Hundsbach: Eidechsen weichen Wasserwerk

Forbach (mm) – „Die Vergrämung der Zauneidechsen war erfolgreich.“ Das berichtet Ortsbaumeister Oliver Dietrich angesichts der begonnenen Bauarbeiten für das neue Hundsbacher Wasserwerk.

In Hundsbach haben die Baumaßnahmen für das neue Wasserwerk begonnen. Foto: Jakob Schwan

© bt

In Hundsbach haben die Baumaßnahmen für das neue Wasserwerk begonnen. Foto: Jakob Schwan

Derzeit wird bei der Weiherbrücke die Baugrube ausgehoben, danach werden die Grundrohre verlegt, informiert Dietrich weiter. Im Anschluss kann die rund 24 auf zwölf Meter große Bodenplatte betoniert werden. Bis Ende des Jahres, so hofft Dietrich, soll der Rohbau in Hundsbach fertig sein.

Als Vergrämungsmaßnahme war eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern mit einer Folie abgedeckt gewesen. Dies war eine Vorgabe, die sich aus der Umweltverträglichkeitsprüfung für das Großprojekt durch das Landratsamt ergeben hatte. Auf dem Gelände war zuvor der Bewuchs entfernt worden. Nach der Winterstarre wanderten die Reptilien ab, weil ihr vorheriger Lebensraum nicht mehr vorhanden war. Damit die Eidechsen nicht dem Verkehr zum Opfer fielen, war ein Schutzzaun entlang der Straße errichtet worden. Für die geschützten Zauneidechsen entstanden fünf Totholzhaufen als neue Lebensräume. Die Umsetzung der Vorgaben des Landratsamts wurde durch ein Fachbüro für ökologische Baubegleitung überwacht.

Millionenprojekt für die Wasserversorgung

Das in Hundsbach entstehende Wasserwerk ist Teil eines Millionenprojekts zur Neustrukturierung der Wasserversorgung. Diese wird in drei Abschnitten realisiert.

Dazu zählen der Neubau bei der Weiherbrücke und eine Ersatzwasserleitung von Hundsbach nach Forbach. Auch werden die Anbindung der Wolfslochquelle samt Leitungsbau mit Einbindung des neuen Wasserwerks ins Ortsnetz und der Abbruch des alten Hochbehälters Wolfsloch erfolgen.

Die Kosten für diesen ersten Bauabschnitt betragen rund 3,82 Millionen Euro. Ein Zuschussantrag nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft ist bewilligt. Die Förderung beträgt rund 2,9 Millionen Euro.

Der zweite Bauabschnitt sieht die Einbindung der Schmitzbrunnenquelle, eine Verbindungsleitung der Druckerhöhungsanlage Viehläger zum neuen Wasserwerk und die Anpassungen des Ortsnetzes Viehläger vor. Die veranschlagten Kosten dafür betragen rund 2,06 Millionen Euro.

Der dritte Abschnitt ist der Bau einer Ersatzwasserleitung von Hundsbach nach Forbach, das größte Projekt in diesem Komplex. Die Kosten für die rund 8,6 Kilometer lange Leitung sind mit rund 4,5 Millionen Euro veranschlagt. Im neuen Wasserwerk ist eine Ultrafiltration vorgesehen, die Entsäuerung des Wassers erfolgt mit Filtern, die Desinfektion mit einer UV-Anlage. Die dann nicht mehr nötigen Hochbehälter Viehläger und Wolfsloch können aufgegeben werden. Darüber hatte ein Vertreter des beauftragten Fachbüros RBSwave den Gemeinderat bereits in der August-Sitzung des vergangenen Jahres informiert.

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Mack

Zum Artikel

Erstellt:
7. Juni 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 06sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.