammenarbeit zum 1. Januar 2021 gründen werden. Die Verwaltungen wurden daher am Montagabend ebenfalls mit der Ausarbeitung einer Verbandssatzung beauftragt. Zudem müssen sie die Zuwendungsanträge erarbeiten und bis 30. September beim Regierungspräsidium Karlsruhe einreichen. „Das ist vertraglich wie zeitlich ein sehr ehrgeiziges Projekt“, konstatierte der Hügelsheimer Bürgermeister Reiner Dehmelt.

Leitungen auf einer Länge von 3,4 Kilometern

Bereits im Februar hatte der Iffezheimer Gemeinderat die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung im Verbund mit Hügelsheim einstimmig beschlossen. Das Hügelsheimer Gremium hatte dies Ende März mit gleichlautendem Beschluss getan.

In seiner Präsentation am Montagabend erläuterte Roland Spitzmesser von den Stadtwerken Baden-Baden zunächst im Iffezheimer und danach im Hügelsheimer Gemeinderat den aktuellen Stand der zur Ausführung kommenden technischen Lösung. So werden zwei Wasserleitungen auf einer Länge von 3,4 Kilometern vom Brunnen Hardtwald der Gemeinde Hügelsheim und den beiden Iffezheimer Brunnen im Oberwald hin zum Wasserwerk Sandweier verlegt. Dabei soll über eine der Leitungen PFC-belastetes Rohwasser zum Wasserwerk gefördert, dort aufbereitet und über die weitere Leitung wieder in den Oberwald/Hardtwald zurücktransportiert werden. Dort wird das gereinigte Wasser in die bestehenden Versorgungssysteme wieder eingebunden.

Kostenersparnis durch Fräsverfahren

Wie der Stadtwerke-Vertreter weiter anschaulich und mit Bildern hinterlegt ausführte, sollen die beiden Leitungen mittels Fräsverfahren in den vorhandenen Waldwegen verlegt werden. Mit diesem Verfahren, bei dem die Wasserleitungen in einer Grabentiefe von etwa 1,80 Metern und 0,5 Metern Breite liegen, habe sich, so Spitzmesser, bei Detailbetrachtungen gezeigt, dass sich damit eine Kostenersparnis von 200.000 Euro im Vergleich zum zuerst favorisierten Spülbohrverfahren ergebe. Die notwendige Querung der B 500 und des Sandbachs sollen jedoch weiter im Spülbohrverfahren erfolgen.

Weiterer Vorteil: Die Waldwege werden komplett und nicht nur punktuell erneuert. „Wir sind über die Iffezheimer Gemarkung den kürzesten Weg gegangen“, erläuterte Spitzmesser außerdem auf eine Frage aus dem Hügelsheimer Gremium, warum keine Rohre auf der Gemarkung des Spargeldorfs verlegt werden. Die mit 2,6 Millionen Euro veranschlagte Maßnahme, die hälftig von den beiden Gemeinden getragen wird, soll im Zeitraum von Anfang Januar bis Ende März 2021 durchgeführt werden, wobei der Stadtwerke-Vertreter versprach: „Danach sind wir aus dem Wald“.

Bis zum Startschuss im Sommer sind zuvor noch Umbauarbeiten in den beiden Wasserwerken sowie den Revisionsschächten und dem Technikgebäude der Brunnen notwendig.

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Erstellt:
16. September 2020, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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