„Ich denke gerne in Visionen“

Malsch (sl) – Markus Bechler will am 13. Juni zum Bürgermeister von Malsch gewählt werden. Im Fall seines Wahlsiegs möchte er unter anderem junge Leute mehr einbinden.

Markus Bechler hat bereits Erfahrung als Gemeinderat und Fraktionschef. Nun will er Bürgermeister werden. Foto: privat

© pr

Markus Bechler hat bereits Erfahrung als Gemeinderat und Fraktionschef. Nun will er Bürgermeister werden. Foto: privat

Markus Bechler wirkt seit 2009 für die Freien Wähler im Malscher Gemeinderat, seit 2014 als Fraktionsvorsitzender. Jetzt will er Bürgermeister werden und stellt sich als einer von vier Kandidaten am Sonntag, 13. Juni, der Wahl. Zu seiner Motivation, seinen Ideen und Zielen hat BT-Redakteur Sebastian Linkenheil dem 50-Jährigen einige Fragen gestellt.


BT: Herr Bechler, Sie sind seit vielen Jahren im Gemeinderat tätig. Was motiviert Sie jetzt zur Kandidatur um das Bürgermeisteramt?
Markus Bechler: Malsch war schon immer meine Heimat. Ich würde in keiner anderen Gemeinde meinen Hut in den Ring werfen. Ich bin nun 50 Jahre alt, meine Kinder sind erwachsen und aus dem Haus. Ich habe nun die Reife, Erfahrung, Zeit und Muße für diese neue Herausforderung, und meine Familie steht voll hinter mir. Ich bin bereit!

„Ich will Kommunikation verbessern“

BT: Sie sagen, Rathausmitarbeiter und Bürger sollen in Malsch näher zusammenrücken. Woran hapert es?
Bechler: Ich will eine auf mehreren Ebenen verbesserte Kommunikation. Ich will Gemeinderatssitzungen lokal vor Ort abhalten, wenn es um Themen in den Ortsteilen geht. Ich will eine Gemeinde-App, eine moderne Homepage und ebenfalls die sozialen Medien in die Kommunikation mit aufnehmen, um endlich auch die kommenden Generationen mit einzubinden. Diese sind unsere Zukunft und müssen im Heute mitgestalten und endlich mit an Bord genommen werden, wenn es um das politische Geschehen in Malsch geht. Ich sehe damit eine gute Chance auf einen neuen Jugendgemeinderat. Ich will ein Ticketsystem als Werkzeug, mit dem die Anfragen der Bürger einfacher an die Verwaltung herangetragen und beantwortet werden können. Selbstverständlich werden und müssen unsere Rathäuser weiter offen und die bekannten Kontaktmöglichkeiten weiterhin erhalten bleiben. Jeder sollte seinen Zugangsweg, ob persönlich oder digital, selbst wählen können.

BT: Schon lange vor Corona haben sich die Freien Wähler in Malsch für Digitalisierung an Schulen starkgemacht. Wie würden Sie als Bürgermeister das Thema angehen?
Bechler: Ich denke gerne in Visionen, deshalb habe ich eine digitale Musterklasse an einer Schule gefordert. Ich hätte zuerst alle Anforderungen, Fakten und auch die Zuschussmöglichkeiten auf den Tisch gebracht und danach alle Beteiligten um diesen Tisch versammelt, damit wir gemeinsam die beste Lösung für Malsch finden. Bei der Umsetzung und gerade während des Probebetriebs sehen wir alle Facetten und wo es noch zu optimierende Ecken und Kanten gibt, die dann im Kleinen nachgebessert werden können. Die Qualität ist damit in dieser Musterklasse gegeben. Danach geht es nur noch um zusätzliches Equipment, wie weitere Tablets, E-Tafeln, Server und so weiter für weitere Schulklassen und Schulen. Die Gesamtkosten bleiben dabei immer greifbar und laufen nicht aus dem Ruder.

BT: Sie bezeichnen sich selbst als Vereinsmensch. Die Vereine bekommen die Tendenz zu einem gewandelten Freizeitverhalten schon lange zu spüren: weniger ehrenamtliches Engagement, weniger Jugendliche. Haben Sie ein Patentrezept?
Bechler: Ich habe leider auch kein Patentrezept. Die Vereinsworkshops, die wir als Freie Wähler 2019 durchgeführt haben, brachten gute Ideen und Anregungen hervor. Hier gilt es, nach Corona wieder den Ball aufzunehmen und Begonnenes fortzuführen, denn die Aktion und die eingeschlagene Richtung waren gut. Das Gemeinsame und Miteinander unter den Vereinen war spürbar.

BT: Finden Sie, dass in Malsch und den Ortsteilen genug für die Jugend und die Senioren gemacht wird?
Bechler: Nein, ich will mehr tun für die Senioren und die Jugend. Ich plane Treffen für Senioren, um deren „digitale Kompetenz“ zu fördern. Auch stelle ich mir Reparatur-Cafés vor, in denen defekte Geräte repariert werden. Damit müssen diese Geräte nicht bei ersten Macken weggeworfen werden. All dies schafft die im Alter so wichtigen Begegnungsmöglichkeiten und soziale Kontakte. Ich will die Jugendlichen besser einbinden. Ein offizieller Instagram- und Facebook-Auftritt fehlen derzeit komplett, und die Malscher Homepage (www.malsch.de) ist technisch veraltet. Die sozialen Medien eignen sich gut, um den Finger am Puls der Jugend zu haben, doch auf diesem Auge ist die Gemeinde Malsch derzeit quasi blind. Ich werde den Jugendlichen zuhören, um zu erfahren, wo der Schuh drückt und was diese wollen. Damit können wir als Gemeinde zielgerichteter vorgehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir damit eine Chance für einen neuen Jugendgemeinderat haben.

„Ich befürworte den Autobahnanschluss auch weiterhin“

BT: Sie veranstalten im Internet eine Umfrage zu den Themenschwerpunkten der Malscher. Autobahnanschluss und keine Windkraft scheinen da öfter genannt zu werden. Was ist Ihre Meinung dazu?
Bechler: Ich befürworte den Autobahnanschluss auch weiterhin. Das Thema liegt schon immer in der Hand des Regierungspräsidiums. Ich will mit der Regierungspräsidentin Sylvia Felder wieder ins Gespräch kommen, nachdem mir hierfür der Gemeinderat sein grünes Licht gegeben hat. Meine Haltung zur Windkraft in unserem Schwachwindgebiet ist bekannt. Die Stromausbeute ist im Vergleich zu der installierten Leistung deutlich zu gering. Die Themen Landschaftsschutz, Waldzerstörung und Artenschutz gilt es genauso im Blick zu haben wie die fehlende Speichermöglichkeit. Auch gilt es gerade in Bezug auf Artenschutz, das europäische Recht nicht auszuhebeln. Die Normenkontrollklage der Gemeinde Malsch war deshalb richtig und erfolgreich.

BT: Warum sollten die Wähler Ihnen ihre Stimme geben?
Bechler: Ich bin bürgernah, offen, ehrlich und verlässlich. Ich sage, was ich denke, und denke, was ich sage. Ich höre sowohl in der realen als auch der virtuellen Welt zu. Ich will gemeinsam mit allen Wählern unser Malsch gestalten und fit für die Zukunft machen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Sebastian Linkenheil

Zum Artikel

Erstellt:
3. Juni 2021, 14:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 46sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Orte


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.