Hundeschule auf dem Selbacher Sportplatz

Gaggenau (vgk) – Der Vertrag für die Nutzung der südlichen Hälfte des ehemaligen Selbacher Sportplatzes ist unter Dach und Fach.

Auf der südlichen Hälfte des Hartplatzes werden Hundehalter mit ihren Tieren trainieren. Die nördliche Hälfte bleibt gesperrt. Foto: Veronika Gareus-Kugel

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Auf der südlichen Hälfte des Hartplatzes werden Hundehalter mit ihren Tieren trainieren. Die nördliche Hälfte bleibt gesperrt. Foto: Veronika Gareus-Kugel

Das konnte am Dienstagabend Ortsvorsteher Michael Schiel im Ortschaftsrat verkünden. Neue Pächterin ist Anke Antkowiak. Für sie sei es der ideale Platz, um eine Hundeschule einzurichten.

Die nördliche verbliebene Fläche bleibt für die Öffentlichkeit gesperrt. Ein Umstand, der nicht bei allen Ortschaftsräten auf Gegenliebe stieß. So fordert Harry Braunagel die Stadt auf, die rechtliche Begründung für die Platzschließung zu überprüfen. Diese hegt Sicherheitsbedenken und schließt deshalb bis auf Weiteres eine Nutzung des Geländes, welcher Art auch immer, aus.

Braunagel argumentierte, dass die ehemalige Sportfläche seit rund fünf Jahren nicht mehr zum Sporttreiben genutzt wird und daher die Verkehrssicherheitspflicht der Stadt nicht mehr greife.

Fakt ist, betonte Schiel daraufhin, dass die neue Pächterin auch die Platzpflege des vorderen Geländeteils übernimmt, überprüft vom Tiefbauamt. Schiel: „Man kann das Ganze auch als eine Win-Win-Situation bezeichnen. Die Sportplatzpflege kostete die Stadtverwaltung Gaggenau jährlich mehrere Tausend Euro.“

Parkmöglichkeiten sollen bleiben

Zudem werde der Bereich im Bedarfsfall im Rahmen von Veranstaltungen Selbacher Vereine als Parkfläche benötigt. „Das soll auch so bleiben“, so der Ortsvorsteher. Die Abstimmung des Ortschaftsrats erfolgte geschlossen (eine Enthaltung).

Der Beschluss legt Folgendes fest: „Bis zur Entscheidung über ein möglicherweise eingehendes Nutzungskonzept bleibt es bei der bisherigen Regelung, den Selbacher Vereinen für größere Veranstaltungen die nördliche Sportplatzhälfte zum Parken zur Verfügung zu stellen.“

Ihr sei ein alltagstaugliches Hundetraining im Zusammenwirken mit den Hundebesitzern ein wichtiges Anliegen und der Bedarf sei enorm, führte Antkowiak bei der Vorstellung ihres Vorhabens im Ortschaftsrat aus.

Von ihr geplant wird auf dem hinteren Teil des Geländes die Einrichtung einer Hundeschule. Das Pachtverhältnis beginnt am 1. Juni. Damit, so die 48-jährige Gaggenauerin, erfülle sich für sie der Traum, als hauptberuflichen Hundetrainerin arbeiten zu können.

Die von einer unterhalb des Sportplatzes wohnenden Anliegerin vorgetragenen Bedenken bezüglich Behinderungen durch parkende Autos konnte Antkowiak zerstreuen. Auf dem oberhalb gelegenen Waldparkplatz sei genügend Platz zum Parken für die Trainingsteilnehmer. Das Freispielgelände soll durch einen Zaun gut gesichert werden.

Eine Zaunanlage und ein Unterstand für notwendige Geräte sind auch Gegenstände eines gestellten Bauantrags, der entgegen der Regel aber mit Einverständnis der Antragstellerin öffentlich gemacht wurde. Die Ortschaftsräte nahmen diesen einstimmig zur Kenntnis.

„Sportzentrum“für junge Leute

Der fünf Jahre währende Dornröschenschlaf des ehemaligen Selbacher Sportplatzes soll ein Ende haben. Die Entstehung eines kleinen Sportzentrums wird angedacht. Die Idee dazu brachte in die Selbacher Ortschaftsratssitzung der Gaggenauer Dieter Kraft mit.

Eine Vielzahl von Vorschlägen für eine Folgenutzung des Platzes erreichten nach Einstellung des Sportbetriebes 2015 den Ortschaftsrat Selbach. Das wenigste davon war jedoch praktikabel oder nicht umsetzbar, bedauerte Ortsvorsteher Michael Schiel.

Dieter Kraft, nach eigener Aussage Großvater sportbegeisterter Enkel, brachte nun die Entwicklung eines kleinen Sportzentrums an dieser Stelle ins Spiel.

Der Parkplatz, die renovierte Siegfried-Hammer-Halle, der Bolzplatz sowie das restliche Sportgelände böten ideale Voraussetzungen dafür. Wie eine unter Kinder und Jugendlichen durchgeführte Umfrage ergab, werden Sportarten wie Tischtennis, Klettern, Volley- und Basketball oder Skateboard schmerzlich vermisst. Diese könnten an dieser Stelle eine Heimat finden. Der Sportplatz könnte auf diese Weise für Selbach und die Stadt zur Attraktion werden. Wichtig sei jedoch die Entwicklung eines Gesamtkonzepts, legte Kraft gegenüber den Ortschaftsräten dar.

„Die Umgestaltung dieses Areals könnte als Gemeinschaftsprojekt angelegt werden, an dem der Ortschaftsrates-Selbach, der Turnerbund Selbach, Kindergarten, Grundschule und engagierte Jugendliche beteiligt werden“, führte Kraft dazu weiter aus. Der Finanzaufwand wäre aufgrund der bereits vorhandenen Infrastruktur vergleichsweise gering. Es wäre ein lösbares Problem, argumentierte Kraft: „Mit diesem Projekt kann man die unbestrittene Notwendigkeit der sportlichen Förderung der Jüngsten unterstützen.“

Über die Ausgestaltung und Benutzung der Kultur- und Sportstätten in den jeweiligen Ortsteilen kann laut Hauptsatzung der Stadt Gaggenau der jeweilige Ortschaftsrat entscheiden. Schiel verlor keine Zeit und kündigte für gestern ein erstes Gespräch mit dem Ideengeber an.

Ihr Autor

Veronika Gareus-Kugel

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Erstellt:
20. Mai 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
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