Hundefreilaufflächen: Leinen los an noch mehr Ecken

Rastatt (ema) – Sieben Jahre nach dem Beschluss des Gemeinderats schickt sich die Stadtverwaltung an, Hundefreilauflächen auszuweisen– mehr Areale als ursprünglich geplant.

Die Leinenpflicht in Rastatt soll gelockert werden – auf ausgewählten Grünflächen (im Bild Park Mozartstraße). Foto: Frank Vetter

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Die Leinenpflicht in Rastatt soll gelockert werden – auf ausgewählten Grünflächen (im Bild Park Mozartstraße). Foto: Frank Vetter

Frauchen und Herrchen in Rastatt mussten sich viele Jahre in Geduld üben; jetzt will die Stadtverwaltung liefern. Noch in diesem Frühjahr sollen mehrere Hundefreilaufflächen in der Kernstadt ausgewiesen werden.
Dabei geht es nicht allein um die Baldenau, wie man nach der Haushaltsberatung im technischen Ausschuss am Montag hätte annehmen können (wir berichteten gestern). Auf BT-Nachfrage präzisierte die Verwaltung, dass es im Einzelnen um Flächen in der Grünanlage Mozartstraße/ Beethovenstraße, der Grünanlage Plittersdorfer Straße und der Grünanlage Leopoldfeste (Südring) geht. Diese Flächen waren im Oktober vergangenen Jahres im Arbeitskreis Stadtsauberkeit präsentiert worden. Neu „ins Spiel“ gekommen sei dann noch in den letzten Wochen die Grünfläche Baldenau neben dem Segelflugplatz, heißt es aus dem Rathaus. Hier stünden aber noch einige Abstimmungen aus; die von der Luftsportgruppe gepachtete Fläche soll nicht berührt sein. Und: Da die Baldenau nah an der Grünanlage Mozartstraße/Beethovenstraße liegt, wäre noch zu klären, ob tatsächlich beide Areale als Hundefreilaufflächen oder nur eine der beiden ausgewiesen werden.

Keine Einzäunung

Vorgesehen ist, die Flächen nur mit Hinweisschildern zu versehen, Zäune sind erst einmal nicht vorgesehen. Der Rasen wird auf diesen Flächen kürzer gehalten. Die Flächen erhalten jeweils einen Hundekotbeutelspender mit Abfalleimer. Ebenfalls erwogen wird das Aufstellen zusätzlicher Sitzbänke.

Die jetzigen Schritte gehen auf einen Beschluss des Gemeinderats im Jahr 2014 zurück. Mit dem Konzept will man Hundehaltern entgegenkommen und zugleich Konfliktpotenzial im Zusammenhang mit Hinterlassenschaften der Vierbeiner entschärfen. Möglichkeiten, Hunde frei laufen zu lassen, gibt es bislang angesichts der in der Polizeiverordnung festgelegten Leinenpflicht im Stadtgebiet nur sehr begrenzt. In der Kernstadt sind Hundehalter im Prinzip aufs Murgvorland angewiesen. Durch die Renaturierung im Zuge des Hochwasserschutz- und Ökologieprojekts (HÖP) wird das tiefergelegte Vorland indes öfter überflutet, außerdem wird es von Rastattern zunehmend für Freizeit und Erholung genutzt.

Das Murgvorland als Hundefreilauffläche auszuweisen, hält die Stadt auch aus rechtlichen Gründen nicht für möglich. Zuständig wäre ohnehin das Regierungspräsidium. Da das Murgvorland als FFH-Schutzgebiet klassifiziert ist, sieht man im Rathaus kaum Chancen für ein Hunde-Eldorado direkt am Fluss.

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Erstellt:
11. Februar 2021, 22:00 Uhr
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