Hügelsheim verabschiedet sich nicht nur von den Playoffs

Hügelsheim (mi) – Für den ESC Hügelsheim ist die Saison in der Eishockey-Regionalliga Südwest erstmals nach vier Jahren bereits vor den Playoffs beendet. Mit der 2:5-Heimniederlage gegen Hauptrunden-Primus Zweibrücken war auch die letzte theoretische Chance auf die Playoff-Teilnahme dahin.

Erzielt das letzte Saisontor für den ESC Hügelsheim: Björn Groß und seine Kollegen haben erstmals nach vier Jahren die Playoffs verpasst.

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Erzielt das letzte Saisontor für den ESC Hügelsheim: Björn Groß und seine Kollegen haben erstmals nach vier Jahren die Playoffs verpasst.

Abschied nehmen fällt schwer. Als die letzte Schlusssirene der Saison für die Eishockey-Cracks des ESC Hügelsheim am Samstag auf dem Baden-Airpark ertönt war, hatten die gefallenen Lokalhelden sichtlich daran zu knabbern, sich nochmals vor den heimischen Fans für eine Ehrenrunde aufzuraffen. Ein letztes Dankeschön für die Unterstützung über die gesamte Spielzeit. Doch wem ist – selbst an Fastnacht – nach einer 2:5 (0:2, 1:2, 1:1)-Niederlage gegen den EHC Zweibrücken und der damit erloschenen letzten Hoffnung auf die Playoff-Teilnahme noch zum Feiern zumute?
Freilich war der Frust

Trainer Drewniak zieht Konsequenzen

vorprogrammiert, denn mit Heilbronns Sieg gegen Eppelheim 24 Stunden zuvor war das endgültige Aus quasi schon besiegelt worden. Erstmals seit vier Jahren findet das Halbfinale damit ohne die Baden Rhinos statt. Nicht nur sportlich, auch finanziell ist das nicht erfreulich.

Enttäuschungen bringen immer Veränderungen mit sich. Trainer Richard Drewniak zog eine knappe halbe Stunde nach der letzten Pressekonferenz eine einschneidende Konsequenz für sich selbst. „Ich hänge nach sieben intensiven Jahren bei drei verschiedenen Jahren meine Trainerkarriere an den Nagel. Ehrlich gesagt war es auch nie meine echte Berufung“, verkündete Drewniak, der morgen 47 Jahre wird. Ob der auch beruflich stark engagierte Rheinländer, der in Zweibrücken lebt, möglicherweise in anderer Funktion den Rhinos erhalten bleibt, wird in der langen Sommerpause entschieden.

Drewniak, der im Vorjahr das Halbfinale erreichte, diesmal aber das Saisonziel nach dem von ihm eingeleiteten Umbruch verfehlte, wies ein letztes Mal auf die entscheidenden Faktoren hin, warum die Saison so früh zu Ende ging. „Es fehlte uns ein Spielmacher, der gerade in der Defensive als Denker und Lenker auftritt. Unsere jungen Verteidiger sind stürmisch, doch da fehlte uns viel.“ Eine Horrorzahl untermauert diese Feststellung: 96 Gegentore sind viel zu viel, gerade im Vergleich mit den vier Toptteams. „Was auch im letzten Spiel symptomatisch für den gesamten Saisonverlauf war: Wir waren bemüht, treffen aber vorne nichts“, kam Drewniak auch auf die mangelnde Chancenverwertung zu sprechen. Der letzte Auswärtssieg gelang übrigens im November.

Evident ist zudem, dass die beiden Kontingentspieler Graham Brulotte (Drewniak: „Er ist kein Torjäger“) und Martin Vachal („Ein brutal guter Spieler, der nach seiner Schulterverletzung aber nur noch bemüht war“) nie das Niveau der einstigen Hügelsheimer Topscorer Cedrick Duhamel und Math Fleury erreichten. Drewniak: „Vielleicht haben uns einige Charaktere gefehlt.

Letztes Tor von Brulotte

“Der Kanadier Brulotte verabschiedete sich mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:4 (28.) aus dem Spargeldorf, Björn Groß erzielte mit dem 2:5 (49.) den letzten ESC-Saisontreffer. Hauptrunden-Primus Zweibrücken, das sich nicht die Blöße geben wollte, auch den dritten Saisonvergleich mit den Rhinos zu verlieren, schoss sich nach Toren von Dörr (4., 48.), Zvonik (17.) und dem Ex-Hügelsheimer Marco Trenholm (21., 27.) für das Halbfinale warm.

Statt Playoffs stehen für die Rhinos-Verantwortlichen in den nächsten Wochen und Monaten nun viele Gedankenspiele an. Der Kader muss klar verstärkt, viele Positionen gerade in der Defensive ausgetauscht werden, da die Konkurrenz in der extrem ausgeglichenen Regionalliga immer stärker wird. Drewniak: „Es tut weh, aber die Zeiten haben sich geändert. Man schießt die Gegner nicht mehr einfach so weg. Wir haben einen guten Stamm, müssen diesen aber punktuell verstärken.“ Ob er daran künftig weiter mitwirkt, bleibt abzuwarten. Zumindest für die Spieler wurde Aschermittwoch schon drei Tage vorher eingeläutet.

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Erstellt:
23. Februar 2020, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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