„Ich habe hautnah miterlebt, wie hart es ist“

Gaggenau (naf) – Patrick Wilczek steht für eine „in der Mitte angekommene“ FDP. Durch seine eigenen Erfahrungen wurde die Chancengleichheit zu seinem Herzensthema.

Packt die Dinge selbst an: In den lernfreien Stunden verteilt Patrick Wilczek Flyer und hängt Plakate auf. Foto: privat

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Packt die Dinge selbst an: In den lernfreien Stunden verteilt Patrick Wilczek Flyer und hängt Plakate auf. Foto: privat

Es ist nicht immer leicht für Patrick Wilczek. Als jüngster Kandidat für die Landtagswahl 2021 bekommt der 27-Jährige das ein oder andere Mal gesagt, „dass man erstmal erwachsen werden soll“, berichtet er schmunzelnd. Die positiven Rückmeldungen für den Kandidaten der FDP im Wahlkreis 32 für Rastatt und Murgtal würden allerdings überwiegen.
Seit 2018 ist Wilczek Mitglied der FDP, seit 2019 Ortsvorsitzender in Gaggenau, zwei Jahre später kandidiert er nun für die Landtagswahl. „Gut aufgenommen“ werde er nicht nur, weil ihm oft gesagt werde, dass er einige Vorteile gegenüber den „altetablierten Politikern“ biete – Wilczek repräsentiert nicht das, was man sich typischerweise unter einem FDP-Politiker vorstellt, wie er betont. Seine Eltern kamen aus Polen nach Deutschland, sein Vater arbeitete in der Produktion bei Daimler, seine Mutter ist Reinigungskraft. Als „klassisches Arbeiterkind mit Migrationshintergrund“, wie er sich selbst nennt, habe er es „geschafft“.

Start der politischen Karriere

Anfangs auf der Hauptschule, wechselte Wilczek nach einem Jahr auf die Realschule, hängte nach seinem Abschluss das Abitur an und begann schließlich sein Jurastudium – der Startschuss auch für seine politische Karriere. Da sich Wilczek im Rahmen seines Studiums vermehrt mit Gesetzen beschäftigte, „wollte ich auch Einfluss darauf nehmen, welche Gesetze überhaupt entstehen“, begründet er seine ersten politischen Schritte 2015 – damals noch in der SPD.

Schlussendlich hat er sich jedoch gegen die Sozialdemokraten entschieden, „weil dort Politik gemacht wird, die Leute schwächt, die an ihrem sozialen Aufstieg arbeiten“, meint Wilczek.

Die Unterstützung sozial Schwacher ist auch wegen der eigenen Erfahrungen zu seinem Herzensthema geworden. „Ich habe hautnah miterlebt, wie hart es ist, sich als finanziell schwaches Kind durch die Schul- und Studienzeit zu kämpfen.“ Mit rund 20 Euro pro Woche habe er während seines Studiums in Tübingen jahrelang auskommen müssen. Seine Studienzeit wäre Wilczek „deutlich einfacher gefallen, wenn dieser finanzielle Druck nicht gewesen wäre“. Es gäbe Menschen, für die das einfach zu viel wird und die sich nur aus diesem Grund für einen anderen beruflichen Weg entscheiden. Darum möchte der Liberale, dass jeder unabhängig von seinem sozialen und finanziellen Hintergrund über Bildung einen sozialen Aufstieg erreichen kann. Im Umkehrschluss solle jedes Akademikerkind sich „ohne Scham für einen Ausbildungsberuf entscheiden können“.

Freie Zeit für Wahlkampf und Spaziergänge

Wilczek selbst lernt aktuell für sein Staatsexamen und nutzt die wenige freie Zeit, um Wahlkampfflyer zu verteilen und Plakate aufzuhängen – gerne auch mal mitten in der Nacht, begleitet von Schnee und Regen. „Bei uns arbeiten alle oder gehen zur Schule“, erklärt er, „da müssen wir die freie Zeit möglichst gut ausnutzen“. Bleibt doch noch etwas Freizeit, geht er mit seiner Lebensgefährtin am liebsten am Plittersdorfer Rheinufer spazieren oder stellt sich auf der Schlossruine in Ebersteinburg in den Wind.

Auch der Klimaschutz steht auf der Themenliste des E-Golf-Fahrers. Weitere Schwerpunkte setzt er bei Antriebstechnologien, Digitalisierung, Innerer Sicherheit und einer starken Wirtschaft. „Die FDP ist nicht nur die Partei der Steuersenkungen und der Reichen und Schönen. Sie ist in der Mitte angekommen“, davon ist Wilczek überzeugt und dafür steht er.


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